Freitag, 27. Februar 2009

Die armen Lehrer

Wenn Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer etwas sagt, hat es Gewicht, auch nicht immer, aber diesmal bestimmt. Und Frau Ministerin Schmied sei Dank, sie macht etwas essentiell richtiges: einen Vorstoß, denn das Wichtigste in der Politik ist, dass sie bewegt wird. Ohne rollende Steine, keine Politik. In einer gesunden Demokratie dürfen an allen Ecken und Enden Steine ins rollen gebracht werden, denn daran erkennen wir eine gesunde Demokratie, dass nicht der Stein des Anstoßes die Grechtenfrage aufwirft, sondern der kinetische Folgeprozess, der dadurch in Bewegung kommt. Es ist immer viel schwieriger den Stein ins rollen zu bringen, die potentielle Energie zu überwinden, als den Stein kinetisch in die richtige Richtung zu rollen. Eine gesunde Demokratie, kann auch einen in Turbulenzen geratenen Stein wieder auf sicheren Kurs bringen. Wir müssen uns einfach nur mehr trauen. Jörg Haider wusste das. Gewichtige Politiker vertrauen ihrer Demokratie und lassen sich ganz darin fallen. Ministerin Schmied traute wohl niemand diesen kreativen Schachzug zu. Jetzt rollt der Stein - endlich! Und wir sind ganz tief drin, in der gesellschaftspolitischen Grundwertedebatte und sind nur oft und gerne dazu geneigt, die Dinge vereinfacht und dual durch den Wortwolf zu kurbeln, im guten Glauben, die Dinge vereinfachen sich, wenn wir sie vereinfacht darstellen. Doch oft und gerne steckt die Verführung zum exzentrischen Eiertanz dahinter. Zugegeben, dieser hat in Österreich eine lange Tradition und will auch gepflegt sein, doch in der laufenden ganzheitlichen Bildungsreform, sollte ein exzentrischer Eiertanz tunlichst vermieden werden. Im Klartext - wir befinden uns in einem Dilemma: beide Seiten haben im Argument recht, beide Seiten liegen inhaltlich voll daneben und beide Seiten erliegen dem fatalen Irrtum, der Stein könnte, wenn er an der richtigen Stelle zum stehen kommt, die Weltwirtschaftskrise beenden.

Um das auch unmissverständlich zu klären: Wenn österreichische Lehrer zwei Stunden pro Woche mehr im Klassenzimmer stehen und unterrichten, kann nur eine einzige flankierende Begleitmaßnahme die Weltwirtschaftskrise beenden: Wenn wir alle (die ganze Welt) ganz genau wissen, was in diesen zwei Stunden im Detail unterrichtet wird (was passiert eigentlich wirklich in den Klassenzimmern ?). Zum Beispiel so: jeder Lehrer filmt diese zwei Stunden an Mehrarbeit mit und stellt sie ins Internet. Woche für Woche. Und wir dürfen interaktiv mitentscheiden, was in der nächsten Woche unterrichtet wird. Das würde wahrlich neue Horizonte setzen.

Zum Gleichgewicht der Argumente: Auch wenn es keine Mehrarbeit darstellt, sondern als Umschichtung und Strukturmaßnahme greifen soll, bleibt die Frage berechtigt, warum gerade die Lehrer! Die sind mit den Schülern schon gestraft genug, ich war selber lange Jahre als Schüler in Schulen unterwegs und war bei den Lehrern sehr beliebt. Früh erkannte ich die politische Dimension des Lehrerwesens und verführte sie geschickt zu guten Noten – mit dem unausgesprochenen Versprechen, später als gewichtiger politischer Entscheidungsträger, die Ferien zu verlängern. Das klappte Jahr für Jahr vorzüglich und man gönnte mir einen Schulabschluss. Hoch die Internationale! Und natürlich haben auch die Elternvertretungen recht. Ich habe selber jahrelang Nachhilfe gegeben (ich war jung und brauchte Geld) und kenne die großen Ablenkungen der Jugend. Lieber laufen sie stundenlang durch den Wald, stöbern Ameisenhaufen auf um das Sozialverhalten dieses einzigartigen Völkchen zu studieren, als zuhause vor dem Biologiebuch darüber zu brüten. Und dann finden sie keine Ameisenhaufen mehr, weil es immer weniger Wälder gibt und greifen zu Designerdrogen. Dann müssen die Eltern Nachhilfestunden bezahlen und sind grantig auf die Lehrer, doch die Lehrer haben diese Gesellschaft nicht geschaffen.

Zur Inhaltlichen Kohärenz, die neben dem Thema liegt: Ich war vor einigen Monaten (wie treue Leserinnen wissen) in Pisa. Ich kniete im Gras, in der Wiese vor dem Turm, es nieselte ganz leicht, es waren schreckliche Bedingungen zum photographieren und doch, ich wollte ein gutes Bild schießen. Wie immer war ich in geheimer Mission, im Auftrag des Herrn unterwegs und hatte dennoch keinen Druck bei der Arbeit, ich wusste instinktiv, die Bedingungen sind genau so, wie sie sein sollen. Ich kann mir doch das Wetter nicht aussuchen. Und sehen sie selber, das Photo spricht für sich. Und jetzt legen sie ihre Hand auf´s Herz und fragen sich: wird der Turm wieder gerade, wenn österreichische Lehrer zwei Stunden mehr im Klassenzimmer stehen und unterrichten ? Wahrlich, Wahrlich sich sage Euch: "Auch wenn alle Lehrer, aller Länder, zwei Stunden mehr oder weniger im Klassenzimmer stehen, wenn sie auf einem Bein stehen und oder auch wenn sie schief stehen, der Turm von Pisa wird nicht wieder gerade! Und das ist auch gut so – für Pisa, für Italien, für einfach alles."

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Dienstag, 24. Februar 2009

Die Schussfahrt

(Anm. d. Redaktion: der folgende Dialog wurde zum leichteren Verständnis aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt).

