Samstag, 20. Februar 2010

Die Sendung mit der Volkspartei


Am Montag 22.02.2010 ist es endlich soweit. ATV schickt die erste Superpraktikantin Österreichs, Reez Wollner ab 21:50 Uhr übern Äther. Dieses Ereignis wird euer Superkandidat No. 67 LIVE in der ÖVP Zentrale, Lichtenfelsgasse 7 verfolgen - Public Viewing, what else?

Josef Pröll war in der Zwischenzeit in Indien und will den Handel mit dem Subkontinent fördern, auch die Bollywoodproduktion in den Tiroler Bergen soll verstärkt werden um Hauptkonkurrent Schweiz in Sachen Bollywood ins Schwitzen zu bringen. mehr

(Bild: APA)

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Sonntag, 31. Jänner 2010

Wer hat an der Uhr gedreht…


Super! Um den Dreh besser fühlt man sich, wenn man die Dokumentation der Superpraktikantin von einer Woche an der Seite von Josef Pröll so durchliest und durchschaut. Man gewinnt wie von selbst den Eindruck – bei der ÖVP gibt’s eigentlich immer etwas zu feiern! Und weil wir alle so gerne feiern, möchte sich nun das ganze Land in das große Feiern einklinken und mitfeiern, mitschunkeln, sich zuprosten und anlächeln. Österreich geht nun wahrlich rosigen Zeiten entgegen und damit es auch so bleibt, brauchen nun nur noch alle mündigen Staatsbürger im Wahlalter ihr Kreuzerl bei der ÖVP machen.

So könnte man es natürlich sehen und bei aller berechtigten Skepsis, eine perfekte PR Kampagne ist im Kasten, ist Geschichte – und Reez Wollner ist Österreichs neues Politcelebrity in der auch neuen Parteifarbe rosa. Das soll der ÖVP mal jemand nachmachen, da haben sich die Konservativen aber mal so richtig was einfallen lassen.

Erfahren konnte man von der Superpraktikantin, die 2007 auch schon ein Praktikum im sozialdemokratisch geführten Verteidigungsministerium absolvierte, dass Politik anstrengend ist und nicht nur die Doku macht es mehr als deutlich, welchem Leistungsverständnis sich die Konservativen verschrieben haben. Auch schon im Finale konnte ich es live erleben – Politik ist ein Stressjob – nicht nur bei der Volkspartei und nicht nur für die Hauptakteure. Bei den Bürgermeistern (auch von Eberau – gerade auch Eberau) angefangen, bis zum beinahe schon abstrakt hochgeschraubten Amt des USamerikanischen Präsidenten kann man davon ausgehen – dieser Menschenschlag des Politikers ist in der Regel mit einem Charakter ausgestattet. Fraglich ist natürlich immer, ob es sich um einen guten Charakter handelt.

Der Finanzminister von Österreich so weiß man jetzt, kommt sehr sympathisch rüber. Bei ihm hat man eigentlich keine Angst, dass er plötzlich mit der FPÖ zu liebäugeln beginnen könnte. Auch ein Statement aus dem Archiv (die Maledivenstory), die seine Prioritäten offen legte – offenbarte ihn als sympathischen Zeitgenossen. Deutlich wurde auch in der Dokumentation, dass Josef Pröll sehr sicher im Chefsessel der VP von Termin zu Termin braust. Eine Führungsdiskussion wird bei der VP also so schnell nicht entflammen. Deswegen verstehe ich nicht, wie eine neu angelobte VP Wissenschaftsministerin – nach all dem Audimaxismus der letzten Monate hergehen kann und sich im Gipsbein für die Wiedereinführung von Studiengebühren aussprechen kann. Das ist eigentlich eine Verhöhnung jener Studierenden, die wie einem politischen Wunder gleich, eine basisdemokratische Bewegung aus dem Nichts geschaffen haben und nach Jahren der Demütigungen und Aushungerung endlich einen Weg gefunden haben um sich Recht zu verschaffen. Dr. Beatrix Karl, die ihr Studium ohne Studiengebühren absolvierte, hat mit dieser Äußerung ihre Schonfrist sehr schnell und sehr ungeschickt verspielt.

