Sonntag, 27. September 2009

The Monument and the Yogi

Es begab sich aber zu der Zeit, als Denkmäler sprechen lernten und Fred der Sportjournalist eine neue Dialektik am linken Knie beging.


Fred: “Meister Brandt, wo steht die europäische Sozialdemokratie heute ?”

Willy Brandt: “Lieber Freund, wie ich sehe steht sie nicht – sie kniet beinahe.”

Fred: “Soll sie nun lieber stehen oder knien ?”

Willy Brandt: “Mir scheint Du bist ein Hitzkopf, dass Dich solche Fragen plagen, wieso machst Du nicht noch einen Kopfstand – vermutlich hast Du dann die Antwort.”

Fred: “Gute Idee, Meister!”


Willy Brandt: “Toll mein Freund, doch wie lautet die Antwort nun ?”

Fred: “Meister, die Lösung ist klar! Karl Marx versuchte, die Hegel’sche Dialektik durch eine Verbindung mit dem Materialismus in Form eines „dialektischen Materialismus“ quasi „vom Kopf auf die Füße“ zu stellen.

Willy Brandt: „Bravo mein Freund, doch was hat das mit der europäischen Sozialdemokratie von heute zu tun?“


Fred: „Du sagst es Meister!“

Willy Brandt: "Denk mal nach Junge, wenn Du die Materialistische Dialektik wieder zurück auf den Kopf stellen willst, gewinnst Du damit heute noch eine goldene Sichel, oder einen silbernen Hammer ?

Fred: "Vermutlich nicht Meister, es war dumm von mir, wahrscheinlich gewinnt man damit heute nicht mal mehr einen aufblasbaren Plastikfrosch, wieso nur scheitert immer alles am Verstand ?"

Willy Brandt: "Weil die Menschen nicht dumm sind. Du kannst ihnen heute keine Lügen mehr in philosophischen Gewändern verkaufen. Das Drehmoment der Gegenwart ist die Projektion kollektiver Illusionen über die Werbung.

Fred: "Verstehe, Du meinst also - Werbung ist alles. Das was die Nazis schon als Gleichschaltung betrieben.

Willy Brandt: "Du sagst es mein Freund, Du kannst diese Macht aber auch für Gutes einsetzen. So wie Luke Skywalker oder John Lennon mit seinem Lied Imagine.

Fred: "Und wie Willy Brandt, mit dem Kniefall von Warschau!"

Willy Brandt (schmunzelt): "Du schmeichelst einem Toten ?"

Fred: "Tot ist, wer vergessen wird."

Willy Brandt: "Leg das auf die Sozialdemokratie um und Du hast die Antwort, wo wir stehen."



Fred: "Oder knien,...doch was ist mit jenen, die wirklich vergessen sind, aber die Sozialdemokratie verstaubte und streitbare Positionen einnimmt."

Willy Brandt: "Nenne mir ein Beispiel."

Fred: "Als Beispiel die rechtswidrige aber straffreie Fristenregelung mit einer dreitägigen Bedenkzeit. Die Frauen wissen doch alle nicht was sie tun und wenn wir eine Ebene höher steigen und die Pharmaindustrie dazurechnen, leben wir moralisch in Sodom und Gomorrha. Braucht es hier nicht mal eine neue gesellschaftspolitische Signalsetzung, wenn uns einerseits die Demographie kippt und andererseits die Zuwanderung als Ausgleich nicht wirklich nachhaltig glücklich macht."

Willy Brandt: "Du musst ja gleich auf dünnem Eis poltern, mein lieber Freund. Die Sozialdemokratie orientiert sich an den realen Lebensumständen der arbeitenden Masse und nicht am Idealzustand der besten aller Welten - wir Sozialdemokraten moralisieren nicht.

Fred: "Wieso eigentlich nicht ?"

Willy Brandt: "Dafür ist die katholische Kirche da. Die können das besser. Sag mal, spielst Du hier den Moralapostel oder bist Du inspiriert ?"

Fred: "Ich stelle nur fest, ob Sozialdemokratie oder katholische Kirche, Dogmen enstehen überall dort wo Antworten fehlen, wieso sollte die katholische Kirche nicht sozial sein dürfen und die Sozialdemokratie nicht moralisieren dürfen, letztlich sind das keine Schrebergärten. Und Ludwig Feuerbach sagte schon: 'Das Dogma ist nichts anderes als ein ausdrückliches Verbot, zu denken'."

Willy Brandt: "Wieso übst Du nicht wieder den Kopfstand ?"

Fred: "Der Yogi kann das besser!"



- Stille -



...eine Weile später...


Yogi: "Streitgespräche über Sinnhaftigkeit und Moral von Dogmen, verlieren an Qualität, wenn wir nicht gemeinsam dafür Sorge tragen, im Garten der Vernunft die Blume der Inspiration zu pflanzen."