Nach einer entspannten Sesselliftfahrt verlangt Olga noch mal den Wodka und kippt sich den restlichen Wodka hinter die Binsen. „Schau mal, ist leer!“ – dreht den Flachmann um und schüttelt den letzter Tropfen in den Schnee. „Wir füllen ihn später wieder an, fahren wir jetzt endlich los!“ ruf ich ihr zu.
„Na gut, du Spießer, fahr mir nach wenn du´s schaffst.“, dann schwingt sie mit einem eleganten Schneehasen Hopser auf die Piste und brettert im Schuss den Berg hinunter.
Mir bleibt der Mund offen stehen und denk so bei mir: ‚dieses russische Luder,..., dich schnupf ich’ – und stürze mich in Rennfahrerposition den Hang runter. Nach ungefähr einer halben Minute hab ich sie eingeholt und wir rasen nebeneinander in die Tiefe. Auf der Piste befinden sich auch andere Skifahrer, also ruf ich zu Olga rüber: „Was machen wir mit den anderen ? Fahren wir sie einfach über den Haufen ?“ Olga zieht eine überdimensionale Gashupe aus ihrer Jacke und schreit: „Die hab ich immer mit, du glaubst gar nicht wie oft ich die brauche!“ Dann drückt sie auf die Hupe und ein Sirenenschrei schmettert wie eine Bugwelle von uns weg. Ich schau auf den Tacho – Jösas! „Wir haben schon über 200 Sachen drauf!“ ruf ich zu Olga rüber, die fest auf die Hupe drückt. „Schau doch wie sie weg springen vor uns, wir haben freie Bahn!“ Tatsächlich! Wie aufgescheuchte Hühner hüpfen vor uns die Skifahrer zur Seite, das Tempo erhöht sich weiter und wir rasen mit über 200 km/h auf die große Weggabelung zu. „Wir fahren links die schwarze Piste, die sticht steil in ein Waldstück ab, da können wir das Tempo noch forcieren“ brüllt Olga zu mir rüber und carvt in einem extrem geilen Linksschwung auf die Schneiseneinfahrt ins Waldstück rüber. Wahnsinn denk ich so bei mir, wenn wir mit diesem Tempo in die Steilpiste eintauchen, wo gleich am Beginn eine satte Kante auf uns wartet, werden wir wahrscheinlich abheben. „Wir nehmen die Kante mit Sprung“ brüllt Olga rüber. Sie kennt die Pisten also und die Kante rückt unbeeindruckt näher. Dann heben wir ab. Wir steigen auf, die Skifahrer und die Bäume unter uns werden immer kleiner und kleiner und während des Steigflugs, reicht mir Olga die Hand, geht von der Hupe und zwitschert zu mir rüber: „Du kannst so richtig gut Skifahren Junge, es macht so richtig Spaß mit dir, jetzt würde ich gerne einen Schluck mit Dir trinken“ - ich grinse über beide Ohren, dann lässt sie los und geht wie ein Seeadler in Segelposition, streckt die Stöcke weit von sich weg und bereitet sich auf den Sinkflug vor. Ich mach es ihr nach und wir fliegen genau im richtigen Winkel auf die Piste zu. Sie drückt wieder auf die Hupe, die Leute springen zur Seite, wir legen ein perfekte Landung hin und gehen wieder in die Schussfahrt über. Die Piste ist um einiges steiler und nach nur wenigen Sekunden zeigt der Tacho 300 Sachen. Wahnsinn, das ist neuer persönlicher Rekord. Plötzlich erlebe ich Olga neben mir in Turbulenzen. Sie rattert in den Wald und knallt gegen einen Baum. Es dauert, bis ich das Tempo drosseln kann und mit einer gewaltigen Bremsung zum stehen komme. Ich schnall die Ski ab und lauf am Pistenrand zur Unfallstelle rauf. Oben versammelt sich bereits eine Menschentraube am Waldrand. Ich kämpf mich durch die Schaulustigen und sehe Olga regungslos im Schnee neben dem Baum liegen. Alle rundherum schauen nur dumm, (...) ich brülle: „Hat jemand Wodka mit dabei ?“ Ein Gruppe Teenager meldet sich und ein Mädchen vielleicht 15 Jahre zieht eine Flasche Wodka ihrer Freundin aus dem Rucksack. Sie wirft mir die Flasche zu: "Wir haben immer was mit und liegen auch oft so da, wie die Tante hier." - "Danke!" ruf ich, öffne Olga den Mund und füll den Wodka ein. Der Schluckreflex setzt ein und dann öffnet sie auch schon die Augen und springt mit einem Satz auf. „Die Tante hat ja einen tollen Helm auf“ – ruft einer, ich werfe die Flasche dem Mädchen retour und informiere auch den Rest: „Das ist ein Carbonfaser Helm aus der russischen Raumfahrtindustrie, das ist mehr als ein Faschingskostüm!“ Die Menge tobt, sie stampfen mit den Skischuhen, pfeifen, kreischen, schreien und applaudieren wie eine wilde Hummeltruppe. Olga verbeugt sich mit einem Knicks, schnallt sich die Ski wieder an und flüstert zu mir: „Komm du Spießer! Laß uns lieber Tiefschnee fahren.“