Ich mahne daher zur Ernsthaftigkeit und Respekt, gerade im Dialog mit der neuen Basisdemokratie in unserem Land, die wie einem zarten Pflänzchen gleich - behütet und beschützt sein möchte. Gehen wir also alle gemeinsam in eine neue Bildungsoffensive mit der neuen Ministerin - Österreich braucht kontroversielle Freiräume für universelles Denken, Querdenken und kritisches Denken, wie Butter auf´s frische Roggenbrot. Niemand sollte sich also einen Koarl mit den jungen StudentInnen machen, die an einer idealistischen Bildungsvision hängen und an das Gute in der Gesellschaft glauben. Freie Bildung braucht das Land und Bologna, bei allem Respekt - liegt in Italien - genauer gesagt in Emilia-Romagna. Emilia-Romagna grenzt im Norden an den Po, im Osten an die Adria und im Süden an den Apennin sowie an die Republik San Marino.

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Freitag, 22. Jänner 2010

Das Mädchen mit den rosaroten Strümpfen







- Alle Photos hier -

Der erste Superpraktikant Österreichs ist eine Superpraktikantin, heißt Reez Wollner und besitzt vermutlich das bezaubernste Lächeln der Nation. Josef Pröll und die Jury hätten keine bessere Wahl treffen können – ein verdienter Sieg wie aus dem Bilderbuch. Reez punktete vor allem mit ihrer natürlichen, herzerfrischenden Art und strahlte mit ihrem Siegerlächeln alle an die Wand. Eine wohltuende Brise Pep in der österreichischen Innenpolitik.

Die Idee des Finanzministers, Politik via Internet unters Volk zu mischen ging voll auf. Ein neuer frischer Wind weht durch Österreich und dabei vergisst man beinahe die politische Zuordnung. Eine konservative Linie des gesamten Events ist allerdings nicht wegzuleugnen. Die Möglichkeit zu schaffen Politik hautnah zu erleben um den strapazierten Begriff Volksnähe nicht bemühen zu wollen, war aber eine richtige, wichtige und gute Entscheidung. Wenn wir uns um die österreichische Seele weder streiten noch sorgen sollen, so ist es zwischen den Zeilen für einige doch lesbar, dass man in der Volkspartei verstanden hat, das Erbe Jörg Haiders nicht nur richtig zu verwalten, sondern vor allem auch zu wahren.

Nicht das Hypodesaster und der Bruderzwist im dritten Lager ist was uns vererbt wurde von Jörg Haider – sondern Politik mit Pep zu gestalten und Begeisterung bei den Menschen dafür zu wecken. Denn wer die Macht hat geht uns alle an und sollte uns niemals egal sein, auch nicht in Zeiten des Friedens und in demokratischen Systemen. Zu verbessern gibt es immer und überall genug und je mehr sich daran beteiligen umso besser steht es um die Demokratie. Transparenz und Offenheit sind die wesentlichen Kriterien um Vertrauen in eine Politik zu fördern.

Die Superpraktikantin wird nun also die erste neue Trägerin des Staatsgeheimnisses werden und es gilt eine Nation zu überzeugen, dass die Politik in Österreich keine mumifizierten Leichen im Keller observiert, sondern einer großen österreichischen Tradition und Vision folgt: Frieden und Harmonie zu schaffen, in der Bevölkerung, mit unseren Nachbarn und im globalen Verbund der Nationen.
Weltfrieden geht uns alle an und jeder Staat muss zuerst seine Hausaufgaben erledigen, bervor man raus gehen kann um vor den Völkern für Frieden zu werben. Wer im eigenen Land Frieden fördert und sichert, hat die moralische Pflicht und die Chance den Frieden zu exportieren. Vergessen wir niemals – Österreich ist ein kleines Land mit einer mächtigen Geschichte – eventuell der mächtigsten Geschichte der Welt. Lange Zeit galt Österreich als die Insel der Seligen. Heute müssen wir täglich darum kämpfen – heute sind wir ein Teil Europas und manche möchten Österreich schon als Projekt sehen. Es geht aber nicht darum uns in die gute alte Zeit zurückzujammern – die goldenen 80er und 90er Jahre zu verherrlichen – es geht darum auf die goldenen Zeiten aufzubauen und anzuknüpfen, Österreich wieder mehr Gewicht im internationalen Geschäft zu organisieren. Das ist die wahre nationale Aufgabe unseres Staates, das ist unsere Identität, dass wir im Konzert der Nationen nicht die erste Geige spielen müssen, sondern dem harmonischen Geschehen den Rücken stärken, den Weg ebnen, als markanter, felsenfester und unbeugsamer Wegweiser zum Weltfrieden, das ist Österreich.

