Generation Bruno

Bruno Kreisky war auch am Opernball. Doch er hatte dafür eine einleuchtende Erklärung die als legendär ihren Weg ins Archiv fand. Den genauen Wortlaut kenne ich nicht, aber sinngemäß sagte Bruno Kreisky, es sei die Strafe der Revolutionäre, dass sie später mit Orden behängt auf Bällen erscheinen müssen.
So was will das Volk hören, wenn es mit seinem Kanzler zufrieden ist. Jedes Volk schmückt seinen Herrscher gerne wie einen Christbaum, wenn die Politik auch stimmt. Bruno Kreisky aber, wenn er sich aktuell den Zustand der SPÖ vor Augen hält, rotiert bereits wie ein Propeller in seinem Grabgemach.
Jetzt kann man natürlich berechtigt einwerfen und abwinken, ja klar – die 70er Jahre waren auch die goldenen Jahre der europäischen Sozialdemokratie. Das stimmt - aber warum es immer goldene Zeiten gibt um dann wieder zu verschwinden wissen wohl nur die Götter. Bruno Kreisky allerdings war zur richtigen Zeit am richtigen Ort – und er hat uns ein wunderbares Erbe hinterlassen. Nicht die Schulden, davon rede ich nicht, denn wäre damals nicht in dem Ausmaß investiert worden hätte Österreich wohl kaum eine solch hochanständige Wohlstandsmittelschicht erarbeiten können – auf deren Lorbeeren sich nun die Sozialdemokratie ausruht. Ja, die Sozialdemokratie die nach Bruno kam war aber alles andere als ausgeruht. Heute wird die Partei nur noch von einer müden Truppe verwaltet, mehr passiert leider nicht mehr. Keine Ideen, keine Lösungen, keine Konzepte und im Endeffekt auch keine Politik mehr für die arbeitende Masse und schon gar nicht für Familien. Man spielt quasi italienisch, ist nur noch in der Defensive und damit beschäftigt keine Gegentore zu kassieren. Das wäre nicht so schlimm, wenn man das Match mit einer satten Führung über die Zeit retten will. Doch die satte Führung ist in den Jahren nach Bruno weg geschmolzen wie der Schnee in Vancouver. Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten, eine Legislaturperiode aber dauert doch entschieden länger (mit Ausnahme von Gusi I – die dauerte nur ein Äuzerl länger) und da ist es eine Zumutung weiterhin dieser politischen Unart tatenlos zusehen zu müssen. Deswegen rufe ich auf alle Erben Brunos – alle Kinder der 70er Jahre: erinnert euch an diese Zeit – es war ein großes Fest im Gange, ein lebensfrohes Heurigenschunkeln am Laufen, eine Stimmung war in diesem Land als wir das Licht der Welt erblickten, dass lässt sich kaum beschreiben. Wir sind berufen dem Treiben dieser SPÖ Narren ein Ende zu setzen. Lassen wir die Partei nicht von den Verrätern und Schaumschlägern den Bach runter treiben. Retten wir die Partei vor dem endgültigen Zerfall. Ergreifen wir die Initiative, drängen wir zu den Hebeln der Macht und jagen diese ideologisierten Linksfaschisten mit ihrer Klientelpolitik und ihren heiligen Kühen in die Wüste. Machen wir endlich wieder Politik für die Menschen im Land und beenden wir endlich diese pervertierte Züchtung von Wählerstimmen.
Wahrlich, wahrlich, liebe Generation Bruno – ich sage euch. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts gehört die SPÖ wieder uns und alle links linken Fliegenfänger dieses Landes peitschen wir dann mit nassen Handtüchern zu den Asylstellen ihrer Freunde im Ausland. - yes we can - (Bild: © Erich Sokol)
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