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Samstag, 21. Februar 2009

Die Fortsetzung

And the Oscar goes to …

Das ganz große Kino, lebt in Hollywood vom Verzicht auf ein Happy End. Vom Winde verweht, Casablanca und Titanic sind nur die Spitze des Eisbergs. Wenn man Menschen mit einem Film das Herz bricht, dann sind sie erst wirklich glücklich. Das Happy End ist schon auch großes Kino – nur eben nicht der letzte große Mythos. Wie wir alle wissen, ist die größte Geschichte aller Zeiten, über den komischsten Menschen den die Welt je gesehen hat, auch kein Happy End geworden. Der Mann in Sandalen und langen Haaren, hat nicht den Weltfrieden gebracht, hat vergessen den Tempel wieder aufzubauen, pfeift auf ein Comeback und macht lieber ausgedehnte Ferien. Diesen äußerst unbefriedigenden Zustand hat Hollywood aufgegriffen und liefert aus den Traumfabriken Happy Ends am Fließband in die Kinosäle, als Kompensation für die Nichterlösung der spießbürgerlichen Mittelstandsgesellschaft. Die Juden regieren Hollywood, das wussten schon unsere Großeltern und Juden lieben Happy Ends, weil sie in der Wirklichkeit mit der gemeinen Unterstellung leben müssen, die Welt zu regieren, beinahe der Ausrottung anheim fielen und früher auch noch mit Andichtungen leben mussten, sie würden Brunnen vergiften, oder wie die Jonas Geschichte zeigte, Unheil bringen. Deswegen wurde Jonas ins Meer gestoßen, von einem Wal verschluckt und wieder an Land gespuckt um weiter zu predigen. An dieser Stelle beginnt die Geschichte wieder von vorn: Jona erhält noch einmal denselben Auftrag wie zu Beginn, und diesmal geht er tatsächlich nach Ninive, um dort zu verkündigen, dass nur noch vierzig Tage bis zur Zerstörung der Stadt bleiben. Anders als Jack Dawson am Ende des Films in die Tiefen des Atlantiks sinkt und Rose nur noch nachwinken kann. Doch dann kommt das Licht, dasselbe Licht, das Jack und Elwood Blues sahen und daraufhin die Band wieder zusammenzuführen. Jack Dawson wird wie Jonas von einem Wal verschluckt und an Land gespuckt. Im Unterschied zu Jonas, der nur drei Tage im Bauch des Wals zubringen musste, dauerte Jacks Aufenthalt im Wal etwas länger, von 1912 bis in die 1950er Jahre. Aus Jack wurde Frank und aus Rose wurde April. Sie sind verheiratet und die Geschichte beginnt wo der normale Hollywoodfilm endet. Grandios spielen sich beide abwechselnd an die Wand und drehen dem Publikum meisterlich den Magen um. Ein perfektes, neurotisches Spießbürgerdrama, mit einem großen Traum zu Beginn, einer Frau die alles dafür geben will, ihrem Mann seine Träume zu ermöglichen und Frank, der eigentlich immer alles richtig macht und nur eines will: das Leben spüren. Am Ende winkt nun Frank seiner April nach und das Nullsummenspiel ist vollbracht. Das Filmtraumpaar Hollywoods, durfte in zwei Filmen den Menschen die Herzen brechen und das Hohelied des Scheiterns als die einzig wahre Flamme der Liebe auf die Kinoleinwände tapezieren. Gestern also, habe ich diese Kinotapete studiert und noch nie hat mich ein Film mehr aufgewühlt, noch nie hat mich ein Film mehr betroffen und im Innersten erschüttert, wie 'Zeiten des Aufruhrs'.

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Mittwoch, 18. Februar 2009

Schlittenfahrt im Mondschein

Kein Wunder, dass oft niemand auch nur annähernd sagen kann, warum meistens alles so lange dauert, weil es keine echten Zusagen mehr gibt, keine verlässlichen Beobachtungsorte, keine nachhaltigen Verbindlichkeiten, ohne die, wenn wir ehrlich sind, uns früher, als alles noch während einer Schlittenfahrt im Mondschein versprochen werden konnte, heutzutage keiner mehr beneidet. Doch wenn wir festhalten und die Dinge unausgesprochen durch den Fleischwolf wurschteln und am Ende nicht mal mehr Wurst erzeugen, dann schreit alles und damit sind auch die nicht mehr alleine, die lange meinten, es gäbe doch so vieles noch gar nicht, nach einer neuen großen Gegenrevolution, einer neuen Welle, die Ansichten stützt, wie jene von Jennifer Aniston, die unlängst meinte, Frauen wie die in 'Sex and the City' kennt sie nicht und das was damit unverfälscht, zwischen den Zeilen mitklingt hoffen lässt, es solche auch grundsätzlich gar nicht gäbe. Wer hätte dann gewonnen ? Wieder niemand, wieder die Illusion, die unverfälscht und zugespitzt, der Naivität die Krone aufsetzt, solange bis wieder jemand kommt und postuliert – nur die ewigen Lösungen versprechen am Ende den Lohn, ungeachtet dem Abgesang der noch gestern geforderten Tarifverhandlungen jener, die wie vor vielen Jahren, immer und immer wieder nach Erhöhung hungern. Wohlwahr und doch treffen sich hier wieder zwei Welten, die wie in Demian, für den Fortbestand alter Wahrheiten kämpfen und am Ende kapitulierend feststellen müssen, daß die Dinge nicht nur keine Vergeltung waren, sondern nicht mal nicht auch keine Erfindungen waren. So als ob immer alles da war und immer alles da sein wird und wir nur in den zersprungenen Wahrheiten, das Glitzern erkennen: als sentimental confusion. Sage mir Du doch nicht, was richtig und was falsch ist, sage mir Du doch nicht was gestern noch gegolten hat und sage mir Du doch nicht, Du stehst auf einer Brücke, die so unüberschaubares, unüberbrückbares überbrückt, dass es Dich ohnehin unsichtbar macht. Wer bist Du dann, wenn nicht der Brückenwächter ?