In diesem Sinne sei der frisch gebackenen Superpraktikantin viel Glück beschieden auf ihrem Weg in die Politik. Hoffen wir alle, dass sie ihrer Aufgabe gewachsen und sich ihre Verantwortung bewusst ist. Ob sie uns das Geheimnis lüftet, wie Politik in unserem Land tatsächlich passiert, oder ob sie als Trägerin des Staatsgeheimnisses Teil der österreichischen Politik wird - bleibt spannend. Wie auch immer sie sich entscheidet – die Vermutung liegt nahe, dass man ihr in einer Woche kaum einen echten Einblick ins Räderwerk der Macht gewährt und die Gefahr ist groß, dass am Ende des Tages Reez Wollner als weiteres Celebrity nur ein Fressen für den Boulevard wird. Davor gilt es sich zu hüten, das Politik nicht zur reinen Unterhaltung mutiert und wir im Trubel die Chancen verkennen.

Es ist eine Gratwanderung, die Josef Pröll beschritten hat – für Politik zu begeistern und dabei nicht ins Showbusiness abzugleiten. Was ich gestern erlebt habe, hat mir gefallen - am gestrigen Abend haben Josef Pröll und alle anderen die Aufgabe bravourös gemeistert und eine Balance gefunden die Hoffnung macht. Doch wie wird es weitergehen, wenn wir realisieren, dass alles nur ein perfekter Marketingplan der VP war um Josef Prölls zukünftige Kanzlerschaft aufzubauen? Alles natürlich nicht und bei aller Vorsicht steht eines außer Streit. Die Jugendlichen alleine können Wahlen nicht entscheiden – Wahlentscheidend ist die qualitative Wechselwählergruppe, die Politik nach den Ergebnissen und ihrer Authentizität beurteilt – jene Gruppe also, die sich kein X für ein U vormachen lässt, die keinem Lagerdenken nachhängt, differenzieren kann und letztlich die Richtung der Politik bestimmt. Es ist also nicht naiv – mehr als nur eine VP Kampagne darin zu sehen und ja wir brauchen darüber hinaus aber auch dringend einen Schuss gesunder Naivität in der Politik und wir dürfen als Individuen und auch als Gesellschaft nie unsere Naivität komplett verlieren. Der Balanceakt am Hochseil hat begonnen, die neue Hoffnung für Österreich trägt superrosa.

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Montag, 18. Jänner 2010

Showdown in der Leopoldstadt


Das Voting zum Superpraktikanten ist Geschichte, die glorreichen Fünf stehen fest. Am Donnerstag, also überübermorgen stellen sie sich den finalen Showdownfragen von Josef Pröll, ATV und Heute im Platinum Vienna, in Wien Leopoldstadt. Euer Superkandidat hat immerhin den soliden 67 Platz errungen und dafür sei an dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön an alle gesagt, die der täglichen Strapaze der Stimmabgabe bis zum Schluss nicht müde wurden. Die Top 100 haben automatisch mit der Teilnahme auch eine Eintrittskarte zum heißesten Event des Jahres erworben. In drei Tagen also, schmeißt sich euer Superkandidat noch mal in Schale, ins Rennen und auf die Piste und wird alles knipsen was nicht bei drei auf den Bäumen ist – sofern mir niemand etwas von Akkreditierung und so erzählen will. Natürlich gibt es dazu auch den von euch so lang erwarteten Superfinaleshowdownbericht mit allen Schikanen, Lametta, Limonen und bunten Hüten – also dran bleiben, am Ball bleiben und täglich Blog schauen. (Bild: photocase.de)

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Freitag, 18. Dezember 2009

Österreichs Drittes Lager


Wer wenn nicht euer Superkandidat könnte besser Bescheid wissen, könnte tiefschürfender Analysen ins Bild setzten? Genau – 'that´s all folks' und deswegen wird euer Superkandidat auch niemals müde werden, Licht ins Dunkel zu bringen. Denn wie schon der Heilige Franziskus so trefflich formulierte:

"where there is discord, I may bring harmony,
that where there is error, I may bring truth"

machen wir also unsere Herzen weit und bemühen uns auch in dieser komplexen Materie um Verständnis, meinetwegen auch durchaus therapeutisches Verständnis.