(Der Dialog zwischen Willy Brandt, Sportjournalist Fred und dem Yogi ist Fiktion und erhebt keinerlei Wahrheitsanspruch, der Rest ist es nicht - Anm. d. Red.)

Freitag, 25. September 2009

In the search for truth and morality

Meine lieben Freunde. Wahrlich ich sage Euch! Wir sind am Wendepunkt der Gezeiten angelangt, die alte Welt ist vergangen, eine neue Welt entsteht. Deswegen bin ich in geheimer Mission unterwegs und der Weg führte mich instantly nach Warschau. Im Zug nach Warschau verfolgte ich in ‘Die Zeit’ ein Streitgespräch zwischen dem Jesuitenpater Friedhelm Hengsbach und dem Ethiker Karl Homann. Zusammengefasst ergeben sich aus folgenden Überlegungen ein Bild im Schaukasten der Krise wie folgt:

Die Ursache der Krise ist eine Symbiose des Systemfehlers und einer noch im Nebel befindlichen unbekannten Täterschaft. Der Systemfehler ist eine historisch gewachsene Mutation der marktwirtschaftlichen Ordnung, die ursprünglich und gottgefällig als institutioneller Weg der Nächstenliebe Wirklichkeit finden soll. Die Mutation findet sich z.B. in einer Facette wieder, die als moralischen Strukturbruch den schleichenden Umbau des rheinischen Kapitalismus in den angelsächsischen Finanzkapitalismus organisert hat. Die Täterschaft begründet sich im Kontext der Mutation, in einem Fehlverhalten einzelner Manager die sich nur noch um die Interessen der Aktionäre kümmern, anstatt ein Unternehmen als Einheit zu sehen und die Interessen von Belegschaft, Aktionären und öffentlicher Hand auszugleichen. Diese, ich nenne sie synaptische Täterschaft, ist das letzte Glied in der Kette der prozessorientierten Unternehmertäterschaft. Der Ursprung der Gesamttäterschaft ist wie wir bereits vermuten, eine mutmaßliche Verkettung aus Mafia und einer unschuldsvermuteten Mittäterchaft des Finanzjudentums. Homann und Hengsbach stürzen sich mit Inbrunst auf den Systemfehler und schrauben sich in der hohen Kunst der Diagnose auf die wunderbare Metaebene der Moral. Ein kleiner Auszug:

Homann: “Preise haben in einer Marktwirtschaft keinerlei Gerechtigkeitsfunktion. Sie haben in erster Linie Lenkungsfunktion. Wenn wir die Preise administrativ festlegen, dann verlieren sie diese Rolle. Gut gemeint hilft nicht. Schauen Sie sich die Geschichte vom Heiligen Martin an. Der ist heiliggesprochen worden, weil er seinen Mantel teilt und die Hälfte dem Bettler gibt. Vermutlich haben danach beide gefroren (Herr Homann war seinerzeit bei der Mantelteilung nicht vor Ort und stellt hier eine Mutmaßung an - Anm. d. Red.): Martin hat den Mangel nur gleich verteilt, aber keine Anstalten gemacht, ihn zu beseitigen. Die Antwort des Kapitalismus wäre: eine Mantelfabrik zu bauen und den Bettlern Arbeit zu geben, damit sie sich einen Mantel kaufen koennen (und bis die Fabrik gebaut ist, erfrieren die Bettler - Anm. d. Red.). Alle gewinnen, auch Martin – nur wäre er dann nicht heiliggesprochen worden.

Homann weiter: “Wettbewerb steht im Mittelpunkt. Das zentrale Element der Marktwirtschaft ist nicht das Gewinnstreben (wissen das auch die Manager und Aktionaere ? - Anm. d. Red.). Das ist die Folge des Wettbewerbs, nicht seine Ursache. Der Starke von heute kann der Schwache von morgen sein. Deshalb muss er präventiv – präventiv! – Wissen, Macht und Geld ansammeln. Bremsen wir den Wettbewerb, nimmt dieser Druck ab, und wir werden ineffizient und verfehlen damit das Gemeinwohl.

Hengsbach: “Wettbewerb da wo er funktioniert – einverstanden!. In dem Rahmen, den der Staat ihm setzt. Nun kommt aber noch hinzu, dass in unserer kapitalistischen Marktwirtschaft die Machtverhältnisse höchst ungleich verteilt sind. Hier hat der Staat zusätzlich die Aufgabe, einigermassen gleiche Lebenschancen zu sichern. Und das passiert zum Beispiel durch die Tarifautonomie mit starken Gewerkschaften, durch klare Schutzrechte fuer die Arbeitnehmer und durch solidarisch finanzierte soziale Sicherungssysteme.”

Und wer kuemmert sich um die Mafia ?

Dienstag, 22. September 2009

Im Würgegriff der Giftschlange

Liebe Leserinnen und Leser aus Deutschland!