Montag, 16. Februar 2009

Anmut und Grazie

Gerhard Maria Wagner hat es getan. Er hat sich dem Willen des Volkes gebeugt und pfeift auf den Posten des Weihbischofs von Linz. Amtsverzicht. Wieder gab es eine Im Zentrum Sendung im Zeichen der Kirchenkrise. Und gleich vorweg, um es auch unmissverständlich auf den Punkt zu bringen. Die Kirche ist, kann und darf keine Demokratie sein und werden. Christof T. Zellenberg hat es auf den Punkt gebracht. Jene die sich eine andere Kirche wünschen, vergessen, dass es diese Kirche bereits gibt. Es gibt die Kirche wo Frauen predigen dürfen, wo Priester heiraten und Kinder haben dürfen, wo vieles sehr demokratisch und sehr politisch entschieden wird, wo es keinen Oberhirten gibt, wo es Traubensaft zur Kommunion gibt, damit Kinder auch mitmachen können. Diese Kirche ist vorhanden und nennt sich evangelische Kirche. Sie ist selbst in viele tausende und abertausende Kirchen zersplittert (wenn man die USA dazurechnet) und gibt sich selbst sehr liberal, demokratisch und weltoffen. Eines hab ich mit Zellenberg gemeinsam, wir waren beide mal evangelisch und ich hab die Tendenzen innerhalb der katholischen Kirche nie verstanden, die alles umdrehen möchten. Man kann doch übertreten. Wenn ich ein blaues Auto möchte, kauf ich mir dann ein rotes Auto und spritze es blau um ? Beide Kirchen haben ihren Weg und kennt man die Geschichte, besonders die irische Geschichte, sollte man es tunlichst unterlassen diese zwei Kirchen gegeneinander aufzureiben. Jeder kann sich aussuchen welche Kirche ihm näher steht. Mir ging es genau wie Zellenberg, besonders in Österreich, wo die evangelische Kirche kaum vorhanden ist, hat mich immer die kath. Kirche angezogen, auch wenn ich nicht eingetreten bin, so bin ich doch aus der evangelischen Kirche ausgetreten und fühle mich als konfessionsloser Christ, als Glaubenschrist oder wenn sie so wollen als Heidenchrist. Doch würde ich heute in eine Kirche eintreten müssen, es wäre die katholische Kirche. Eben weil es einen Oberhirten gibt und die katholische Kirche die Weltkirche ist. Wer jemals in Rom war und den päpstlichen Ostersegen empfangen hat, wer einmal im Petersdom war, der weiß was ich meine, den Unterschied. Wenn ich eine Jacke will, kauf ich dann einen Mantel und schneide die Hälfte weg ? Warum sollten wir die katholische Kirche beschneiden und demokratisieren wollen ? Der Staat hat demokratisch zu sein, weil uns bis jetzt noch kein besseres System eingefallen ist. Die Kirche und hier irrt Zellenberg, ist nicht die Stellvertretung Christi. Petrus ist der Fels auf dem Jesus seine Kirche baute, demnach ist der Papst nicht der Stellvertreter Christi, sondern der Nachfolger Petrus. Apostel Petrus war der erste Papst, der erste Bischof von Rom, als Stellvertreter Christi, dass ist wohl wahr. Doch der nächste Papst war schon der Nachfolger Petrus. Wahrlich ein kleiner aber nicht unbedeutender Unterschied. Denn Petrus ist vom Herrn dazu erwählt worden und hat die Kirche auf Fels gebaut und dort ruht sie, in katholischer Ruhe. Somit gibt es in der Kirche kein politisches Rechts und Links – die Kirche steht weder über dem Staat noch daneben, sondern stellt eine Institution dar, die der Welt entsagt. Oder soll einer Papst werden und das als Job verstehen und dann um 16 Uhr nach Hause gehen und mit Frau und Kindern spielen ? Papst sein ist kein Honigschlecken und kann nicht als Karriere, als Job und die Kirche nicht als Unternehmen gesehen werden. Sind wir froh, dass wir Päpste haben die richtige Theologen sind. Sind wir froh, dass es noch Menschen gibt, die Papst werden wollen. Es schafft Entschleunigung, Orientierung und gibt Ruhe. Einen Nachfolger des Apostel Petrus in Rom zu haben, ist wahrlich eine schöne Sache. (Bild: wikipedia.org)

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Sonntag, 15. Februar 2009

Das Frühstück

Das Zimmermädchen legte den Staubsauger zur Seite, kam auf uns zu und fragte, sichtlich verwirrt, was denn hier los sei. Die Hotelchefin beruhigte sie sofort: „Bring zwei Handtücher Herta, ich mach erstmal Frühstück für die Zwei, setzt euch dort drüben hin (zeigt auf den Tisch hinten im Eck).“ Wir setzten uns, Herta brachte Handtücher. Olgas Wildost Temperament ward von Hotelchefin elegant eingefangen wie eine verirrte Frisbee im Sonnenaufgang. Dem war einfach nichts mehr entgegenzuhalten und wir waren sichtlich erleichtert doch noch ein Frühstück zu bekommen. Im Hotel ging einstweilen alles seinen gewöhnten Gang, wenn die Gäste auf der Piste sind und der Betrieb laufen soll. Den Frisbeeschwung nahm die Hotelchefin allerdings mit dem Frühstück zu uns an den Tisch. Nachdem ich erwähnte, eigentlich Gast im Hotel nebenan zu sein und Olgas Schwester vermutlich mit den Kumpels drüben gepennt hatte, meinte unsere neue Verbündete nur: „Aha, dann werd ich gleich nachher, mal drüben anrufen“ – schenkte sich und Olga noch einen Wodka ein, während ich abwinkte und mich lieber über Kaffee, die leckeren Spiegeleier, Wurst und frischen Toast hermachte. Und dann ging´s los. Mir lieb fast der Toast im Hals stecken und wollte noch irgendetwas sagen, was uns zurück in den Skiurlaub brachte, denn draußen, schien die Sonne und ich wollte so schnell wie möglich raus, es war unser erster Skitag. Doch die Hotelchefin war sich ihrer Rolle klar, nagelte uns am Tisch fest und servierte uns einmal Lebensgeschichte zum Frühstück. Oh! Jesus, sie war eine große Verehrerin der alten Schule, Good Old Hollywood - und dabei wollte ich mich nur für die Piste stärken. Sie erzählte von ihrem Lieblingsfilm, mit dem alles begann in ihrem Leben, wie sie durch den Film ihren Mann kennen lernte und wie sie zusammen nach Amerika schifften um ihr Glück zu probieren. Wie sie zum ersten Mal die Freiheitsstatue sah und wie der Film ihr Heiligtum, ihr Zufluchtsort, ihr Zuhause und ihre Religion wurde. Alles war mit dem Film verbunden und die Zeit übern Teich währte lange und war vom Glück verfolgt. Drei Kinder gebar sie in der neuen Welt und gerade als alles kaum noch zu topen war, musste sie zurück nach Europa und das Hotel ihrer Eltern übernehmen. Tradition bleibt Tradition, sagte die Chefin und eine Tochter ist hier geblieben, bei ihr und ihrem Mann. Die zwei Ältern leben drüben. Ich war gerührt und Olga sichtlich beeindruckt und ich brauchte nicht mal zu übersetzen, den Hotelchefin konnte fließen Englisch. Es war ein herrliches Frühstück und nach dem wir fertig waren und ich im Handtuch und Skischuhen zu den Kumpels im Nachbarhotel watschelte, fand ich nur ein leeres Zimmer. „Die sind gleich nach den Frühstück zum Lift“ versicherte man mir an der Rezeption. In voller Montur wartete ich also auf Olga und wir machten uns auf den Weg zum Sessellift.