Kommen wir aber zu den Wahrheiten, denn Wahrheiten sind es, die unser Land so dringend benötigt.

Niemand mehr, auch nicht die konkreten Player der beiden Parteien verstehen gerade was passiert.

Der Vergleich mit den deutschen Unionsparteien, den beiden Schwesternparteien CDU CSU ist absolut unzulässig. Ich gebe ihnen Recht, wenn man die deutsche Unionspolitik nicht sofort auf den ersten Blick durchschaut, aber vereinfacht ausgedrückt verhält es sich wie folgt:

Die CSU ist quasi die bayrische CDU Partei und kandidiert in Bayern als CSU und bundesweit gemeinsam mit der CDU als Unionspartei CDU/CSU. Dafür kandidiert die CDU nicht in Bayern und die CSU nicht in anderen Bundesländern. So ist es praktisch. Genau betrachtet gibt es da natürlich immer Grauzonen und Bruchlinien die wir aber in Summe ausklammern dürfen.

Was aber FPÖ und BZÖ aktuell abziehen ist irgendetwas undefiniertes Blödes. Weil das was gerade in Kärnten passiert zwischen Scheuch und Strache ist bezeichnend und legt offenkundig klar, dass diese zwei Personen niemals verstanden haben wie die Unionspolitik beim Nachbarn funktioniert. Ich gehe sogar soweit, dass sie es auch niemals in Zukunft verstehen werden. Die Blödheit ist ihnen quasi in Gesicht gestempelt. Andere aber, besonders beim BZÖ haben es immer schon verstanden. Allen voran Jörg Haider, der genau dieses Modell wollte. Haider war ja auch für einen Freistaat Kärnten nach Vorbild der Bayern und für einen Zusammenschluss, bzw. einen geometrisch-kulturellen Schulterschluss mit der Schweiz. DAS alles wäre möglich gewesen, auch noch als EU Mitglied, wenn es nur verstanden worden wäre.

Ob Scheuch und Strache jemals irgendetwas politisch Hochstehendes verstehen werden ist meiner Meinung nach ausgeschlossen.

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Mittwoch, 16. Dezember 2009

Wenn der Wind sich dreht…


Euer Superkandidat hat es in Round No.2 des Superpraktikanten geschafft. Das ist auch gut und richtig so. Dafür haben wir alle schwer gekämpft in den letzten Wochen und dafür habt ihr auch alle meine Danksagungen und Geschenke in rauen Mengen erhalten. Doch leider muss ich jetzt feststellen, dass in Round No.2 nun nichts mehr ist wie es vorher einmal war. Unsere liebe Barbara Toth zum Beispiel, die Langzeitführende aus Runde Eins hat sich bereits aus dem Wettbewerb verabschiedet. Bisher habe ich aber noch keinerlei Stellungnahme von ihr bekommen. Selbstverständlich bleiben wir da am Ball und halten euch am Laufenden. Meine Geheimdienstinformanten haben mir allerdings bereits einige hochbrisante Details skizziert, die ich hier nun einfach mal so ausplaudere. Denn so wie viele es vermuten ist es gar nicht. Nein, meine lieben Freunde – diesmal steckt nicht wie sonst immer der Mossad dahinter. Auch die Mafia darf ausgeschlossen werden. Ein wenig unangenehm ist es mir schon, aber es bleibt eben meine oberste demokratische Pflicht – denn eines dürfen wir nicht. Eines dürfen wir auf keinen Fall zulassen: Wir dürfen uns unter keinen Umständen, auf keinen Fall etwas gefallen lassen!

Denn wie ich immer sage, wir sind das Volk und wir sind der Staat und wir sind die Konsumenten und wir sind die Fahrgäste und wir sind die Zaungäste und wir sind die Rezipienten und auch als Publikum sind wir noch lange keine Deppen.

