Donnerstag, 22. Jänner 2009

Auf die Piste, fertig, Prost!


Auch für Gigolos der alten Schule, werden die Zeiten im Zeichen der Weltwirtschaftskrise härter. Die Konkurrenz schläft nicht und ich darf mich heuer nicht nur auf meine exzellenten Fähigkeiten in Sachen Schifahren, meine Top Kondition und auf mein gutes Aussehen verlassen. Standen in den letzten Jahren nur magere Tagesausflüge ins umliegende Bergland auf dem Programm, so fahr ich heuer wieder klassisches Programm. Eine ganze Woche auf den Pisten im Herzen Salzburgs, Bezirk Zell am See. Darauf bereite ich mich nun schon seit Wochen vor und stähle meinen Körper im Fitnesscenter, besuche Russischkurse für Anfänger und hab meine Pistengarderobe auf den letzten Schrei gebracht. Ich will herausstechen aus der Masse, damit gutbetuchte Russinnen schon von Weiten auf mich aufmerksam werden. Denn was ein junger Künstler wirklich braucht, ist eine Mentorin, eine finanzkräftige Muse, eine trinkfeste Grande Dame der Schönen Künste, die auch mal den einen oder anderen Rubel locker macht und beim Après Ski die Puppen tanzen lässt. Sicherheitshalber hab ich allerdings noch einen Flachmann besorgt und nehme eine Palette Stolichnaya Vodka mit, falls alle Stricke reißen. Ein-Zwei Schlückchen in Ehren am Sessellift, wenn bei dichten Nebel der eiskalte Schneesturm ins Gesicht peitscht, sollten alle Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede überbrücken und die Völkerverständigung fördern. Am Samstag geht´s los. Von den Kumpels, hab ich Blogverbot bekommen, d.h. Laptop bleibt daheim und alle Berichte und Geschichten gibt es erst Anfang Februar. Natürlich wie immer mit sensationeller Photoline (Skihaserln inklusive). Sie dürfen gespannt sein: Na sdarowje! (Bild: Wodka mit Feige / © marions-kochbuch.de)

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Mittwoch, 21. Jänner 2009

Vollgas!

Tag 1 nach der Wende: Jetzt ist es soweit: Change! Die Welt hat endlich einen König, die schwarze Weltbevölkerung einen Messias und schon geht die Post ab. Alles läuft auf Hochtouren, Guantanamo wird geschlossen, der Irak Krieg ist so gut wie beendet, Russland liefert wieder Gas, nach einem harten Job hinter verschlossenen Türen, zwischen der hübschen Julia Timoschenko und dem eigentlichen Zaren von Russland, Wladimir Putin. Dmitrij Medwedjew ist durch den Gasstreit offiziell zu Putin´s Hampelmann gekürt worden. Israel zieht seine Bodentruppen wieder zurück aus dem Gazastreifen, der nun in Schutt und Trümmern liegt. Mausi Lugner fliegt aus dem Dschungelcamp und kann das entgangene Würmer und Kakerlakenfressen beim Ex, Mörtel Richard Lugner, in der Lugner City nachholen. Dafür hätte sie echt nicht den weiten Weg in den Dschungel nehmen müssen. Auch in Österreich gibt es genügend Kakerlaken zum fressen, getreu dem Motto: Du bist, was Du ißt. Übrigens: Kakerlaken sind die einzigen Lebewesen, die nach einem Atomkrieg oder einem nuklearen Super GAU überleben und dann auch noch an Größe zulegen. Vielleicht schmecken Sie deswegen so lecker, weil sie von der Evolution für die Ewigkeit begünstigt sind und somit die Auserwählte Art auf diesem Planeten stellt. Vorausgesetzt natürlich, der Mensch schafft die notwendigen Rahmenbedingungen, hält an seinem Nuklearen Wahn fest und rollt der Auserwählten Art den roten Teppich aus: zum Evolutionären Endsieg. Alles zusammen, ergibt es genügend Gründe um Optimismus auszustrahlen, in jedem Wort, in jeder Geste, zeigen Sie der Welt ihre Schokoladenseite und lächeln Sie. (Bild: aboutpixel.de /schwarzer König © schachspieler)

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Dienstag, 20. Jänner 2009

Change!