Wohlwahr leben wir in hochbrisanten Zeiten und das Kino informiert uns nebenbei, dass wir jetzt auch noch Plastik im Blut haben, so als ob man das nicht auch in den Hauptnachrichten bringen konnte. Doch das will man ja gerade vermeiden, stellen sie sich die Massenpanik vor, wenn alle Menschen auf dem Planeten gleichzeitig eine Blutwäsche machen wollen und die Krankenhäuser stürmen. Das möchte man tunlichst umgehen – deswegen der sanfte Weg über´s Kino.

Diese schwerverdauliche Wahrheit brauchten wir gerade noch. Uns geht´s wie Charles Duchemin im Film 'Brust oder Keule' aus dem Jahre 1976 – erinnern Sie sich noch ? Die Szene wo Charles Duchemin vom Betreiber des Gasthauses mit vorgehaltener Flinte dazu gezwungen wird, große Mengen verdorbener Speisen und Industriefraß von Tricatel zu essen, da er ihm einst Sterne wegnahm und ihn damit ruinierte. Tricatel betreibt eine Fabrik, die Lebensmitteln aus Plastik erzeugt. Wir dürfen darin ruhig eine Analogie zum politischen Wahlkampf der Gegenwart erkennen, denn Charles Duchmin verliert daraufhin seinen Geschmacksinn. Im Jahr dieses grandiosen Films mit Louis de Funès in der Hauptrolle, hatte der Wähler in Europa noch politischen Geschmack. Heute ist es leider anders. Täglich wird uns irgendein politischer Fraß vorgesetzt und wir sollen es fressen. Horst Schlämmer hat es längst durchschaut – die politische Auseinandersetzung ist geschmacklos geworden. Die Parteien, wenn Sie richtig hinhören, betreiben einen Wettrülpswettbewerb. Vielleicht liegt es an den Politikern, doch als Franz Josef Strauß, Willy Brandt und Helmut Schmidt an den Hebeln der Macht werkten, waren die Zeiten auch nicht rosig. Ich vermute vielmehr das Elend der Globalisierung dahinter.
Die Globalisierung hat Gift ins System gepumpt. Unmengen, unvorstellbare Unmengen an Gift wurden ins System gepumpt und seit einem Jahr laborieren wir daran. Damit das Gift ins System gelangen konnte, mussten zuerst Spielregeln konstruiert werden, die es ermöglichen. Um die neuen Spielregeln gesellschaftspolitisch zu tragen, brauchte man einen Lastesel, dieser Lastesel hieß Weltfrieden. Aus den Konsequenzen des Zweiten Weltkrieges wurde der Lastesel Weltfrieden, zum Goldesel Globalisierung umgemodelt. Globalisierung wurde zum wirtschaftspolitischen Synonym für den Weltfrieden. Die Logik dahinter ist leicht erklärt. Wenn es nur noch einen globalen Markt, eine Macht, eine Weltherrschaft gibt, gibt es auch keine Länder mehr, keine Nationen, keine zwei Parteien die sich gegenüberstehen und bekriegen könnten. Die Vision des tausendjährigen Friedens soll über die Straße der Globalisierung trotten. Doch wer sind die wahren Drahtzieher dahinter ?
Es gibt in dieser Welt eine kleine einflußreiche, unvorstellbar vermögende politische Gruppe die schon eine ganze Weile den Weg zur Weltherrschaft ebnet – langsam natürlich, Schritt für Schritt. Und bitte, liebe Leserinnen und Leser – das ist kein politischer Fraß aus den Protokollen der Weisen von Zion und ich meine hier auch nicht die Juden. Eine Weltverschwörung ist weder bewiesen noch auszuschließen – sollte eine solche im Laufen sein, ist es unmöglich zu sagen, ob die Juden dahinter stecken oder nicht. Fakt ist: Alles ist sehr kompliziert. Fakt ist auch: es gibt organisierte Mächte mit viel Geld und derer in Vielfalt, nicht nur die Juden. Es wäre phantasielos und billig, den Juden die Krise in die Schuhe zu schieben. Natürlich ist eine jüdische Beteiligung an der Weltverschwörung auch nicht ganz auszuschließen. Eines ist allerdings voll und ganz auszuschließen: es kann niemals eine rein jüdische Weltverschwörung mit dem Ziel der jüdischen Weltherrschaft geben und gegeben haben, dafür braucht man sich nur die Geschichte ansehen, es wäre schlichtweg unlogisch und/oder sehr tollpatschig durchgeführt. Ich tippe daher auf die Mafia.
Denn die Mafia endet nicht in der Lombardei, sie organisiert sich vom Ursprung der sizilianischen Cosa Nostra über Shanghai nach Kolumbien, die USA, umspannt sich weltweit, durchzieht die Vorstandsebenen vieler multinationaler Konzerne und gipfelt in den Hochetagen der größten und mächtigsten Banken. Hier wird ganz dick abgeräumt, Tag für Tag. Die Krise ist für die Mafia im Umsatz so stark wie ein Krieg der Größenordnung des Vietnamkrieges und mit dem neuen Geld, das weltweit den einfachen Menschen mit ihren Steuerleistungen aus der Tasche gezogen wird, kann weiter Gift ins System gepumpt werden. Banken fahren bereits wieder heiße Reifen und Londoner Banker, die das Wort Krise gebrauchen, werden öffentlich ausgepeitscht. Der Würgegriff der Giftschlange, die das Opfer lähmt und vergiftet, ist Status Quo. Deswegen wird die Krise auch noch länger dauern. Weil der Mechanismus der die Weltwirtschaft zu Boden drückt, die Mafia, weiter aktiv ist. Krisen entstehen dann, wenn das Alte gestorben ist und das Neue noch nicht geboren werden kann.