Aber genug um die heiße Suppe gelöffelt. Dann wenn die Schose erstmal gelaufen ist, dann wenn längst schon kein Hahn mehr nach dem Superpraktikanten kräht wird man sich eventuell andere Fragestellungen einfallen lassen müssen, aber bis dahin gilt ja die Unschuldsvermutung.
Also laut meinen Geheimdienstinformationen haben wieder einmal die Illuminaten zugeschlagen. Offensichtlich will nach dem peinlichen Untersuchungsausschuss in Sachen Spitzelaffäre Niemand im Parlament, außer Peter Pilz – der aber nach meinen Informationen nicht zum Kreis der Illuminaten zu rechnen ist, einen ungebeugten Bürger zum Superpraktikanten haben. Es soll nicht herumgeschnüffelt werden. Deswegen wäre es ja auch absurd und ein himmelschreiender Widerspruch, wenn alle außer Peter Pilz und die Zweite Republik plötzlich von heute auf morgen den Illuminatenorden beitreten. Vergessen wir auch nicht die Kasachische Unterwanderung bei den Blauen. Es scheint nun alles auf einem Schulterschluss im Gemenge hinzudeuten. Sozusagen pflegt der Orden eine durchaus gängige Praxis, den Superpraktikanten aus den eigenen Kreisen zu rekrutieren – nur um auf Nummer Sicher zu gehen.

...na dann gute Nacht liebe Pallas Athene.

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Montag, 14. Dezember 2009

Audimaxismus: Reiche Eltern für alle!











- Bilder zum vergrössern anklicken -

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Sonntag, 06. Dezember 2009

Was von Lenin übrig blieb


Viele irrten oft in der Vergangenheit. Viele irren auch heute. Viele werden sich morgen noch irren und Dinge glauben die Wenige um viel Geld verkauft haben. Trotzdem sollten wir Wladimir Iljitsch Uljanow oder besser bekannt als Lenin nicht wie bisher als Systemrevolutionär archivieren. Heute sollten wir Lenin als Evolutionspolitiker begreifen. China zeigt der Welt, wie ein bereits für tot erklärtes System trotzdem weiter überlebt und wie Sozialismus in Zeiten der Krise funktioniert. Mao´s Erben sind gemeinsam mit dem Freiluftmuseum Kuba die letzte Brücke des Sozialismus in die Zukunft. Die Krise hat uns gezeigt, wie schnell es für Banken gehen kann, zurück an Vater Staat zu fallen. Bedenken wir gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit, wer der Staat eigentlich ist und ob es noch der selbe Staat ist den wir als Kinder kannten. Vergessen wir nie: der Staat sind wir. Wie kann man nun aber einem Kind, Sozialismus erklären? Nehmen wir z.b. den heiligen Nikolo. Der Nikolo bringt allen braven Kindern ein Geschenk. Der Nikolo verfährt der Überlieferung nach, analog dem Gleichnis der anvertrauten Talente aus dem Matthäus und Lukasevangelium. Jedes Kind kennt ja die Geschichte von dem Herrn der auf Reisen geht und seinen Dienern seine Talente anvertraut. Bei seiner Rückkehr verlangt er Rechenschafft. So macht es auch jedes Jahr der Nikolo. Der Letzte im Gleichnis ist Sozialist.

Der Grundsatz lautet: "Wer hat, dem wird gegeben werden; wer nicht hat, dem wird genommen werden."

p.s.: Ob aber Mao und/oder Lenin in dem Gleichnis die Letzten wären, wird in Fachkreisen kontrovers diskutiert.

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Donnerstag, 03. Dezember 2009


Die Antwort


Euer Superkandidat hat mittlerweile Platz 42 für Euch hart erkämpft. Viele Millionen Emails und einige Milliarden Telefonate waren notwendig um nun über die 500 Votes Schwelle zu schießen. Ich bin sehr stolz auf Euch - auf Euch alle! Vielen herzlichen Dank für diese massive Unterstützung. Wenn wir diesen Platz halten, verteidigen und zur Festung erklären wird eurer Superkandidat auch in Runde 2 für euch kämpfen!


Gemeinsam für den Weltfrieden!