Was die Welt retten wird, sind die Dinge,
die uns verbinden, nicht unsere Differenzen.
David McTaggart - Gründer von Greenpeace International

(Bild: photocase.de)

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Donnerstag, 15. Jänner 2009

Der Traumschleier

Gefangen fühlt sich Gustav immer noch. Sein Käfig fliegt wie ein unsichtbarer Schleier mit ihm mit. Sein geringes Wissen über die Krähen trägt zusätzlich, neben den Geschichten die ihm die alte Dame oft abends vorm schlafen gehen vorlas, einen Schatten mit sich. Es ist dieser Traum, den er immer und immer wieder träumte. Die Erinnerung frischt sich jetzt im Flug unmittelbar vor dem Ziel und den immer konkreter werdenden Krähen erneut auf. Irmgard will er nicht auch noch damit konfrontieren und fliegt stumm neben ihr her. Furcht hat er keine mehr, Irmgard wird die Lage schon richtig einschätzen. Doch dieser Traum flammt nun auf, wie junges Feuer im Windstoß. Gustav erinnert sich: "Es beginnt immer in einer Gondel, die bergauf durch den Nebel gleitet. Plötzlich hält sie, knapp vor dem Gipfel, doch der ist gut verpackt im Nebel und nicht zu sehen. Gustav sitzt alleine in der Gondel, und sieht nur die Stahlseile im Nebel verschwinden. Langsam durchbricht die Spitze des Berges den Nebel und eine rote Sonnenglut ergießt sich über die Szene. Gustav ist wie geblendet von den warmen Strahlen und sieht einen Schwarm Vögel von der anderen Seite des Berges über den Gipfel aufsteigen. Er kann nur ihre Silhouetten erkennen. Wie ein Eisberg sticht die Bergspitze aus dem Nebel und die Vögel kreisen wie Möwen über einen auftauchenden Wal, laut krähend im Sonnenrot über dem Gipfel. Es sind Krähen, wird sich Gustav im Traum bewusst und schlagartig nehmen die Krähen Kurs auf Gustav und setzen sich auf´s Gondeldach. Es macht einen Ruck und die Gondel fährt weiter. Diesmal in die andere Richtung." An dieser Stelle erwacht er immer und helles Vollmondlicht scheint durch´s Fenster genau auf seinen Käfig. Irmgard setzt im Nussbaum auf, Gustav flattert noch ein wenig nervös hintennach und landet dann gleich daneben. Die Krähen formieren sich und bilden eine Arena um sie herum. Wie zwei Angeklagte hocken die zwei im Nußbaum, Gustav schluckt, dann ergreift Irmgard das Wort. (Bild: photocase.de)