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Samstag, 14. Februar 2009

Die Schneerose

Warum Frauen Blumen lieben, ist leicht erklärt. Sie identifizieren sich mit Blumen. Weil Blumen nett anzusehen sind und duften. Schenkt ein Mann einer Frau bei der ersten Verabredung rote Rosen, weiß sie sofort wo das nächste Taxi fährt. Es ist dann alles gesagt. Sie will die Blumen dann möglichst rasch ins Wasser stellen. Frauen sind ja abergläubisch, gäbe es keine Frauen, gäbe es keinen Aberglauben. Aber gäbe es keinen Aberglauben, es gäbe trotzdem Frauen. Die Blumen sollen unbeschadet daheim ankommen und möglichst lange blühen. Deswegen ruft sie sofort ein Taxi, wenn sie Blumen bekommt. Ich bin ja zum Glück kein spießgeselliger Rosenkavalier und schenke lieber Schokolade, oder eine Flasche Rum. Blumenwiesen mag ich schon und bin dann eher der Wanderer und Picknicker und führe die Frau zur Blumenwiese, mit der Flasche Rum. Wenn Blumen daheim herumstehen, tun sie mir immer leid, vergleichbar mit einem Hund in der Wohnung. Man sollte aber Hunde nicht mit Blumen vergleichen. Eine Schildkröte z.b. braucht viel Auslauf, wenn die Schildkröte als Haustier gehalten wird, entwickelt das Tier eine Depression und leidet womöglich bei Vollmond unter Suizidgedanken. Genauso ist es mit Blumen daheim in der Vase. Sie sind lieber draußen auf der Blumenwiese und warten, dass ein netter Schmetterling vorbeifliegt und ihnen eine Geschichte erzählt. Frauen sind da ganz ähnlich gestrickt. Gerne hören sie, während ihrer Lieblingsserie im TV, die brutalen Businessstorys aus dem harten Arbeitsleben. Oder Politisches, ebenso. Wie Mann die Welt retten wird mit der richtigen politischen Idee. Frauen hören eben gerne zu und denken mit, damit macht man ihnen mehr Freude als mit einem Strauß bunter Blumen. (Bild: photocase.de)

Freitag, 13. Februar 2009



Bei den Krähen

„Seid still, Taubenvogel“ - noch bevor Irmgard einen Laut machen kann, wird sie übertönt. Eine Krähe, die Oberkrähe hockt sich Irmgard und Gustav gegenüber. „Wir warten schon so lange auf diesen Tag – sprich Taube, wen bringt sie uns, ist er es ?“ Irmgard ist fassungslos: „Wer er ? was redet ihr ? Seht ihr nicht, dass es ein Singvogel, ein ehemaliger Käfigvogel ist ? und ihr fragt mich wo ich ihn doch gerade erst kennen gelernt habe ?“ Gustav ist völlig entrückt und glaubt sich in einem Traum zu befinden. „Gerade deswegen, ahnungslose Taube – kennt sie unsere Überlieferungen ? – Nein! kennt sie unsere Geschichten ? – Nein! kennt sie unsere Prophezeiungen ? – Nein! - dreimal Nein! Taubenvogel, wieso meint sie, leeres Geschwätz sei uns ein Anliegen – so spricht sie, was sie weiß, alles.“ Gustav beobachtet wie Irmgard langsam sauer wird und prescht vor: „Also ich habe keine Ahnung, was das hier soll, aber sie sollten mit Irmgard nicht in diesem Ton sprechen, so was schickt sich nicht.“ Die Krähen brüllen vor lachen, dass der ganze Baum wackelt. Die Oberkrähe: „Aha! Er kann also sprechen – was kann er noch ? kann er fliegen auch ?“ Gustav leicht beeindruckt: „Jawohl! Bin soeben vom Fenster dort drüben (zeigt zum Fenster auf der anderen Straßenseite) bis zur Hausdachkante wo die Tauben sitzen und von dort bis hierher geflogen“. Irmgard gibt ihm einen leichten Schubs und hofft Gustav damit zum Schnabel halten zu bewegen. Doch Gustav registriert nichts und meint ein großes Interesse der Oberkrähe zu erkennen. Dann schildert er in allen Details seine ersten Flugerfahrungen in Freiheit. Die Oberkrähe ist sichtlich beeindruckt, Irmgard zieht ein Schnoferl und die Krähen brüllen im Chor: „Er ist es, er ist es!“RUUUUUUUUUHE! brüllt die Oberkrähe und sieht Gustav in die Augen mit einer Portion extra scharfer Skepsis und erhebt das Wort zu den Krähen: „Wir prüfen Ihn, Singvogel Gustav, wie es die Überlieferung will, ich stelle ihm jetzt die Frage.“ Die Szene ladet sich auf (...) die Oberkrähe beginnt die Worte beschwörend an Gustav zu richten und schwingt singend: „sprich Singvogel, ist er Abraxas – der Vogel der Weisheit, der Vorsehung, der Macht, des Geistes und des Wortes ?“ Gustav ist baff und antwortet erschrocken: „Nein! Ich bin Gustav von dort drüben“ (zeigt wieder zum Fenster auf der anderen Seite der Straße)." Wieder brüllen die Krähen laut auf und der ganze Baum wackelt. Unten am Gehsteig schlichtet das Obstmädchen das Gemüse und schaut auf in den Baum, was denn da plötzlich los ist. Gustav sieht sie zum Glück nicht, denn sie kennt die alte Dame, die ihr schon oft von ihrem Gustav erzählt hat – doch gesehen hat sie ihn noch nie. „Er ist es, er ist es!“ – brüllen die Krähen. RUUUUUUUUUHE! brüllt die Oberkrähe und fährt fort: „Gustav, in unseren Überlieferungen steht, Abraxas wird sich selbst verleugnen – was sagst er dazu ?“ Irmgard gähnt und denkt: 'ich habe es geahnt', schaut zu Gustav rüber, der sie fragt: „Was reden die da ? Ich versteh kein Wort, was wollen die von mir ?“ Irmgard schmunzelt: „schau Gustav, da war einmal eine Möwe, die hat allen Vögeln gezeigt wie man Loopings fliegt und die Krähen haben der Möwe nicht geglaubt und deswegen können sie keine Loopings fliegen.“ "Sie hat still zu sein und ihn nicht zu verwirren", unterbricht sie die Oberkrähe. „Ich kann aber gar keine Loopings fliegen", antwortet Gustav. RUUUUUUUUUHE! brüllt die Oberkrähe und will das Wort an sich reißen. Gustav flüstert zu Irmgard rüber: „Wo ist diese Möwe ? wie heißt sie, wo finde ich sie ?“

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Donnerstag, 12. Februar 2009

Ein Tag

Zwei Genies

Dienstag, 10. Februar 2009

Die Hotelchefin

Der Skiurlaub geht weiter, immer noch der erste Skitag ...