Hallelujah

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Freitag, 27. November 2009

Das Leben als Superkandidat


Schon jetzt, bevor ich noch an der Seite des Finanzministers unser Land wieder auf geordnete Bahnen und goldene Wege führe, steht mein Leben Kopf. Immer und überall wollen mir nun alle Leute mitteilen – wie wichtig es ist, für unser geliebtes Österreich, dass gerade ich gewinne. Dass gerade ich Superpraktikant werde. Und ich antworte den Menschen die mir jetzt so zahlreich ihre Sorgen erzählen, wie ich immer antworte – ja freilich werde ich mein Bestes geben. Ich bin hier um den Weltfrieden zu sichern – und alles passiert wie ich es sage, selbstredend noch zu betonen, daß ich mir dabei von Niemand gutgemeinte Ratschläge geben lasse. Ich bin im Auftrag des Herrn unterwegs und jetzt geht´s um alles, die Zukunft des Landes, die Zukunft der Welt und die Zukunft der Österreichische Fußballnationalmannschaft. Alles hat dabei selbengleichen Stellenwert. Gerade jetzt wo wir so knapp vorm Weltuntergang stehen und wo beinahe schon täglich irgendwelche halbverrückten Lausbuben und auch garstigen Schulmädchen in den Schulen Amok laufen. Immer bekommen sie von irgendwo eine Schusswaffe daher und ballern dann einfach drauf los, dass nur das Blut so durch die Schulgänge spritzt. Dann wenn die Särge auf den hiesigen Friedhöfen, einer schön neben dem anderen, aufgereiht stehen um selbige mit haufenweise Blumen und schönen Kerzen zu schmücken, dann - ja dann sind alle immer sehr traurig und die Bilder gehen ein paar Tage um die Welt und alle sind wie immer entsetzlich schockiert. Wenn sich dann alles wieder beruhigt hat, geht alles wieder wie gewohnt unverändert weiter. Bis die nächsten Lausbuben und garstigen Schulmädchen die nächsten Schusswaffen in die Finger bekommen und wieder wahllos unschuldige Schulkollegen und innen in den Kopf schießen, dass das Blut nur so durch die Gänge spritzt und Gehirne an den Wänden kleben. Ich finde diese Entwicklung ja eher bedenklich. Immer so zu tun als ob das irgendwelche extrem entartete Einzelfälle sind. Ich kenne z.b. sehr viele Leute mittlerweile, die nur aus dem Grund nicht mehr U-Bahn fahren, weil sie Angst vor einem Amokläufer haben oder einem Junkie der sie am Bahnsteig auf die Gleise schubst. Fahren Sie doch mal U-Bahn in Wien und bewerten sie ganz objektiv die Stimmung in so einem Zug. Sie werden ebenfalls feststellen, die Stimmung könnte oft besser sein. Also Amokläufer sind sicher kein rein schulinternes Problem und obwohl es vielen Eltern gleichgültig ist, wenn sich ihr Kind tagelang im Kinderzimmer einsperrt und Computerballerspiele spielt, sind sie trotzdem immer wahnsinnig entsetzt wenn ihr eigenes Kind zum Amokläufer wird. Oft kennen Eltern ihre Kinder gar nicht wirklich. Da bekommt eine Mutter Kinder und arbeitet rund um die Uhr weiter – gibt die Kinder zu Nannys, nur damit eben kein Schaden in der Pensionsberechnung stattfindet, weil einmal in Karenz – ist der Traumjob weg. Das ist selbst im Hohen Haus so und schafft einen wahnsinnigen Leidensdruck für die Frauen, da sie die schönste Zeit mit den Kindern einfach für immer verloren haben. Aber lassen wir das, seit Hr. Schüssel die Pensionen gesichert hat, weiß keiner mehr so genau, wie das mit den Pensionen weitergehen soll. Aber zurück zu Österreich und den Weltfrieden. Da gibt es kein Oben und kein Unten nicht. Beides ist zentral miteinander verbunden. Geht es Österreich gut, geht es dem Weltfrieden gut. So war das schon immer. Früher, wenn wir weit zurückdenken, noch weiter zurückdenken, damals vor dem ersten Weltkrieg, als ein gewisser Herr Hitler versucht hat in Wien Künstler zu werden. Das ist ja global ganzheitlich historisch betrachtet die eigentliche Schlüsselgeschichte in der Geschichte des Weltfriedens. Damals hat alles begonnen. Hätte man ihn doch bloß Künstler werden lassen. Aber Wien hatte schon immer eine eigene sehr elitäre, undurchschaubare Definition davon, wer in diesem Land Künstler werden darf und wer nicht. Auch der darauf folgende erste Weltkrieg und die spanische Grippe konnten den Herrn Hitler nicht mehr stoppen. Es schien damals fast so, als ob diese Demütigung, nicht Künstler werden zu dürfen ihm einen Freibrief des Schicksals bescherte – auf das die ganze Welt auf ewig sich dieser Schmach erinnern soll. Und Hand auf´s Herz liebe Österreicher und rinnen:


Es ist eben verdammt hart in Österreich Künstler zu werden.

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Samstag, 21. November 2009

Arbeit gibt es genug


Doch nicht jede Arbeit wird entlohnt. Warum?
Weil nicht jede Arbeit Gewinn bringt.


Als Superpraktikant werde ich natürlich mit einem Themenkatalog die einwöchige Reise in die Politik antreten. Themen gibt es ja Gott sei Dank wie Sand am Meer. Das Entscheidende ist aber, wie man die Themen reiht – also braucht man eine Prioritätenliste. Die eigentliche Kunst der Politik ist ja nicht nur das Lösen hochkomplexer Probleme, wie z.b. der Semmering Basistunnel. Es besteht v.a. auch in der Kunst Entscheidungen zu treffen und Prioritäten zu setzen. Das ist natürlich schwierig, weil es ja um ein ganzes Land geht und jede Gruppe ihre eigene Prioritätenliste im Kopf hat. Ein Regierungsprogramm ist somit vereinfacht ausgedrückt eine Prioritätenliste, was in einer Legislaturperiode umgesetzt, realisiert werden soll. Mit ziemlicher Sicherheit steht vom Superpraktikant nichts im Regierungsprogramm. Wir sehen also, die Zeit in der wir leben ist immer fließend und jeder gute 5 Jahresplan wird nie eins zu eins umgesetzt. Das geht auch gar nicht, weil wir ja keine Roboter oder Maschinen sind und auch nicht die Zukunft vorhersehen können. Als das Jahrhunderthochwasser 2002 Österreich in einen Sumpf verwandelte, hat man schnell reagieren müssen. Niemand konnte damals hergehen und sagen: „Das steht aber so nicht im Regierungsprogramm.“ Die Weltwirtschaftskrise steht aber mit Sicherheit im aktuellen Regierungsprogramm. Doch zurück zur Prioritätenliste. Die Überschrift jeder Prioritätenliste lautet immer:

Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst die niemand kann.

Wir brauchen also eine Prioritätenliste. Ehrlich gesagt, hab ich z.b. zum Semmering Basistunnel noch keine Meinung gefunden. Ist das gscheit, oder nicht? Wo genau liegen die Gefahren und Risken, wo liegt der Benefit? Eventuell wäre es nicht unklug, eine breite Diskussion darüber vom Zaun zu brechen, die Leute aufklären und dann eine Volksabstimmung durchzuführen, bevor man ernsthaft mit den Bauarbeiten beginnt. Und wo würde man jetzt eine Volksabstimmung zum Thema Semmeringbasistunnel in der Prioritätenliste reihen wenn wir sie gleichzeitig dem Thema Österreichische Bildungsreform gegenüberstellen? Weil Hand auf´s Herz liebe Leute, wir brauchen schon mehr als eine einmalige Abspeisung für die Unis. Wir brauchen den großen Wurf in der Bildungsfrage. Zurzeit sieht die Lage wie folgt aus. Wir haben eine große Baustelle, die Unis sollten in eine quasi Light Version der Fachhochschule umgebaut werden und jetzt ist die Österreichische Universität weder Fisch noch Fleisch. Was tun wir jetzt?