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Mittwoch, 14. Jänner 2009

Zwischenstop am Autodach

Gustav und Irmgard auf ihrem Weg zu den Krähen unterbrechen ihren Flug kurzfristig und machen Zwischenlandung auf einem Autodach. Irmgard vom Eisvogel vollends überzeugt, dass im Moment alles seine Richtigkeit hat, wird von Gustav unvermittelt zu einer Aussprache gebeten. „Siehst du die Krähen, wie sie schon auf uns warten, sie lauern geradezu, mir ist das ein wenig unheimlich. Sie sind so ruhig und dennoch angespannt. Vielleicht erwarten die uns schon ?“ Irmgard beginnt zu lachen. „Ja da guckst Du, du Held,... kack doch auf´s Autodach, wenn sie dir nicht geheuer sind und wir fliegen wieder zurück zu den anderen, morgen ist ja auch noch ein Tag.“ Gustav tobt, (...) hüpft auf dem Autodach wie wild und zischt: „Toller Spruch – sehr konstruktiv, schau doch mal rüber auf den Baum, siehst Du nicht wie sie lauern ?“ Irmgard lenkt ein und erzählt Gustav ihre Erfahrungen mit den Krähen, dass sie die Krähen kennt und keine Furcht vor ihnen hat. Sie erinnert ihn auch daran, dass er es war, der den Krähen ihre Geheimniskrämerei nicht abkauft. „Ja ich weiß es ja, in der Theorie, die alte Dame hat mir oft Geschichten vorgelesen, doch jetzt ist es anders, so nah hab ich sie noch nie gesehen.“ Irmgard beruhigt ihn: „Du wirst sehen es ist halb so wild, sie sind nur anders als andere Vögel, sie sind wirklich sehr freundlich, kultiviert, sind sehr gesellig und gesprächig. Du wirst sehen du wirst sie mögen. Sie sind anders als alle anderen Vögel. Du willst deine Frage stellen, also fliegen wir rüber und vielleicht bekommst du eine Antwort.“„und wenn sie keine Antwort haben ? Wenn ich mir die Worte nur eingebildet habe und in Wahrheit hat der Wind sie mir geflüstert ?“ „Dann Gustav, wirst Du wohl den Wind fragen müssen. Doch Du wirst es nie erfahren wenn wir hier am Autodach hocken bleiben.“ Das war überzeugend. Gustav und Irmgard heben ab. Vom Autodach Richtung Nußbaum, wo die Krähen sie schon erwarten.

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Dienstag, 13. Jänner 2009

Vom Busfahren und anderen Gemeinheiten

Reden wir über Wahrscheinlichkeiten. Wahrscheinlichkeiten gibt es wie Sand am Meer. Wahrscheinlich gibt es unendlich viele Wahrscheinlichkeiten. Wahrscheinlich gibt es unendlich viele Welten und unendlich viele Wirklichkeiten. Ob es auch unendlich viele Wahrheiten gibt, wird geschichtlich betrachtet meistens kontrovers gesehen und empfunden. Wenn ich dem täglichen Sachzwang erliege und mich dem Existenzkampf widme, fahre ich hin und wieder mit dem Bus. Bei Minusgraden ist es kein vorrangiges Vergnügen mit dem Motorrad zu fahren. Mein Bike steht schon seit den ersten feuchten Herbsttagen, wenn schon nasse Blätter auf der Fahrbahn kleben, gut verpackt im Warmen und macht Winterschlaf. Andere in meinem nahen Umfeld frönen dem Luxus, ein eigenes Auto in der Garage zu pflegen. Die Busfahrer, die täglich bei klirrender Kälte, alle zwei bis drei Minuten die Türe öffnen um Fahrgäste ein und auszuladen, haben gerade keinen gemütlichen Job und sind dennoch froh und dankbar, Busfahren zu dürfen. Als Fahrgast steht es einem natürlich frei, nicht gerade die Türe beim Fahrer zu strapazieren. Einige Auserwählte englische Busfahrer, fahren aktuell mit hochbrisanter Botschaft: „Es gibt wahrscheinlich keinen Gott – deswegen genieße dein Leben und sorge dich nicht.“ Man stelle sich vor die UNO Schule im Gaza Streifen, hätte die Botschaft am Dach als Leuchtreklame betrieben. Die israelischen Bomben auf die Schule, hätten umso treffsicherer die Wahrscheinlichkeiten relativiert, als die EU, der Weltsicherheitsrat oder God himself, die Variablen für diese schwierige Rechenaufgabe definiert hätten. Israel darf wahrscheinlich alles und die Welt sieht zu und ermahnt. Nicht auszudenken, würde der Staat zugesperrt und das beliebteste Volk der Welt nach Hause geschickt werden, wahrscheinlich Madagaskar. Da lassen wir uns lieber die Wahrscheinlichkeit gefallen, der Iran baut die Bombe und möchte sich nicht mehr sorgen müssen und das Leben endlich genießen. Die Wahrscheinlichkeit, das der Gasboykott der Russen und das wahrscheinlich bevorstehende Wiedereinschalten des soeben abgeschalteten uralt Sowjet Reaktors Bohunice 2, WWER-440/230 – miteinander korrelieren und eine Verschwörung alter intakter KGB Netze ist, sinkt mit der Wahrscheinlichkeit, daß die Russen bis Wochenmitte wieder Gas nach Europa liefern. Ein Blick auf die umliegenden Atommeiler, befreit uns mit oder ohne Gas trotzdem nicht von den Sorgen. Weltweit wurden Ende 2007 210 Kernkraftwerke mit 439 Reaktorblöcken in 31 Ländern und einer installierten Gesamtleistung von 372 Gigawatt genutzt, um kommerziell Strom zu gewinnen. Zum Vergleich, das größte Wasserkraftwerk der Welt, der Drei Schluchten Damm in China erzeugt eine Leistung von 18 Gigawatt. Ein AKW erzeugt pro Reaktorblock im Schnitt zwischen 0,8 - 1,5 GW. mehr

