And the Oscar goes to …
Das ganz große Kino, lebt in Hollywood vom Verzicht auf ein Happy End. Vom Winde verweht, Casablanca und Titanic sind nur die Spitze des Eisbergs. Wenn man Menschen mit einem Film das Herz bricht, dann sind sie erst wirklich glücklich. Das Happy End ist schon auch großes Kino – nur eben nicht der letzte große Mythos. Wie wir alle wissen, ist die größte Geschichte aller Zeiten, über den komischsten Menschen den die Welt je gesehen hat, auch kein Happy End geworden. Der Mann in Sandalen und langen Haaren, hat nicht den Weltfrieden gebracht, hat vergessen den Tempel wieder aufzubauen, pfeift auf ein Comeback und macht lieber ausgedehnte Ferien. Diesen äußerst unbefriedigenden Zustand hat Hollywood aufgegriffen und liefert aus den Traumfabriken Happy Ends am Fließband in die Kinosäle, als Kompensation für die Nichterlösung der spießbürgerlichen Mittelstandsgesellschaft. Die Juden regieren Hollywood, das wussten schon unsere Großeltern und Juden lieben Happy Ends, weil sie in der Wirklichkeit mit der gemeinen Unterstellung leben müssen, die Welt zu regieren, beinahe der Ausrottung anheim fielen und früher auch noch mit Andichtungen leben mussten, sie würden Brunnen vergiften, oder wie die Jonas Geschichte zeigte, Unheil bringen. Deswegen wurde Jonas ins Meer gestoßen, von einem Wal verschluckt und wieder an Land gespuckt um weiter zu predigen. An dieser Stelle beginnt die Geschichte wieder von vorn: Jona erhält noch einmal denselben Auftrag wie zu Beginn, und diesmal geht er tatsächlich nach Ninive, um dort zu verkündigen, dass nur noch vierzig Tage bis zur Zerstörung der Stadt bleiben. Anders als Jack Dawson am Ende des Films in die Tiefen des Atlantiks sinkt und Rose nur noch nachwinken kann. Doch dann kommt das Licht, dasselbe Licht, das Jack und Elwood Blues sahen und daraufhin die Band wieder zusammenzuführen. Jack Dawson wird wie Jonas von einem Wal verschluckt und an Land gespuckt. Im Unterschied zu Jonas, der nur drei Tage im Bauch des Wals zubringen musste, dauerte Jacks Aufenthalt im Wal etwas länger, von 1912 bis in die 1950er Jahre. Aus Jack wurde Frank und aus Rose wurde April. Sie sind verheiratet und die Geschichte beginnt wo der normale Hollywoodfilm endet. Grandios spielen sich beide abwechselnd an die Wand und drehen dem Publikum meisterlich den Magen um. Ein perfektes, neurotisches Spießbürgerdrama, mit einem großen Traum zu Beginn, einer Frau die alles dafür geben will, ihrem Mann seine Träume zu ermöglichen und Frank, der eigentlich immer alles richtig macht und nur eines will: das Leben spüren. Am Ende winkt nun Frank seiner April nach und das Nullsummenspiel ist vollbracht. Das Filmtraumpaar Hollywoods, durfte in zwei Filmen den Menschen die Herzen brechen und das Hohelied des Scheiterns als die einzig wahre Flamme der Liebe auf die Kinoleinwände tapezieren. Gestern also, habe ich diese Kinotapete studiert und noch nie hat mich ein Film mehr aufgewühlt, noch nie hat mich ein Film mehr betroffen und im Innersten erschüttert, wie 'Zeiten des Aufruhrs'.
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