Olga stürmt, nackt wie sie ist, einfach so aus dem Zimmer, immer noch in Schischuhen. Ich hechte ihr, nachdem ich mich von ihren dicken Wollstrumpfhosenfesseln befreit hatte nach und wackel ebenfalls in Schischuhen, laut polternd den Gang entlang, die Stufen runter und rein in den Frühstückssaal. Kein Mensch dort. Auch kein Frühstücksbuffet mehr. Ich schau auf die Uhr an der Wand: Elf Minuten vor Elf, (...) Mist! - Frühstück verpasst. Die Hotelchefin sieht uns. Sieht uns so dastehen und alles bekommt einen eigenartigen verzerrten Winkel. Mal steht sie dort, mal kommt sie auf uns zu, so als ob sie nicht genau wüsste ob sie gehen, stehen, sich komisch verdrehen, verbiegen oder ein Rad schlagen soll. Ich hab gleich gemerkt, so was erleben die hier nicht so oft. „Es gibt nichts mehr!“ stößt sie dann vor. Dann fragt sie uns ob es uns nicht gut geht und warum wir hier nackt in Schischuhen stehen und auf´s Frühstück warten. „Wir warten doch gar nicht!", sag ich. Olga checkt von dem Gespräch gar nix, schleicht sich unbemerkt hinter die Bar und schenkt drei Schnapsgläser mit Wodka voll. Ich seh noch wie sie zwei hintereinander kippt, bevor sie dann mit dreien auf uns zukommt. Auf die Chefin hat die ganze Szene hypnotisierend gewirkt, sie ist plötzlich stumm und ihre Augen werden größer und größer. Olga kommt mit den Schnapsgläsern in extrem großen Schritten, extrem langsam und extrem leise auf uns zu. Alles hat sich unbemerkt in eine surreale Zeitlupe verwandelt. Hotelchefin´s Augen werden immer noch ständig größer, doch sie hat verstanden und trinkt mit uns den Wodka. Dann bricht es aus hier heraus: „Noch einen, mach schnell“ – ich übersetze gestikulierend für Olga und die strahlt wie der erste Sonnenaufgang am Schöpfungstag. Die Zeitlupe verstummt und bevor ich weiter die Augenvergrößerung von Hotelchefin beobachten kann, steht Olga auch schon wieder da mit drei Schnapsgläsern. Wir kippen synchron. Die Tür geht auf, das junge hübsche Zimmermädchen kommt mit dem Staubsauger herein und schreit laut auf. „Halt den Mund, Herta!“ ruft die Chefin.

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Montag, 09. Februar 2009

Eine Chance für Papst Benedikt XVI

Zugegeben, auch nach der ORF Sendung Im Zentrum reichten die zusätzlichen Informationen rund um die Causa Papst Benedikt XVI, Richard Williamson und die Piusbrüderschaft nicht aus, um wirklich Klarheit in die Angelegenheit zu bringen. Die offenen Fragen nach über einer Woche Medienhype bleiben bestehen. Was wusste der Papst ? War es ein Komplott gegen ihn ? Hat der Papst einen Laptop, Internet, das richtige Betriebssystem und kennt er Google ? Eines ist jedenfalls sicher, es ist wieder mal was los in der katholischen Kirche und es wäre eine fade Suppe, wenn es nicht mit dem nötigen Ernst hoch gekocht wird. Williamson wird als "Kirchenterrorist" bezeichnet. Na bravo! Also bei aller Wertschätzung des Judentums und auch gegen jede Verharmlosung dieser Angelegenheit, zu deren zentralen Kern ich noch komme: Ein Terrorist wie Williamson ist vielen wohl um einiges lieber, als islamisch geprägte Terroristen. Es geht in Wahrheit doch nur darum, die ganze Geschichte mit den Juden wieder einmal auf höchster Ebene aufzukochen. Der Papst hat dadurch die historische Chance als Oberhirte der Katholiken mal ordentlich am Tisch zu hauen und Tacheles zu reden. Zugegeben, inoffiziell ist er sicherlich auch der Oberste des Weltchristentums. Nachdem Williamson die Hand vom Vatikan gereicht wurde mit der Bedingung seine Aussagen zu widerrufen, schlägt dieser frech aus und legt noch nach, in dem er nach Beweisen für die Existenz von Gaskammern suchen will.

„Und wenn ich diese Beweise finde, dann werde ich mich korrigieren. Aber das wird Zeit brauchen.“

Ob die Aufhebung der Aufhebung der Exkommunikation nun eingeleitet wird und ob ein Katholik, Katholik sein kann und trotzdem den Holocaust leugnen darf, bleibt unklar - ja förmlich im Nebel. Der jüdische Schriftsteller Doron Rabinovici bringt die Theologie des Antisemitismus auf den Punkt. Demnach kann das Erbe des neuen Testaments erst angetreten werden, wenn der Erblasser auch verstorben ist. Der Erblasser, also der Gott des Alten Testament ist aber quietschfidel, lebendig und wohlauf. Das Siegel der Christenheit ist somit ein Ärgernis für Antisemiten. Gleichwohl muss man und hier liegt der Hase im Pfeffer, mit umso viel mehr Sensibilität an diese größte Wunde der Menschheitsgeschichte herangehen, dass man die Dinge auch mit gleichem Maß wiegt und zwischen theologischen Antijudaismus, modernen Antisemitismus und Antizionismus differenziert. Denn daran erkennt man den echten Feind der Juden und den gefährlichen Feind des Menschen, daran erkennt man den Antichristen, wer diese Dinge miteinander vermengt. Das ist der gefährliche Nazi und das ist der gefährliche Rassist vor dem sich die Welt fürchten muß. Nicht fürchten muss sich die Welt vor Richard Williamson, der schreibt seinen Weblog und sieht sich selbst mehr als Dinoscopus. Der Papst sollte die Chance nutzen und reinen Tisch machen, mit der Piusbruderschaft, mit einem Bekenntnis zum zweiten Vatikanischen Konzils und den Menschen in klaren, unmissverständlichen Worten erklären, in welchem Verhältnis der Vatikan zum Judentum steht. Das Judentum war und wird immer das heilige Siegel des Christentums sein.