Montag, 12. Jänner 2009

Die blaue Rose

Der Kaiser von China hatte eine Tochter, die war schön und sehr klug - und sehr, sehr eigenwillig: was sie nicht wollte, das wollte sie nicht. Und heiraten, heiraten wollte sie ganz gewiß nicht.
Am Hof und im ganzen Reich wurde darüber schon getuschelt: "Sie nimmt keinen Mann. Sie will keinen Mann! Was mag da nur los sein? Ist sie zu stolz? Oder kann sie nicht lieben? Oder ist sie am Ende gar verhext?" Ihr Vater, der Kaiser, drängte sie darum jeden Tag, doch einen Ehemann zu nehmen, und endlich sagte sie: "Also gut, ich werde heiraten - aber nur den, der mir eine blaue Rose bringt".
Da rief der Kaiser alle großen und wichtigen Männer des Reiches in seinen Palast, und sagte, derjenige solle seine einzige Tochter zur Frau bekommen, der ihr eine blaue Rose bringe.
"Eine blaue Rose? Eine blaue Rose! Hat man davon je gehört?!" Die Freier murmelten und murrten und machten sich davon. Und nur drei blieben übrig: der erste ein großer Kriegsheld, der zweite ein reicher Kaufmann, der dritte ein Gelehrter, bewandert in allen Wissenschaften und in der schwarzen Kunst der Hexerei. Und die versprachen nun alle drei, in dreißig Tagen zurückzukommen mit einer blauen Rose.
Der Kriegsheld rüstete sich und zog mit hundert Kampfgefährten gegen ein benachbartes Königreich, das war berühmt für seine Schätze. Und dem König des Reiches ließ er sagen: "Ich werde dich vom Thron stürzen und dein Reich zerstören, wenn du mir nicht eine blaue Rose bringst!" Der König erschrak, und mit ihm sein Reich, und seine Diener und Ratgeber überlegten hin und her, bis endlich einer in einer Schatzkammer einen großen blauen Edelstein fand, einen gewaltigen Saphir. Den brachte man zu einem Edelsteinschleifer, der schnitt daraus eine blaue Rose, die gab man dem fremden Krieger, und der zog zufrieden ab.
Der Kaufmann durchforschte all seine Lager und Speicher und ließ auf allen Märkten im Inland und Ausland fragen, ob eine blaue Rose zu kaufen wäre - aber sie war für Geld nicht zu haben. Da erstand er für ein Vermögen eine Schale aus Porzellan, zart wie ein Posenblatt, und vom besten und teuersten Maler des Reiches ließ er da hinein eine blaue Rose malen.
Der Gelehrte ging in sein Haus, schloß sich ein in der innersten Kammer, s chlug nach in den uralten Büchern, fand die geheime Formel, mischte seltsame Kräuter und Pulver, kochte daraus einen blauen Sud, stellte eine weiße Rose hinein - und die weiße Rose färbte sich blau!
Nach dreißig Tagen kamen die drei zum kaiserlichen Palast; verneigten sich vor dem Kaiser und vor seiner Tochter, dann trat der Krieger vor und gab der Prinzessin die Edelsteinrose. "Das ist keine blaue Rose," sagte die Prinzesssin, "das ist ein Saphir, und davon hab ich mehr als genug."
Da trat der Kaufmann vor und reichte ihr die Rose aus Porzellan. "Wie schön, wie wunderschön," sagte die Prinzessin. "Sollte ich jemals wirklich eine blaue Rose bekommen, so will ich sie nur in diese Vase stellen."
