Montag, 01. März 2010

Das war Vancouver 2010


Ein Inukshuk wird von den Inuit (kanadische Eskimos) als ein Gegenstand verstanden, der anstelle eines Menschen Aufgaben übernehmen kann. Wörtlich übersetzt bedeutet es „gleich einem Menschen“ und dem Logo der XXI. Olympischen Winterspiele wurde der Name Ilaanaq (für Freund) zuteil. Diese Steinmännchen sind gelebter Ahnenkult und wurden in wunderbarer Vielfalt errichtet um Reisenden als Wegweiser zu dienen, waren Landmarken zum Wiederfinden von Vorratsstellen, Warnhinweise auf gefahrvolle Plätze und Erinnerungszeichen an Orten, an denen sich Ungewöhnliches ereignet hatte.

Das Steinmännchen als Logo konnte den Kontrast dieser gestern zu Ende gegangenen Spiele nicht deutlicher hervorheben. Ungewöhnliches hat sich wahrlich reichlich ereignet und jetzt wo die Spiele Geschichte sind, plagt uns wie immer die Wehmut - zu schnell ist immer alles vorbei und bevor wir noch begreifen welch magisches Feuer den Spielen immer wieder innewohnt, wird schon wieder das Mammon beschworen und Unbelehrbaren das Wort geredet. Doch einige Wenige, Wissende, Ahnende und Sehende – erlebten Spiele - olympische Spiele. Das ist der Geist Olympias, den nicht alle fassen können.

Kaum zu fassen ist der Geist Olympias derzeit in Österreichs Medien. Das Olympische Motto „Dabei sein ist alles“ wurde einfach über Bord geworfen und eine breite Front gebildet gegen die Alpine Herrenmannschaft, die zur Erinnerung: in Vancouver ohne Medaille blieb. Das ist für eine Skination wie Österreich kaum noch zu dabremsen. Obwohl den Leuten, den Menschen, das alles ziemlich egal ist. Dabei gibt’s verhältnismäßig weit größere Aufregung über die Landauf, Landab weit verstreute Hundegacki und mal ehrlich: die eine oder andere Medaille mehr, bringt uns allen auch kein ColorTV, Freibier oder a Sauhaxn mehr. Im Gegenteil, ärgert man sich irgendwie, weil wieder einmal mit zweierlei Maß gemessen wird. Die Fußballer dürfen alles, eine Niederlage wird dabei nicht selten zum Sieg geredet, der ÖFB bleibt unantastbar und dem Fußballfan bleibt nicht mal mehr ein „Dabei sein ist alles“ als Trost – denn der österreichische Fußball ist nirgendwo mehr international dabei. Deswegen stehen die Skifahrer seit Zeitengedenken unter dem doppelten Druck um unser sportliches Selbstbewusstsein zu heben. Es wird endlich Zeit diese Doppelmoral zu zerschlagen. Meiner Meinung haben die alpinen Herren alle zusammen das Große Goldene Bundesverdienstkreuz verdient. Keiner von ihnen sollte sich hier rechtfertigend vor ein Mikrofon stellen. Das haben sie alle nicht notwendig. Nicht nur hat jeder Sportler das gute Recht zu verlieren, es ist darüber hinaus auch noch überlebenswichtig für einen Sportler verlieren zu dürfen – wie soll er sonst einen Sieg schätzen lernen. Von mir aus könnte der gesamte Skisport in den Generalstreik treten, damit Österreich endlich aufwacht. Nicht der ÖSV gehört reformiert – der ÖFB bleibt der Konsum im Sportland Österreich. Als Resümee ist nun wie folgt zu bilanzieren: Österreich ist seit Vancouver mehr als nur eine Skination und Wintersport ist eben mehr als 'Zwei Brettln und a gführiger Schnee, juche!'. Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut. Und im Übrigen finde ich:

Dabei sein ist alles!