Das Neue muss eine Gerechtigkeit sein, eine neue Justiz am Vorbild der juristischen Aufarbeitung nach dem Holocaust. Man wird die Täter ausforschen müssen. Es gibt bereits einige Politiker, die das laut aussprechen, wie z.b. Christoph Leitl. Wir dürfen nicht zum Alten System zurückkehren. Wir müssen die Mafia zerschlagen, die Giftmischer wo immer sie sich verstecken ausfindig machen und die Weltwirtschaft aus dem Würgegriff der Giftschlage befreien. Die Partei, die sich diese neue Gerechtigkeit auf die Fahnen schreibt, glaubwürdig auf die Fahnen schreibt, wird den Wähler und die Wählerin an den Eiern packen und zurück an die Urne führen. Dann wird auch Host Schlämmer seinen Weg zurück ins Popkornkino antreten. Es bleibt nur zu hoffen, dass die richtige Partei davon Wind bekommt - rechtzeitig.

Und wir müssen alles Plastik loswerden - das auch noch!

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Freitag, 18. September 2009

Es grünt so grün,


wenn Spaniens Blüten blühen. Im Wiener Ernst Happel Stadion krönte sich Spanien zum Fußball Europameister. Die Welt hat letztes Jahr Österreich auf höchster Spielebene spielen sehen und Wien als anders erleben dürfen. Wien ist wahrlich anders. Nicht nur wegen dem Wein, nicht nur wegen Hans Moser, Falco, Sigmund Freud und Kaiserin Sissi. Anders ist Wien eben auch wegen seiner oft sehr eigenwilligen und schrulligen Bewohner. Man erinnere sich nur an damals, als Hitler an die Macht kam und alle Schranken fielen im Moralbewusstsein der Wiener und es als unerhörte Hetz galt, die damals angefeindeten Juden mit kleinen Zahnbürsten, kniend den Gehsteig säubern zu lassen - aber lassen wir das. Auch in Hamburg ist Wien eine klingende Melodie und die Hamburger hatten wie man gestern sehen konnte, zuviel Respekt. Die waren völlig durch den Wind und führten eher ein Ballett auf, als ein ernstzunehmendes Fußballspiel. Nichts zu sehen gab es davon im österreichischen Fernsehen. Wer kein Sat 1 empfängt so wie ich und nur auf ORF 1, ORF 2 und ATV angewiesen ist – konnte das Match im Teletext beobachten. Vielleicht ging es anderen auch so wie mir, die davon ausgingen, einen Fußballabend ganz normal im ORF verfolgen zu können. Immerhin bringt der ORF auch das Schülerligafinale live. Wenn vier! österreichische Klubs im zweithöchsten europäischen Wettbewerb stehen, vergisst der ORF einfach die Rechte zu kaufen. Das Argument, man konnte ja nicht wissen das alle die Qualifikation bestehen gilt nicht, auch nicht gilt, dass die Rechte zu teuer sind, Krise hin - Schulden her. Ausführlich über Wochen und in einer unerträglichen Intensität berichtet der ORF aber über den AUA Lufthansa Deal, den OPEL Magna Deal und jetzt berichtet er langatmig über sich selbst. Weil angeblich 53 Millionen Schulden im Minus stehen. Zum Vergleich: die OEBB macht jährlich mehrere hundert Millionen Schulden und trotzdem fahren noch Züge, mit Verspätung zwar aber immerhin, sie rollen noch. Jedenfalls als Ersatz zum Rapidmatch, brachte der ORF eine Dokumentation über den Herbst, Wattvögel und im Anschluss daran über Irrenhäuser im Zweiten Weltkrieg, Hitler, die Nazis und so. Und dabei wollte ich einfach nur Fußball schauen. Bier in rauen Mengen, Chips und sogar Liptauer wurden extra ranngekarrt, nur wegen Rapid vs. HSV. Man verkraftet ja oft gut, daß man fulminante Spiele nicht im Stadion erleben kann, weil auf der Couch vorm Fernseher, mit Bier (im Praterstadion herrscht ja strenges Alkoholverbot) und Zeitlupenwiederholungen, man doch ganz gut entschädigt wird. Nicht verkraftbar ist es, wenn der eigene Klub ein Jahrhundertmatch vollführt - so ein Spiel im Teletext verfolgen zu müssen. Eigentlich bin ich fassungslos und erlebe mich gerade am Beginn einer kollektiven Traumatisierung der heimischen Fußballseele. Unfassbar, daß sich der ORF so ein Armutszeugnis ausstellt, wo selbiger im internationalen Vergleich auf journalistischer Ebene Spitzenleistungen erbringt. Gestern wurde der ORF seinem öffentlich rechtlichen Auftrag nicht nur nicht gerecht, man kann mit ruhigem Gewissen schon von einem Skandal sprechen. Wie soll es mit dem heimischen Fußball jemals aufwärts gehen, wenn das Fernsehen beinahe schon boykottierende Maßnahmen setzt. Dieser 17. September 2009 wird für den ORF mit Sicherheit noch ein bitteres Nachspiel haben. Fußballgeschichte passiert, Fußballgeschichte schreibt grün-weiß, Rapid schlägt gestern im ausverkauften Ernst Happel Stadion, den deutschen Tabellenführer HSV im Gruppenspiel der Europa League mit 3:0. Im Hamburger Abendblatt finden Sie mehr (Bild: © skrapid.at)