Da trat der Gelehrte vor und gab ihr die Zauberrose. Die Prinzessin nahm sie, besah sie von allen Seiten, ging damit zum geöffneten Fenster - da flog ein Schmetterling herein, setzte sich auf die Rose und fiel im Augenblick wie tot zu Boden. "Das ist keine blaue Rose", rief die Prinzessin, "das ist Gift und Betrug und Hexerei!"
Am Abend dieses Tages ging sie durch den Garten des kaiserlichen Palastes. Da hörte sie von jenseits der Mauer eine wunderschöne Melodie, und jemand sang dazu von der Schönheit und von der Liebe und von der Sehnsucht. Sie stieg auf einen Gartenstuhl, schaute über die Mauer und erblickte einen jungen Spielmann.
"Wie schön ist dein Lied, Fremder," sagte sie.
Viel schöner ist dein Gesicht, Fremde," sagte er.
Und die Luft war süß und der Mond schien wie Silber und sie blieben sich nicht lange fremd, denn ihre Herzen fanden zueinander.
"Du bist der erste Mann, den ich lieben kann," sagte die Tochter des Kaisers, "doch ich kann dich nicht heiraten, denn ich habe erklärt, ich würde nur den zum Mann nehmen, der mir eine blaue Rose bringt. Und das Wort der Tochter des Kaisers ist wie ein Gesetz."
"Ach, wenn es mehr nicht ist!", sagte der Spielmann, "morgen früh komm ich zu dir in den Palast mit einer blauen Rose."
Am andern Morgen ging der Spielmann zum Palast, und unterwegs pflückte er am Straßenrand eine weiße Rose. Und er trat vor den Kaiser und seine Tochter, verneigte sich und gab der Prinzessin die Blume, die er in der Hand hielt. Die nahm die Blume und sah den Spielmann an und sagte, ja, genau so eine blaue Rose habe sie sich immer gewünscht. Und weil das Wort der Tochter des Kaisers wie ein Gesetz ist, darum sagte ihr Vater: "Sie hat es gesagt, die Rose ist blau, und damit wird sie jetzt deine Frau!"
Und sie heirateten und wurden sehr glücklich und bekamen viele Kinder. Und im Garten ihres Palastes blühten tausende weiße Rosen, aber sie nannten ihn nur - unsern blauen Garten.

(Chinesisches Rosenmärchen)

Samstag, 10. Jänner 2009

Für Dich


Endlich mal eine sinnvolle Kampagne. Mein kleiner, feiner Blog hier, ist ja (wie treue Leserinnen und Leser der ersten Stunde wissen) meine persönliche Hommage an Douglas Adams und an meinen Vater der am 42ten Tag des Jahres 2007 an einem Herzinfarkt gestorben ist. Deswegen freut es mich besonders wenn ich ihm wiedereinmal einen Blog widmen darf. Irgendwie hat sich der Blog wie von selbst gefunden, ich brauchte gar nichts dazu tun, erst im nachhinein erkannte ich die Zusammenhänge mit dem 11. Februar, der Zahl 42 und Douglas Adams. Die Verehrung eines Künstlers posthum ist eine umso spannendere Geschichte, wenn man in einem entscheidenden Punkt eine andere Sicht hat. Es wäre viel schwieriger für mich hier eine Heiligenverehrung für z.b. Franz von Assisi zu bloggen. Meine Motivation hier, für einige wenige LeserInnen, auch noch den Kaschperl zu spielen (das nochdazu misslingt, Anm. d. Redaktion) liegt nur darin, daß mir Douglas Adams einen Grund dafür gibt. Das ist das eine - was auch mal gesagt werden musste.

