Montag, 04. Jänner 2010

Avatar - Aufbruch nach Pandora


Zu diesem Film gibt’s eigentlich nur eines zu sagen: Ansehen! in 3D – am besten noch heute – warten sie erst gar nicht auf morgen. Spätestens auf Pandora sind wir im neuen 3D Zeitalter angekommen. Mit guten Grund hab ich mir diesen Film für´s neue Jahr aufgehoben - Neuland auf allen Fronten. Atemberaubender New Age Glamour und neue Dimensionen im Motion Capture Verfahren vereinen sich ohne dass dabei die Geschichte auf der Strecke bleibt. James Cameron ist ein perfekter Balanceakt geglückt. Trotz überwältigender Visualität gelingt es, ein klassisches Liebesmotiv grandios in alte Indianerphilosophie einzuweben. Damit nicht genug wählt Cameron auch noch eine semantische Fusion auf der Metaebene. Die Idee des Avatars entstammt dem Hinduismus und der Planetenname Pandora ist der griechischen Mythologie entlehnt. Pandora war die erste Frau auf Erden und gilt als die alternative Legende zur althergebrachten Sündenfall Überlieferung der Tora. Hinduismus, Griechische Mythologie und Indianerkult vereint im Kampf gegen die Kriegsherrschaft der Himmelsmenschen, die nur eines kennen: Macht euch das Universum untertan, nehmt euch was ihr kriegen könnt. Alles in ehrlicher Opposition zum umstrittenen Bibelvers aus dem Alten Testament – 1. Mose 28: „Macht euch die Erde untertan.“

Jake als Namen des Helden ist auch nicht zufällig gewählt - 2010 ist ein Heiliges Compostelanisches Jahr, das begangen wird, wenn der Festtag des Hl. Jakobus (25. Juli) auf einen Sonntag fällt.

Fazit: Gut ausbalanciert dürfen wir Avatar – Aufbruch nach Pandora als einen klassischen Aufruf zur Umkehr, Besinnung und Rückkehr zu Mutter Natur deuten. Für eine Verschwörungspolitische Perspektive im Sinne der Ostküsten Anklage, gibt es insgesamt zuwenig Indizien. Eine farbenfrohe Anklage des Amerikanischen Imperialismus weht dafür hoch im Wind und soll uns gerade im Zeichen der anhaltenden verhaltenen USamerikanischen Klimawandelpolitik, zu denken geben. Irgendwie so: „Yes we can – but wollen solln ma´s schon auch a bissl.“

Nach Titanic, setzt sich Cameron hiermit ein weiteres Denkmal.


Bewertung: * * * * * * *


(Bild: © fox.com)

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Dienstag, 24. November 2009

New Moon



Am Sonntag war ich wieder einmal im Kino (natürlich inkognito), Premiere der Twilight Fortsetzung als Doublefeature im Cineplex Wien – Reichsbrücke. Also beide Teile und somit 5 Stunden Kino hocken. Ganz freiwillig war das natürlich nicht, da ich den ersten Teil schon eher mühsam fand. Meine weibliche Fangemeinde und gleichzeitigen Vorsitzenden des Superpraktikantenkoordinationsteams stellten mir aber nach dem Kino einen Besuch im Irish Pub in Aussicht. Ich konnte mich also nach dem Kino gscheit volllaufen lassen und wurde heimchauffiert. Da konnte ich unschwer nicht nein sagen. Trotzdem war´s mühsam, obwohl beim zweiten Mal anschauen des ersten Teils, so einige Details auffielen, die mir beim ersten Mal entgangen sind. Bella z.b. steht am Beginn des ersten Teils mit einem Kaktus irgendwo in der Wüste. Den Kaktus hab ich erst am Sonntag gesehen. Im zweiten Teil verwandeln sich die Indianerburschen aus dem ersten Teil in Werwölfe. Das wurde technisch tadellos in Szene gesetzt. Die Handlung gewinnt aber nicht wirklich dadurch, dass nun Werwölfe und Vampire die hübsche Bella beschützen wollen. Bellas Vampirfreund Edward hat jedenfalls ziemlich die Schnauze voll und reist nach Italien, obwohl er in einer Szene in Rio de Janeiro in einem Hotelzimmer steht. Er will sich in Volterra, einem malerischen Ort in der Toskana, den Menschen zeigen damit sie ihm mit silbernen Kugeln erschießen und Holzbalken durchs Herz stoßen. Bella rettet ihn aber gerade noch rechtzeitig - in allerletzter Sekunde. Dann wollen ihn die ortsansässigen Vampire töten und Bella soll auch getötet oder in einen Vampir verwandelt werden. Irgendwie kommen sie aber heil aus diesem Handgemenge und dann gibt´s noch eine Eifersuchtsszene im Wald mit dem Indianerburschen der eigentlich ein Werwolf ist. Bella gelingt es aber mit viel diplomatischem Geschick alle heil aus dieser brenzligen Situation zu retten. Dann will sie ein Vampir werden und der Werwolf ist aber dagegen. Also wird bei den Vampiren daheim basisdemokratisch abgestimmt. Bella gewinnt die Wahl und Edward ist bissl enttäuscht. Am Ende des Films macht Edward Bella einen Heiratsantrag.

