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Der erste Superpraktikant Österreichs ist eine Superpraktikantin, heißt Reez Wollner und besitzt vermutlich das bezaubernste Lächeln der Nation. Josef Pröll und die Jury hätten keine bessere Wahl treffen können – ein verdienter Sieg wie aus dem Bilderbuch. Reez punktete vor allem mit ihrer natürlichen, herzerfrischenden Art und strahlte mit ihrem Siegerlächeln alle an die Wand. Eine wohltuende Brise Pep in der österreichischen Innenpolitik.
Die Idee des Finanzministers, Politik via Internet unters Volk zu mischen ging voll auf. Ein neuer frischer Wind weht durch Österreich und dabei vergisst man beinahe die politische Zuordnung. Eine konservative Linie des gesamten Events ist allerdings nicht wegzuleugnen. Die Möglichkeit zu schaffen Politik hautnah zu erleben um den strapazierten Begriff Volksnähe nicht bemühen zu wollen, war aber eine richtige, wichtige und gute Entscheidung. Wenn wir uns um die österreichische Seele weder streiten noch sorgen sollen, so ist es zwischen den Zeilen für einige doch lesbar, dass man in der Volkspartei verstanden hat, das Erbe Jörg Haiders nicht nur richtig zu verwalten, sondern vor allem auch zu wahren.
Nicht das Hypodesaster und der Bruderzwist im dritten Lager ist was uns vererbt wurde von Jörg Haider – sondern Politik mit Pep zu gestalten und Begeisterung bei den Menschen dafür zu wecken. Denn wer die Macht hat geht uns alle an und sollte uns niemals egal sein, auch nicht in Zeiten des Friedens und in demokratischen Systemen. Zu verbessern gibt es immer und überall genug und je mehr sich daran beteiligen umso besser steht es um die Demokratie. Transparenz und Offenheit sind die wesentlichen Kriterien um Vertrauen in eine Politik zu fördern.
Die Superpraktikantin wird nun also die erste neue Trägerin des Staatsgeheimnisses werden und es gilt eine Nation zu überzeugen, dass die Politik in Österreich keine mumifizierten Leichen im Keller observiert, sondern einer großen österreichischen Tradition und Vision folgt: Frieden und Harmonie zu schaffen, in der Bevölkerung, mit unseren Nachbarn und im globalen Verbund der Nationen.
Weltfrieden geht uns alle an und jeder Staat muss zuerst seine Hausaufgaben erledigen, bervor man raus gehen kann um vor den Völkern für Frieden zu werben. Wer im eigenen Land Frieden fördert und sichert, hat die moralische Pflicht und die Chance den Frieden zu exportieren. Vergessen wir niemals – Österreich ist ein kleines Land mit einer mächtigen Geschichte – eventuell der mächtigsten Geschichte der Welt. Lange Zeit galt Österreich als die Insel der Seligen. Heute müssen wir täglich darum kämpfen – heute sind wir ein Teil Europas und manche möchten Österreich schon als Projekt sehen. Es geht aber nicht darum uns in die gute alte Zeit zurückzujammern – die goldenen 80er und 90er Jahre zu verherrlichen – es geht darum auf die goldenen Zeiten aufzubauen und anzuknüpfen, Österreich wieder mehr Gewicht im internationalen Geschäft zu organisieren. Das ist die wahre nationale Aufgabe unseres Staates, das ist unsere Identität, dass wir im Konzert der Nationen nicht die erste Geige spielen müssen, sondern dem harmonischen Geschehen den Rücken stärken, den Weg ebnen, als markanter, felsenfester und unbeugsamer Wegweiser zum Weltfrieden, das ist Österreich.
In diesem Sinne sei der frisch gebackenen Superpraktikantin viel Glück beschieden auf ihrem Weg in die Politik. Hoffen wir alle, dass sie ihrer Aufgabe gewachsen und sich ihre Verantwortung bewusst ist. Ob sie uns das Geheimnis lüftet, wie Politik in unserem Land tatsächlich passiert, oder ob sie als Trägerin des Staatsgeheimnisses Teil der österreichischen Politik wird - bleibt spannend. Wie auch immer sie sich entscheidet – die Vermutung liegt nahe, dass man ihr in einer Woche kaum einen echten Einblick ins Räderwerk der Macht gewährt und die Gefahr ist groß, dass am Ende des Tages Reez Wollner als weiteres Celebrity nur ein Fressen für den Boulevard wird. Davor gilt es sich zu hüten, das Politik nicht zur reinen Unterhaltung mutiert und wir im Trubel die Chancen verkennen.
Es ist eine Gratwanderung, die Josef Pröll beschritten hat – für Politik zu begeistern und dabei nicht ins Showbusiness abzugleiten. Was ich gestern erlebt habe, hat mir gefallen - am gestrigen Abend haben Josef Pröll und alle anderen die Aufgabe bravourös gemeistert und eine Balance gefunden die Hoffnung macht. Doch wie wird es weitergehen, wenn wir realisieren, dass alles nur ein perfekter Marketingplan der VP war um Josef Prölls zukünftige Kanzlerschaft aufzubauen? Alles natürlich nicht und bei aller Vorsicht steht eines außer Streit. Die Jugendlichen alleine können Wahlen nicht entscheiden – Wahlentscheidend ist die qualitative Wechselwählergruppe, die Politik nach den Ergebnissen und ihrer Authentizität beurteilt – jene Gruppe also, die sich kein X für ein U vormachen lässt, die keinem Lagerdenken nachhängt, differenzieren kann und letztlich die Richtung der Politik bestimmt. Es ist also nicht naiv – mehr als nur eine VP Kampagne darin zu sehen und ja wir brauchen darüber hinaus aber auch dringend einen Schuss gesunder Naivität in der Politik und wir dürfen als Individuen und auch als Gesellschaft nie unsere Naivität komplett verlieren. Der Balanceakt am Hochseil hat begonnen, die neue Hoffnung für Österreich trägt superrosa.