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Freitag, 06. Februar 2009

In Memoriam Ulli Maier

Rauris hat eine große Tochter hervorgebracht, eine Skiweltmeisterin. Vor fünfzehn Jahren, am 29. Jänner 1994 stürzte Ulli Maier bei der Abfahrt Arlberg-Kandahar-Rennen in Garmisch-Partenkirchen. Durch Verkanten des rechten Skis verlor Ulrike Maier die Kontrolle und zog sich beim darauf folgenden Sturz tödliche Verletzungen zu. Unmittelbar vor dem Aufprall wurde eine Geschwindigkeit der Skirennläuferin von etwa 104 km/h gemessen. Das Rennen wurde nach ihrem Unfall fortgesetzt. Ich sah den Unfall damals live im Fernsehen. An ihrem 15. Todestag fand in Rauris eine Gedenkfeier statt. Ulli Maier wurde 26 Jahre alt, war Mutter einer Tochter und zweifache Skiweltmeisterin.

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Donnerstag, 05. Februar 2009

Der Skiurlaub

Zurück zum eigentlichen Thema: Skiurlaub in Rauris, Salzburg. Ich steh also mit den Kumpels gleich am ersten Abend, unseren Ankunftsabend, in einer der zahlreichen Apres Ski Hütten gleich bei der Gondelbahntalstation. Olga neben mir. Es brauchte nur ein Lächeln, ein Zuprosten, ein Na sdarowje! und schon war eine gemeinsame geistige Ebene gefunden. Olga konnte glücklicherweise ein wenig Englisch und war mit Mutter und Schwester im Hotel gleich neben unserem eingebucht. Während sie redselig erzählte, bestellten wir zunächst abwechselnd eine Runde Wodka Feige nach der anderen und auch die Kumpels hatten die Lage bereits übernasert und unterhielten sich, leider auf einem entsetzlich primitiven wild gestikulierenden Niveau, mit Olgas Schwester. Olga und ihre Schwester waren Anfang Vierzig und sahen aus wie Achtundzwanzig (und keinen Tag älter) und dann erinnere ich mich noch, dass wir eine beachtliche Ladung Wodka wegkippten und als ich alles nur noch schemenhaft wahrnehmen konnte, ist mir noch in Erinnerung, dass es Olga war, die immer wieder eine neue Runde spendierte. Was danach kam, entzieht sich völlig meiner Erinnerung und auch Olga verriet es mir die ganze Woche nicht, was sie in dieser ersten Nacht mit mir anstellte. Ich erwachte am nächsten Tag (unser erster Skitag) in einem fremden Hotelzimmer, Olgas Zimmer. Ein eiskalter Luftzug ließ mich erwachen. Ich war nackt und konnte mich nicht bewegen, irgendwas steckte in meinem Mund und meine Arme waren ans Bett gefesselt. Dann sah ich es und wusste, es muß irgendetwas schreckliches passiert sein, in dieser Nacht: ich hatte meine Schischuhe an. Dann sah ich Olga am Balkon stehen. Sie war ebenfalls nackt und hatte nur ihre Schischuhe an. Sie stand einfach so da, nackt am Balkon und schälte eine Orange. Ich versuchte mich bemerkbar zu machen, da kam sie schon angewackelt, schloss die Balkontüre und setzte sich auf mich. Sie guckte mich zuckersüß an, nahm mir den Socken aus dem Mund, biss in die Orange, dass ihr der Saft über die Titten lief und hauchte dann: „i ´m hungry darling – let´s go for breakfast“. Dann kippte sie nach rechts weg, langte zur Wodkaflasche am Nachtkästchen, setzte sich wieder auf, nahm einen Schluck, einen richtigen Schluck, einen russischen Schluck. Mir blieb nur der Mund offen stehen - da füllte sie auch schon Wodka in mich ein, daß ich mit dem Schlucken gar nicht nachkam. Eine echte Russin dachte ich noch, da schwang sie schon wieder ihren Apfelpopo vom Bett und rief: "Come on - hurry up - it´s a sunny day".

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Mittwoch, 04. Februar 2009

Eine Lanze für den Papst

Papst Benedikt XVI kommt aktuell ziemlich unter Druck, wofür ich eigentlich kein Verständnis aufbringen kann. Wenn ich mir diese vielen Wichtigtuer und sogenannten demokratisch gesinnten Reformgeister innerhalb der Kirche so anhöre und durchlese, wird mir speiübel. In unserer globalisierten Gesellschaft macht doch ohnehin schon jeder was er/sie will und wenn nun noch das letzte Bollwerk gegen den Verfall von Werten und Traditionen K.O. geht, dann gehen wir allesamt baden. Das Christentum und die christliche Kirche ist genauso wenig eine Demokratie wie der Islam. Wir hatten die Aufklärung und die Trennung von Kirche und Staat eben nur früher, was wer mathematisch ein wenig beschlagen ist, nicht gerade verwundert, weil das Christentum gute 600 Jahre älter ist als der Islam. Und alle die meinen den Papst gute Ratschläge ins Sachen Umgang mit dem Holocaust geben zu müssen, sollen sich brausen gehen. Der Papst hat seine Linie mehr als klar gelegt und jegliche Verleugnung verurteilt. Die Aufhebung der Exkommunikation von Richard Williamson ist eine rein innerkirchliche Angelegenheit und geht Angela Merkel soviel an, wie den Papst das Privatleben von Guido Westerwelle. Der Papst ist Theologe und Angela Merkel Politikerin. Wieso trennen wir Kirche und Staat, wenn wir es ständig in Frage stellen ? Papst Benedikt macht genau das Richtige, ob das wer versteht oder nicht ist zweitrangig. Es ist nicht einer Papst, damit er nach der Pfeife seiner anvertrauten Schäfchen tanzt. Wem´s nicht passt soll sich eben brausen gehen.