Fazit: Insgesamt ein eher bemühter und extraschmalziger Sagenklamauk mit durchaus brauchbaren technischen Effekten. Kindern, Jugendlichen und Schwangeren ist der Konsum des Films allerdings dringenst abzuraten. Das Buch soll angeblich besser sein, aber das sagen sie ja immer - die Bücherkinoleute, um ihre intellektuelle Überlegenheit im Cinemascopuniversum zu unterstreichen. Ich les ja generell keine Bücher mehr die auf die Leinwand tapeziert werden - umgekehrt aber auch nicht.


Bewertung: * *


(Bild: © warnerbros.com)

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Donnerstag, 06. August 2009

Die Stadt der Blinden

Gestern waren wir in der Videothek und haben uns einen Film ausgeliehen. Seine Weltpremiere lieferte „Die Stadt der Blinden“ als Eröffnungsfilm in Cannes am 14. Mai 2008 ab. Eine Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Literatur Nobelpreisträger José Saramago. Die Handlung: In einer nicht genannten Stadt erblinden Menschen urplötzlich und ohne äußere Anzeichen einer Erkrankung. Aus Angst vor einer Epidemie lässt die Regierung die Infizierten in einer leerstehenden psychiatrischen Anstalt unterbringen und unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen bewachen. Als die ganze Stadt bereits erblindet ist, kann nur noch die Frau des Augenarztes sehen und wird zur Anführerin einer Gruppe Blinder im Kampf ums Überleben. Lange galt das Buch als unverfilmbar und José Saramago verweigerte sich strikt einer Verfilmung. Im Wettbewerb um die Goldene Palme blieb der Film letztes Jahr hinter den Erwartungen und ging leer aus. Streckenweise sind wackelige Handlungsmuster aus dem Genre Zombiefilm erkennbar und der sozialkritische Sprengstoff wurde einfach zum zünden vergessen. José Saramago allerdings zeigte sich beglückt und bewegt, als er Blindness, bei den Filmfestival in Cannes, zum ersten Mal sah: «Ich bin über den Film genauso glücklich wie damals beim Schreiben des Buches.» Der Film wurde in Toronto, in Guelph (Ontario), in Montevideo und in São Paulo gedreht.

Bewertung: * * *

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Donnerstag, 14. Mai 2009

C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben

Wo waren Sie in den Neunzigern ? Wenn Sie sich nicht mehr erinnern können, gehen Sie doch einfach ins Kino. C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben spielt derzeit z.b. noch im Künstlerhaus (Wien), dem ich gestern einen Kinobesuch abstattete, um heute wieder mal in der Kategorie Filmkritik zu bloggen. Eine fünfköpfige Familie gibt in einem Zeitraum von 12 Jahren – von 1988 bis 2000, an fünf Tagen, Einblicke in den französischen Familienalltag. Willkommen in den 90ern! Die Neunziger waren dominiert vom Retrochic der Siebziger, vermischt mit dem bevorstehenden Millenniumswahn. Die Neunziger waren in Frankreich die Wachablöse von Mitterrand zu Chirac – von Sozialistisch zu Konservativ. Genau in diesem Spannungsbogen bewegt sich die Familie Duval auf unterschiedlichen Ebenen. Die erste Ebene ist die Erkenntnis, dass wir alle älter werden – eigentlich nichts wirklich neues. Die zweite Ebene bedient streckenweise Klischees der damit verbundenen Probleme, vermischt mit den Problemen des Erwachsenwerdens und des Familienlebens. Die dritte Ebene nimmt wohl jeder anders wahr. Man könnte natürlich munkeln, die Linke in Frankreich versucht mit dieser Persiflage einer französischen Durchschnittsfamilie, für die neuen Herausforderung in der Familienpolitik zu sensibilisieren. Man könnte auch meinen, man weint den guten alten sozialistischen Zeiten nach. Typisch französisch ist der Film auf alle Fälle, die schauspielerische Leistung sehenswert und der Soundtrack auch nicht von schlechten Eltern.