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Donnerstag, 17. September 2009

Der HSV Bus & der gemeine Gehsteig Pfosten



Anpfiff für Rapid in der Europaleague, heute im Wiener Ernst Happel Stadion. Die Hamburger rammten bei ihrer Ankunft mit ihrem Luxusbus am Wiener Ring einen Gehsteig Pfosten. "Der HSV. Eben nicht nur ein Spiel." steht vorne am Bus, gleich unter der Windschutzscheibe. Deswegen empfinde ich es auch als unsittlich, wenn jetzt in den Medien kolportiert wird, die Wiener sind ein schadenfrohes Volk. Mit Nichten, denn sieht man sich das Video genau an, erkennt das geschulte Auge sofort: Hier lacht niemand mehr! Alle schauen betreten drein und schämen sich für ihre Stadt, die gerade in der Innenstadt viel zu enge Gassen hat. Leider hatte die Stadt Wien, gerade in der Stadtplanung, immer wieder eher bemühte als fähige Verkehrsstadträte sitzen. Es ist eine Schande und ein Desaster sondergleichen, daß man zusätzlich zu den engen Gassen, Wien auch noch mit einer Unzahl an gemeinen Gehsteig Pfosten verunstaltet hat. Oft schon bin ich selbst beim Rollschuhlaufen im Innenstadtbereich gegen so einen Gehsteig Pfosten geknallt. Also alles andere als Schadenfreude in Wien. Hier herrscht betretene Stimmung und es regt sich schon Widerstand, den einen oder anderen Gehsteig Pfosten wieder abzumontieren.

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Mittwoch, 16. September 2009

Die Anonymverfügung (Reaktionen)


Natürlich hab ich mich beschwert. Frechheiten aller Art, darf man nicht einfach auf sich sitzen lassen. Deswegen hab ich die Angelegenheit in Kopie ans Innenministerium weitergeleitet. Dort gab es dann folgende Reaktion:

"Ich bestätige den Erhalt Ihrer in Kopie an die Frau Bundesminister für Inneres gerichteten Zuschrift vom 4. September 2009 und darf Ihnen mitteilen, dass Ihr Schreiben an die zuständige Fachabteilung weitergeleitet wurde."

Na Bitte! Bald schon, bald schon weht ein anderer Wind in diesem, unserem Lande...

Auch hab ich die Angelegenheit an die größte heimische Zeitung weitergespielt. Von dort kam bisher noch keine Reaktion - auch keine Reaktion kam bisher von der Opposition, an die ebenfalls eine Kopie erging. Dafür kam heute eine Reaktion von der Bundespolizeidirektion, an die meine Beschwerde als Hauptadressat erging - lesen Sie selbst im O-Ton:

"Bezugnehmend auf Ihre E-Mail vom 04.09.2009 teilen wir Ihnen mit, dass Ihren Ausführungen eine Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von fast 50 % zu entnehmen ist. Dabei wurde schon eine Messtoleranz berücksichtigt, was bedeutet, dass die tatsächliche Fahrgeschwindigkeit noch höher war. Es liegt somit keine geringfügige Geschwindigkeitsübertretung, sondern eine schwere Verwaltungsübertretung vor, die im Kollisionsfall lebensgefährlich sein kann. In Relation zur Gefahrensituation erscheint daher die Bestrafung mittels Anonymverfügung angemessen, um Ihnen die Abhandlung des Straffalles auf kürzestem Weg zu ermöglichen. Sie werden daher um Verständnis für ein restriktives polizeiliches Einschreiten gebeten."