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Montag, 02. Februar 2009

Und täglich grüßt ...

das Murmeltier. Murmeltiertag. Vermutlich ist Hannes Androsch das neue ORF Murmeltier, wenn´s darum geht, wie lange noch die Weltwirtschaftskrise dauern soll. Wieder brilliert Androsch zum Thema Weltwirtschaftkrise in der ORF Sendung Im Zentrum. Spätestens jetzt bin ich Androsch Fan und spätestens jetzt ist es fix – in diesen Gewässern kennt er sich aus, niemand kann ihm auch nur annähernd das Wasser reichen und er entwickelt sich zum Krisenpapst des ORF – ich finde das sehr spannend, wie Androsch mal um mal zurückrudert und immer wieder, jeden den Wind aus den Segeln nimmt der meint, Optimismus wäre der Weg aus der Krise. Androsch ist nicht nur Unternehmer, sondern, dass vergessen viele, ein Politurgestein, Finanzminister der 70er SPÖ Blüte, Jungstar des Kreisky Kabinetts und als ehemaliger Kronprinz Kreiskys auch dessen größter Konkurrent gewesen. Ja Leute, auf diesen Mann sollte Österreich hören (ausgenommen natürlich seine äußerst bedauerliche Pro Atomenergie Haltung, ja so hat eben jeder seinen toten Winkel). Und nicht nur weil Androschs Pessimismus ansteckend ist, nicht nur weil dieser Erfahrungsschatz eine eigene Murmeltiersendung würdig wäre, nein, nein! Er macht den Unterschied aus. Nehmen wir z.b. mal die Herrn Niki Lauda oder Karl Heinz Grasser, diese sehr kompetenten Unternehmer nehmen, um ein Klischee zu strapazieren, den Berg bei den Hörnern und wollen hinauf. Androsch ist eher so, dass er unten im Tal ein schattiges Plätzchen sucht und im Buschenschank den Leuten zuhört, welche Geschichten sie über den Berg wissen, ob es die Zeit ist, ihn jetzt zu besteigen und wo es trollige Murmeltiere gibt. Wir müssen uns schon zunächst mal klar werden, was gerade zu Ende gegangen ist und in welchem Change! wir leben, bis die neue Epoche beginnen wird. Ich glaube, hier ist weder Wirtschaftspsychologie noch Zweckoptimismus gefragt. Nüchternes Erkennen ist die Kunst der Stunde. Und Androsch beweißt seine globale Erkenntnisfähigkeit, wenn er von Thatcherismus und Reaganomics spricht, wenn er die Bush Ära als letzte große Abschiedsparty des Kapitalismus begreift. Es geht nicht mehr um eine Trendwende oder um neue Spielregeln des Neoliberalismus und Regulierungen der Finanzmärkte. Wir rutschen ganz langsam in eine völlig neue Weltwirtschaftsordnung und stehen noch nicht mal am Start. Die Baustelle ist noch lange nicht eröffnet. Das Gebäude Kapitalismus fällt gerade langsam in sich zusammen. Und es wird noch Jahre dauern, bis wir erkennen, dass wir etwas völlig neues aufbauen werden müssen. Zugegeben, der Sozialismus schnuppert aktuell Morgenluft, doch wahrlich ich sage Euch: eine neue große und neue nützliche Weltordnung wird entstehen und sie wird nicht Maß nehmen am Sozialismus und nicht Maß nehmen am Kapitalismus. Sie wird Maß nehmen an der Globalisierten Welt und wird sich in einem planetarischen Humanismus ergießen. Wir stehen am Anfang der Weltregierung. Die Welt ist im Wandel und weder der Planet ist in Gefahr noch die Tierwelt, oder die Murmeltiere, sondern die Menschliche Zivilisation. Der Aufbruch ins 21. Jahrhundert hat begonnen und wir haben alle gespürt, dass es so kommen wird. Auch das Murmeltier – gerade das Murmeltier!

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Sonntag, 01. Februar 2009

Abgeschnallt!

Alter Schwede – das war eine Sause. Noch gar nicht wieder richtig Boden unter den Füßen, empfängt uns daheim die weiße Pracht – Winterwonderland. Und dabei hat alles gar nicht so gut begonnen. Doch im Wind des Segels, der Reihe nach: im knallbonbonfarbigen PKW, den Kofferraum voll Grapefruits und Sause Brause ging´s Vollgas Richtung Salzburger Berge. Unterwegs – immer wieder beste Sause Brause getankt. Lichtjahre später am Ziel, wird auf meine Initiative hin, die Piste inspiziert. Die Kumpels raunzten deswegen (wie immer) weil sie lieber in der Apres Ski Hütte volle Kanone laden wollten – doch ich blieb eishart und wollte tunlichst die Bühne testen bevor´s auf die Bretter geht. Was wir nicht wussten, es hat am Tage ein wenig geregnet und es war schon dunkel, als wir uns ganz langsam in kleinen Schritten auf der Kinderpiste vorantapsten. Dann die Erleuchtung: Jesus Christus, heiliger Kanonenschlag, das war ja alles eine einzige große Eisplatte – eine eisige spiegelglatte Piste – doch als uns die Erkenntnis übermannte, waren wir schon ein gutes Stück die Eispiste hinaufmarschiert. Die Kumpels sicherheitshalber immer mindestens zehn Meter hinter mir. Das war auch gut so, denn als ich die Kehrtwende mit Straßenschuhen einschwang, rutschte ich weg wie Klaus Fischer beim Jahrhundertfallrückzieher 1977, nur eben ohne Ball. Knallte volle Kanne auf den Rücken und als Bonus mit dem Hinterkopf auf´s Eis. So das war´s mit dem Urlaub denk ich mir, bekomme keine Luft und liege wie ein regungsloser Käfer kafkaesk am Boden. In sicherer Entfernung stehen die Kumpels und lachen so laut, dass es durch´s ganze Tal hallt und denken wohl ich hab gerade mächtig Spaß. Ohne Luft zu bekommen schaue ich in den Sternenhimmel und versuche erfolglos den Kumpels den Ernst der Lage mittels wilden Gestiken zu vermitteln. Atempause – Atemlos lieg ich am Rücken und die Kumpels lachen was das Zeug hält. Die Sekunden laufen dahin, Sekunden die wie Lichtjahre dahinsausen (auch auf die Brause, dass ein Lichtjahr eine Wegstrecke definiert). Nach Himmelschreienden Gebeten, mich wieder bewegen zu können um den restlichen Urlaub nicht im Gips verpackt im Tiefschnee abseits der Piste geparkt zu verbringen, gelingt es endlich – die Wende!. Ich schaffe es mich auf den Bauch zu drehen, den Mund dabei weit geöffnet, dass mir der Schlecker raushängt und sich am Eis festklebt. Das waren Momente – Erinnerungen die bleiben. Langsam bekomm ich wieder Luft und schimpfe die Kumpels, als wenn es kein Morgen gäbe. Endlich an der Bar angelangt, gelingt es mir ihnen zu vergeben. Denn sie wussten nicht was sie taten, kippe die Wodka Feige runter und wie ich so dastehe und allmählich ankomme, steht sie plötzlich neben mir. Olga! Schon ziemlich gut eingeölt, treffen sich unsere Blicke und die Zungen beginnen zu rollen.

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