Bewertung: * * *

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Samstag, 21. Februar 2009

Die Fortsetzung

And the Oscar goes to …

Das ganz große Kino, lebt in Hollywood vom Verzicht auf ein Happy End. Vom Winde verweht, Casablanca und Titanic sind nur die Spitze des Eisbergs. Wenn man Menschen mit einem Film das Herz bricht, dann sind sie erst wirklich glücklich. Das Happy End ist schon auch großes Kino – nur eben nicht der letzte große Mythos. Wie wir alle wissen, ist die größte Geschichte aller Zeiten, über den komischsten Menschen den die Welt je gesehen hat, auch kein Happy End geworden. Der Mann in Sandalen und langen Haaren, hat nicht den Weltfrieden gebracht, hat vergessen den Tempel wieder aufzubauen, pfeift auf ein Comeback und macht lieber ausgedehnte Ferien. Diesen äußerst unbefriedigenden Zustand hat Hollywood aufgegriffen und liefert aus den Traumfabriken Happy Ends am Fließband in die Kinosäle, als Kompensation für die Nichterlösung der spießbürgerlichen Mittelstandsgesellschaft. Die Juden regieren Hollywood, das wussten schon unsere Großeltern und Juden lieben Happy Ends, weil sie in der Wirklichkeit mit der gemeinen Unterstellung leben müssen, die Welt zu regieren, beinahe der Ausrottung anheim fielen und früher auch noch mit Andichtungen leben mussten, sie würden Brunnen vergiften, oder wie die Jonas Geschichte zeigte, Unheil bringen. Deswegen wurde Jonas ins Meer gestoßen, von einem Wal verschluckt und wieder an Land gespuckt um weiter zu predigen. An dieser Stelle beginnt die Geschichte wieder von vorn: Jona erhält noch einmal denselben Auftrag wie zu Beginn, und diesmal geht er tatsächlich nach Ninive, um dort zu verkündigen, dass nur noch vierzig Tage bis zur Zerstörung der Stadt bleiben. Anders als Jack Dawson am Ende des Films in die Tiefen des Atlantiks sinkt und Rose nur noch nachwinken kann. Doch dann kommt das Licht, dasselbe Licht, das Jack und Elwood Blues sahen und daraufhin die Band wieder zusammenzuführen. Jack Dawson wird wie Jonas von einem Wal verschluckt und an Land gespuckt. Im Unterschied zu Jonas, der nur drei Tage im Bauch des Wals zubringen musste, dauerte Jacks Aufenthalt im Wal etwas länger, von 1912 bis in die 1950er Jahre. Aus Jack wurde Frank und aus Rose wurde April. Sie sind verheiratet und die Geschichte beginnt wo der normale Hollywoodfilm endet. Grandios spielen sich beide abwechselnd an die Wand und drehen dem Publikum meisterlich den Magen um. Ein perfektes, neurotisches Spießbürgerdrama, mit einem großen Traum zu Beginn, einer Frau die alles dafür geben will, ihrem Mann seine Träume zu ermöglichen und Frank, der eigentlich immer alles richtig macht und nur eines will: das Leben spüren. Am Ende winkt nun Frank seiner April nach und das Nullsummenspiel ist vollbracht. Das Filmtraumpaar Hollywoods, durfte in zwei Filmen den Menschen die Herzen brechen und das Hohelied des Scheiterns als die einzig wahre Flamme der Liebe auf die Kinoleinwände tapezieren. Gestern also, habe ich diese Kinotapete studiert und noch nie hat mich ein Film mehr aufgewühlt, noch nie hat mich ein Film mehr betroffen und im Innersten erschüttert, wie 'Zeiten des Aufruhrs'.

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Mittwoch, 27. August 2008

The Dark Knight

Gestern hab ich mir also den neuen Batman angesehen. Und was gebetsmühlenartig gepredigt wird kann ich nur bestätigen: Heath Ledger hat eine oscarreife Leistung dargeboten: vom Feinsten. Der Film jedoch blieb unter meinen Erwartungen. Langatmig, viel zu lange, holprige Handlungsstränge und streckenweise mühsame Kameraführung erschweren das Kinoerlebnis. Ich habe Leute beobachtet die während des Films das Handy aufgedreht haben und weiß der Kuckuck was damit gemacht haben – abgesehen vom elendigen Rascheln der Chipstüte. Zuviel Knallbummszeugs konnten Christopher Nolans Erstlingswerk, das bei weiten tiefschürfender und philosophischer war, nicht topen. Dafür gab es einiges an richtig guten Comic zu sehen und den besten Joker, ever. Fazit: Zweitbeste Batmanverfilmung aller Zeiten.

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