Ich gebe Ihnen Recht, wenn man herauszulesen glaubt die Angelegenheit sei auf verlorenem Posten. Sicherlich auf Ebene der Rechtsgrundlage. Auf der Metaebene allerdings, wenn mehr und mehr Bürger anstatt des Fernsehers ihr Hirn einschalten, dann ist es möglich dieses Land zu ändern. Jawohl! und ich bin knapp davor, in dieser Causa den Bundespräsidenten einzuschalten! YES WE CAN - sag ich nur und erinnere daran, daß nur ein paar Tage nach meiner Anonymverfügung in weiten Teilen der österreichischen Medienlandschaft über einen 20-jährigen Steirer berichtet wurde, der eine 50 € Strafe ausfasste, weil er einen Furz gelassen hat. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. mehr

Dienstag, 15. September 2009

Litauischer Nebel



Es war einmal...

ein dicker Fisch,
ein Tennisball und ein Gedicht.

Im fernen Dschungel, flog eines nachts
ein bunter Vogel in ´nen dunklen Schacht.

Verfing sich in der Dunkelheit und ward
gefangen für lange Zeit.

Niemand vermisste den bunten Vogel,
bis zum Tag des geheimnisvollen Nebel.

Der Nebel kroch langsam im Morgengrauen
über Äcker und Wälder von Litauen.

Der dicke Fisch im tiefen See
wollte nicht warten bis zum ersten Schnee
und machte sich auf zum Tennisball
der lag verloren neben dem Kuhstall.

Der Kuhstall stand nicht weit vom Ufer,
der Tennisball ruhte dort seit der letzten Feier.

„Wach auf Du!“ schrie der dicke Fisch
"Es gibt was zu tun für Dich."

Der Tennisball erwachte und sah zum Fisch.
„Was willst Du denn, was könnt ich tun?“

„Der Nebel heute, ist doch recht komisch.
Erzählt von einem bunten Vogel.“

„Du hast recht“, sprach bald der Tennisball,
„Weit von hier, es war ein Unfall.“

Dann päppelte er auf und davon,
Richtung Dschungel, raus aus der Union.

Und fand nach Jahren endlich den dunklen Schacht,
doch der war leer und es regte sich ihm ein Verdacht.

Der bunte Vogel im fernen Dschungel
ward längst frei - oh´ welch ein Jubel.

Und die Moral von der Geschicht:
Glaub nicht, was der Nebel spricht.


(Photo: photocase.de)

Samstag, 12. September 2009

Am 12. September 1921 wurde Stanislaw Lem in Lemberg geboren. Die Geschichte Lembergs ist nicht unspaßig, gehörte es doch von 1340 – 1772 zu Polen und kam danach, mit der ersten polnischen Teilung, als Hauptstadt des Königreichs Galizien und Lodomerien als viertgrößte Stadt des damaligen Österreichs unter die Herrschaft der Habsburger. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt wieder polnisch und im Zweiten Weltkrieg wurde sie nach dem Überfall auf Polen, Hitlers Beute und somit Teil des deutschen Generalgouvernement.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie Stalins Beute und Teil der Sowjetunion. Mit dem Kommunistischen Zerfall kam Lemberg 1991 zur Ukraine. Eine Stadt mit einer bewegten Geschichte.

Für David Foster Wallace war am 12. September 2008 die Geschichte gelaufen. Er erhängte sich heute vor einem Jahr in seinem Haus in Claremont, Kalifornien.

Am 24. August 2009 erschien die deutsche Übersetzung seines Romans „Unendlicher Spaß“, an der Ulrich Blumenbach sechs Jahre lang gearbeitet hat. Mit diesem Roman gelang David Foster Wallace 1996 der Durchbruch als Romanautor. Die Redaktion stellt sich dieser 1547 Seiten starken Herausforderung und wird dem Messias der Melancholiker, wie David Foster Wallace auch gerne genannt wird, eine Rezension bloggen – demnächst...mehr

*

"Die Tragik des 20. Jahrhunderts liegt darin, daß es nicht möglich war, die Theorien von Karl Marx zuerst an Mäusen auszuprobieren." Stanislaw Lem

