Das Leben als Superkandidat

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Wieder war Krieg ausgebrochen, Krieg gegen eine neue Macht. Nachdem die neuen EU Fürsten das europäische Berufsheer einführten, transformierten sich die nationalen Militärs in modulare Einheiten des Zivil und Katastrophenschutz; Grenzschutz für die Staaten mit EU Außengrenzen. Zusätzlich war Europa an seinen Außengrenzen enorm gewachsen. In Wahrheit gab es gar keine Außengrenzen mehr und obwohl bis auf einen kleinen Inselstaat im Südwesten des Pazifischen Ozeans, östlich von Papua-Neuguinea und nördlich von Neuseeland, alle Staaten der Erde der EU beigetreten waren, oder der USA, wusste davon in Wahrheit Niemand. Ebenso war Niemand bereit Argwohn gegen diese Entwicklung Vorschub zu leisten und Niemand war Anführer der neuen Macht.
Der neue Krieg Europas fand verteilt auf allen Kontinenten statt – nur eben nicht am alten Kontinent Europas. Die Bürger Europas führten ein sorgenfreies Leben und wurden mit geschönten Informationen gefüttert, so wie bei allen Kriegen. Bis zu dem Tag, der alles verändern sollte und die Wende im Krieg einläutete.
In Vaiaku, der Hauptstadt von Funafuti, einer Insel der Tuvalu, der letzten EU freien Bastion, tobte nun schon seit Jahren ein Zeitungskrieg um die Vorherrschaft im Kampf um die große Zeitungsente Maafatia.
Zeitung1 berichtete beispielsweise darüber, dass die Chinesen am Mond Schweinefarmen betreiben würden, zum Leidwesen der ortsansässigen Exilmarsianer, die den Chinesen rücksichtslose Ausbeutung der Rohstoffe vorwarfen und die Schweinefarmen für Attrappen hielten.
Daraufhin berichtete Zeitung2, dass der 250. Geburtstag Friedrich Schillers, in Marbach am Neckar in einem Eklat endete. Angeblich soll die Unterschrift von Friedrich Schiller das deutsche Austrittsansuchen (im Artikel 50 des Vertrags von Lissabon geregelt) aus der EU besiegeln.
Über Jahre mutmaßte man in Deutschland, wer den Austritt aus der EU namentlich unterschrieben hatte. Wieder war es Niemand der sich dafür verantwortlich erklärte. Die Erklärung nun, aus Tuvalu, wurde für viele Menschen eine realistische Antwort, obwohl die wahren Absichten dahinter so offensichtlich waren. Maafatia allerdings war besänftigt und Niemand, als Anführer der neuen Macht, konnte damit neue potentielle Staaten für die Sezession gewinnen.
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"Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht,
Vor dem freien Menschen erzittert nicht!"
- Friedrich Schiller -

Heute an Allerheiligen, ist die Auswahl an Heiligen beinahe schon unüberschaubar geworden. Auch wenn viele ihre eins, zwei, drei Lieblingsheiligen haben, so sind es doch in Summe eine große Schar und jeder Einzelne von ihnen lebte ein bemerkenswertes, oft unglaubliches und immer ungebeugtes Leben im felsenfesten Glauben und im Dienste unseres Herrn. Eine Figur allerdings ragt besonders aus der europäischen Geschichte hervor, deren Unverwechselbarkeit und Einzigartigkeit nicht nur dadurch gekennzeichnet war, dass es sich um eine Frau handelt die zeitlebens eine Jungfrau war, selbiges schaffen auch heute noch zahlreiche Frauen. Viel entscheidender war ihre Rolle im Hundertjährigen Krieg, als sie die englische Belagerung von Orléans, der als Schlüssel zu Südfrankreich gilt, am 8. Mai 1429 aufhob und damit die Wende des Krieges einläutete. Die Engländer zogen sich in der Folge bis zum Ende des Krieges 1453 fast völlig vom Festland wieder auf die Insel zurück, nur Calais folgte erst 1559 unter die französische Krone. Jeanne d’Arc war jedoch nach der Befreiung Orléans kein Glück beschieden. Nach der Krönung Karl VII wollte sie nach Paris vorstoßen, doch ihr Versuch am 8. September 1429 scheiterte. Karl VII wendete sich daraufhin von ihr ab und Teile der Armee versagten ihr die Unterstützung. Im Mai des folgenden Jahres wurde sie von den Burgundern festgenommen und für 10.000 Franken an die Engländer verkauft. Das Schicksal Jeanne d’ Arc war besiegelt, sie erfuhr keine Gnade durch die Englische Krone und wurde am 30. Mai 1431 als notorisch rückfällige Ketzerin auf dem Scheiterhaufen am Marktplatz von Rouen verbrannt. Ihre Asche wurde in die Seine gestreut. Jeannes Mutter bemühte sich darum den Prozess neu aufzurollen und 24 Jahre später, am 7. November 1455, eröffnete Karl VII vor dem Hintergrund veränderter politischer Verhältnisse in der Kathedrale Notre-Dame de Paris einen Rehabilitationsprozess. Am 7. Juli 1456 wurde das Urteil verkündet: die vollständige Rehabilitierung - allerdings ohne diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die ihren Tod verursacht hatten. Am 18. April 1909 wurde Jeanne d’Arc von Pius X selig- und am 16. Mai 1920 von Benedikt XV heiliggesprochen.