Schon melden sich die Kindergärtnerinnen, dass dort auch alles schief läuft – seit Jahrzehnten. Wenn wir dann noch von den Schulen reden, na dann gute Nacht. Wir sehen also wir haben einen gewaltigen Reformbedarf in Sachen Bildung. Da brauchen wir jetzt die richtige Lösung und weder die ideologisierte sozialdemokratische Gesamtschule, noch die neoliberale Leistungsschmiede, wo am Ende gut ausgebildete Roboter produziert werden. Die richtige Lösung ist sicherlich, dass wir gut durchdachte Modelle (vergessen wir auch nicht das Modell Einbildung - denn auch Einbildung ist eine Bildung) vorstellen und die Gesamtbevölkerung darüber abstimmen lassen, welchen Bildungsweg sie in Zukunft gehen wollen – das ist Demokratie.

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Dienstag, 17. November 2009

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Bitte klicke hier um deine Stimme abzugeben
Du darfst jeden Tag einmal abstimmen


Warum Du mich wählen sollst, ist leicht erklärt:


Der richtige Mann geht nicht in die Politik um Karriere zu machen, nein, nein - das wäre viel zu profan und geistlos. Der richtige Mann geht auch nicht in die Politik um nach Macht und Geld zu streben, nein, nein - das wäre viel zu platt und schal. Der richtige Mann geht auch nicht in die Politik um Krieg zu spielen, nein, nein - das wäre viel zu absurd und unrühmlich.

Der richtige Mann geht in die Politik um die Welt zu verändern
und kämpft täglich für den Weltfrieden.

All das und noch vieles mehr werde ich auf meiner einwöchigen Reise in die Politik überprüfen. Ob die auch alle hier richtig sind, oder ob es die eine oder andere Verirrung gibt in der Berufswahl einzelner Politiker des Hohen Haus. Und dabei werde ich nicht nur unserem Finanzminister auf den Zahn fühlen, sondern der gesamten Regierung und Opposition. Ich werde ihnen die Wadln viere richtn und ordentlich die Leviten lesen. Täglich in der Früh, nach der Morgenmeditation werde ich die gesamte Regierung vorsorglich gemeinsam mit der Opposition gründlich auspeitschen - als gutes altes Hausmittel im Sinne einer guten und effizienten Zusammenarbeit. Danach werde ich mit der Regierung die Opposition auspeitschen. Wenn dann noch einer frech ist und/oder aufmüpfig, bekommt derjenige noch a gsunde Watschn nachgschobn! Wer lacht, bekommt auch gleich ane betoniert. Dann wird gearbeitet – ihr bekommt von alledem hier einen Exklusivbericht. Zu Mittag wird eine ordentliche Mahlzeit eingenommen und dabei werde ich penibel darauf achten, dass alle gesund essen und sich keiner zum Mc Donalds verdrückt. In der Woche wo ich Josef Pröll begleite, werde ich sofern unsere Geschäfte im Hohen Haus stattfinden allen Parlamentariern ihre Zeitungen wegnehmen. Wer es trotzdem wagt, während einer Plenarsitzung Zeitung zu lesen, Nase zu bohren oder Youtube Videos zu schauen, wird mit dem guten alten Rohrstaberl gezüchtigt und bekommt gscheit was auf die Finger. Wenn am Abend die Arbeitsleistung der Regierung und der Parlamentarier halbwegs manierlich war, werde ich allen und v.a. allen voran Josef Pröll die Mass gscheit anfüllen. Nach ein bis zwei Mass beginnt dann meine eigentliche Arbeit. Überzeugungsarbeit für die Notwendigkeit einer gesunden Demokratie und Volkswirtschaft.

Das Fundament der Demokratie ist die freie Bildung.

Josef Pröll soll mir dann mal ehrlich erklären, wieso in den 70ern der Bildungsetat bei 5-7% des BIPs liegen konnte und wir uns in aller Selbstverständlichkeit den freien und barrierefreien Hochschulzugang leisten konnten und warum das heute nicht mehr funktionieren soll. Heute liegt das Budget für die Universitäten bei 1,3% des BIPs und soll lt. EU Vorgabe ab 2011 – 2020 auf 2% angehoben werden. Das soll mir mal jemand erklären. Wenn dann wieder herumgeschwindelt wird, sehe ich mich gezwungen ein für allemal die Infiltration der Illuminaten im Österreichischen Parlamentarismus aufzudecken.


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