Freitag, 04. September 2009

Die Anonymverfügung


Neulich fahre ich mit dem Motorrad in einer 30 km/h Zone unerlaubte 43 km/h und sehe am Straßenrand zwei Polizeibeamte stehen. Wie ich sie so belämmert stehen sehe, mit ihrem sündteuren Messgerät, drossle ich sofort die Geschwindigkeit, fahre langsam an ihnen vorbei und schau noch extra zu ihnen rüber, damit sie mich auch gleich anhalten können, falls ich zu schnell dran war. Das ist mir schon öfters passiert, denn die Polizeibeamten wissen ganz genau wo sie stehen und lauern müssen um möglichst viele zu erwischen. Normalerweise, also bei normalen Polizeibeamten, die noch eine Spur Vernunft im Kopf haben – wird man zur Seite gewunken, man bleibt stehen und bezahlt eine Organmandatsstrafe. Mir passierte das in den letzten Wochen schon zwei Mal und ich bezahlte jeweils 20 € - da ich ja kein Raser bin und die Geschwindigkeitsüberschreitung immer im Rahmen bleibt. Diesmal aber, in der besagten 30 km/h Zone haben die zwei Beamten mich zuerst groß angeschaut und dann demonstrativ weggeschaut. Sie haben mir hintennach, sozusagen das Messer von hinten in den Rücken gesteckt und eine Anonymverfügung mit der Post geschickt, die doppelt so teuer ist. Bei der Anonymverfügung hat man keine Möglichkeit Einspruch zu erheben – erst ab der nächsten Stufe, wenn ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet wird.

Eine unfassbare Frechheit und Abzocke.

Aber zum Glück machen Sie das ja nicht nur mit mir, sondern mit allen Bürgern in diesem Land, weil die Gesetze so geschrieben sind in Österreich, wo die Polizei ein Sauladen ist.

Und die wirklichen Kriminellen, die explodierenden Einbruchsdelikte, Autodiebstähle, die Ostbanden und nicht zu vergessen die Obstbanden (meist Kinder mit laufenden Asylverfahren die in Schrebergärten unerlaubt das oft auch noch unreife Obst von den Bäumen pflücken - der ORF hat berichtet) – werden mit geschönten Statistiken ausgeblendet, die je nach Bedarf in Auftrag gegeben und über die Medien kolportiert werden. Die Ressourcen, die vielen fehlenden Polizisten werden in Österreich aktuell durch ehemalige Postler „ersetzt.“ Diese dürfen allerdings nur Verwaltungsaufgaben übernehmen und sollen die Polizisten wieder auf die Straße bringen. Damit Herr und Frau Österreicher aufatmen kann, im vermeintlichen Glauben – nun wird endlich aufgeräumt in Österreich.

Doch was machen die Polizisten mit ihrer Zeit ? Sie stehen in den 30 km/h Zonen mit teuren Messgeräten und warten bis jemand mit 43 km/h reintappt. Sie müssen sich vorstellen, diese Beamten stehen dort ja stundenlang und täglich an anderen Stellen. Und das teure Messgerät, die Technik soll ja benutzt werden, wenn es schon angeschafft wurde. Da verhält es sich wie in der Rüstungsindustrie - wenn ein Staat erstmal hochgerüstet ist - bewaffnet bis an die Zähne, dann findet sich auch irgendwo ein Krieg, um die Waffen einsetzen zu können. Um eine Diebesbande zu erwischen, müssten die Polizisten ja ihr Hirn anstrengen – das ist in Österreich immer noch eine Zumutung. Deswegen wird lieber die Technik bedient. Denken verboten!

Und so wird Österreich also sicher gemacht. Bei wirklichen Einsätzen, so wie im Fall Krems, sieht man offenkundig, wie weit die Polizei schon von der Realität entfernt ist. Wenn sie 14-jährigen Kindern in den Rücken schießen. Sie schießen uns täglich in den Rücken!


Warten Sie auf Ihre nächste Anonymverfügung! Sie kommt bestimmt.

Donnerstag, 03. September 2009

Warum Wickie oft die Nase reibt

Die 70er Generation wusste es früh und Sigmund Freud hätte dafür eine bestimmt entbehrliche Einschätzung parat und wäre kunstfertig wie eine Primaballerina ins Fettnäpfchen getappt. Die Eskimos machen es heute noch – den Nasenreiber, die hygienische Alternative zum kitschigen Kuss. Küssen kann nicht jeder, doch richtig Nase reiben, können nur Eingeweihte. Wickie also, die Intelligenz am Schiff der Wickinger verfügt über eine extrem sensible Nase, die wenn sie richtig stimuliert wird, ein sprühendes Feuerwerk an Ideen abzündet. Die eigentliche Frage ist ja schlussfolgernd, warum die anderen am Schiff nicht auch mit dem Nasenreiben beginnen. Vielleicht würde ihnen dann auch die eine oder andere Idee zünden. Doch immer muß es aber der Wickie sein. Eine Rotznase kann er sich dabei nicht leisten, der Erwartungsdruck ist zu groß. Alle verlassen sich nur zu gerne auf Wickies geniale Ideen. Man stelle sich vor, Wickies Nase läuft und er reibt und reibt und letztlich kommt nur Rotz heraus – keine Ideen.
Nach langer Fahrt am Schiff und vielen Abenteuern, hat er zurück in Flake eine ständig wundgescheuerte Nase. Das alles verschweigt uns der Film… wenn Wickie in eine Regenerationsphase eintritt und ganz Flake ihm die kostbarsten Salben auf die Nase schmieren, ihm Verbände anlegen und und und Ilvy, die ihn auch noch an der Nase rumführt.

Filme enden generell dort, wo das wahre Leben beginnt. Und so reibt man die Nase richtig:

Mit dem Zeigefinger der rechten Hand an der Unterseite des Nasendamms (zwischen den Nasenlöchern liegend) hin und her reiben. Die Dauer der Stimulierung, ist davon abhängig wie schnell die Synapsen diesen Impuls an die richtigen Abteilungen im Gehirn weiterleiten. Danach folgt eine intensive, meditative und abwartende Zeitspanne. Es ist hier prinzipiell wie beim Schispringen. Der richtige Moment des Absprungs ist entscheidend. Wer zu früh die äußeren Nasenflügeln zum reiben beginnt wird nicht mehr fertig, ehe die Idee zündet. Zu lange sollte auch nicht gewartet werden, sonst tritt eine Impulssättigung auf und die Idee verpufft zu früh. Man muss den Moment instinktiv spüren und dann abwechselnd die äußeren Nasenflügeln reiben, bis die Sterne über den Himmel zischen. Wenn der Himmel dann auch noch in bunten Farben erstrahlt – ist es die richtige Idee.

Dienstag, 01. September 2009

Selig sind die Tapezierer!

Im Grunde stand er viel zu hoch oben, der Gipfel des Berges war jenseits der Baumgrenze irgendwo über den Wolken des Transhimalaya. Unten, am Kiosk konnte Conni ihn nur sehr undeutlich erkennen. Sie wähnte zunächst eine im Wind flatternde Palme am Gipfel zu sichten, doch dann wischte sie sich die Currysauce von der Backe, rieb noch mal die Äuglein scharf und plötzlich war alles in einer Wolke verhüllt. „Zuviel Curry!“ dachte Conni und obwohl mal wieder Kaiserwetter die Stimmung auflockerte, ihre neuen Bergschuhe drückten sie gewaltig und nun verdeckte auch noch die einzige Wolke am Himmel die Predigt des Kapellmeisters. Der Kiosk am Basislager hatte extra das Magazin mit ihrem Foto eingeflogen – aus Chile. Dort war sie aktuell der letzte Schrei. Chilenische Rapanui Mädchen hatten sie schon vor Monaten zur neuen Gottheit erklärt und als sie bei Vollmond begannen einander Käsekuchen ins Haar zu schmieren, explodierte die Kunde - ein Mapuchebauernbub hatte die nächtliche Zeremonie heimlich beobachtet. Von den chilenischen Rapanui Mädchen breitete sich der Conni Kult rasant wie ein Lauffauer entlang der Westküste von Feuerland über Santiago bis zu den Flamingos von Parinacota aus. Chilenische Mädchen wollen heute alle aussehen wie Conni, gehen wie Conni, stehen wie Conni und sich Käsekuchen ins Haar schmieren – genau wie Conni. Man hatte das Magazin in geschnürten Paketen aus chilenischen Militärflugzeugen (deren eigentliche Aufgabe es war, Panzer zu transportieren) übern Basislager abgeworfen. Conni tapezierte damit eifrig die heiligen Felswände des Kailash. "Der Weltfrieden kommt nicht über Nacht!" ist sie sicher – alles braucht Zeit und den kosmischen Segen, nur hoch oben stehen und predigen, war nicht ihr Stil. Sie wollte etwas tun, bei den Menschen sein und tapezieren hatte sie gelernt, damals in den jungen, wilden, autonomen Tagen, als anarchistische Parolen noch plakativ und mit ehrlichem Tapetenkleister unters Volk gebracht wurden – die Straßenpunks waren oft viel zu müde für die wirklich wichtigen Tätigkeiten. Also sprang dann meist AnarchoConni ein. Sie plakatierte mit Leidenschaft: „Geld macht nicht reich, aber es stinkt.“ oder „Sex für alle oder keinen.“ Conni war kein Spruch zu bieder und nun als erste Frau an der Spitze der Revolution macht sie es wie einst schon Che – alle sollen sich ihr Gesicht einprägen und kein Berg wäre dafür besser geeignet, als der Kailash.

Mit einem Male jedoch, ward der Blick frei zum Gipfel. Conni lies ihre Fotos fallen und erhob den Blick empor zum Kapellmeister. Die Predigt donnerte den Berg herab wie ein großes Wasserrauschen und ihr Blick wurde sanft und klar als die Botschaft in ihr Ohr drang. "Es ist nichts anderes", dachte sie insgeheim, "als das was ich hier mache" und freute sich wie eine Schneekönigin. Und wenn sie heute noch tapeziert, so steht der Berg noch immer fest im Sand.