Zum anderen: Da es in England immernoch Leute gibt, die nicht verstehen, warum Indien keine Kronkolonie mehr ist, schlage ich vor, diese Kampagne auf den Subkontinent auszudehnen und auf indischen Bussen (und die sind zahlreich) zu plakatieren. Wahrscheinlich erscheint uns dann das Wort: "Probably" in einer völlig neuen Dimension. weiter zur Kampagne

Mittwoch, 07. Jänner 2009

Im Bann des Eisvogels


während des Fluges...

„Nichts von dem, was die Krähen wissen und nichts von dem, was die Krähen sagen, ist ein Geheimnis, eine gezielte Frage habe ich nur. In Unfreiheit, als ich noch im Käfig hockte – trug mir der Wind rätselhafte Worte der Krähen zu, aus denen ich nicht schlau werde.“ antwortet Gustav. Irmgard fliegt dicht an Gustav ran, (...) der flattert zunehmend nervöser, als er den Nußbaum um ein gutes Stück weiter als seine erste Flugstrecke in Freiheit, in der Ferne erkennt. „Was denn für rätselhafte Worte ?“ will Irmgard wissen. „Das bleibt ein Geheimnis, wenn ich es dir erzähle, verwirrt es dich bloß.“ flüstert Gustav und flattert kräftiger. Ein sanfter Nord Ost Wind begleitet die zwei auf ihrem Weg zu den Krähen und erleichtert Gustav die Höhe zu halten. „Die Krähen sind mystisch Gustav, verlier dich nicht in rätselhaften Worten – aus dem Grund flieg ich mit, um dir Orientierung zu geben. Du bist zum ersten Mal in Freiheit und benimmst dich als ob du in geheimer Mission unterwegs wärst.“ – „und wenn´s nun so wäre ? wenn alles kein Zufall war, dass ich nur einige Tage bevor der Fußball durch´s Fenster flog und mich befreite, die rätselhaften Worte der Krähen hörte?“ kontert Gustav, steigt höher, nimmt einen Gang zurück und lässt sich vom Wind tragen. Irmgard fliegt nun vor ihm ein gutes Stück weiter unten. „Das hab ich nun davon“ denkt Irmgard „kaum aus dem Käfig raus, bildet er sich ein, für höheres berufen zu sein. Besser ich dreh um, bevor ich mich von ihm zum Gespött der Krähen machen lasse.“ – Plötzlich hört Irmgard wieder die seltsame Stimme wie auf dem Dach: „Flieg lieber mit!“ – sie blickt nach oben und sieht in einiger Entfernung einen Eisvogel fliegen. Irmgard zieht nach oben ab, zischt vor Gustav vorbei, macht einen Rückwärtslooping und kommt neben ihm wieder in die Spur. „Wo hast du das denn gelernt ?“ will Gustav wissen, „so was können doch Tauben gar nicht“. Sie deutet mit dem Flügel nach oben zum Eisvogel und ruft: „sieh doch mal dort!“ – (...) Gustav sieht nach oben und ist begeistert: „Ein Eisvogel!!“ - Irmgards Augen leuchten: „Du hast recht Gustav! Es gibt kein Zufälle.“ Gemeinsam fliegen sie weiter zum Nußbaum, wo sie die Krähen bereits erspäht haben.

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Sonntag, 04. Jänner 2009

Der Bauchredner

Ein junger, begabter Bauchredner tritt in Abendlokalen auf.
Eines Nachts zeigt er seine Kunst im Gasthaussaal eines kleinen Ortes auf
dem Lande. Mit seiner Rednerpuppe auf seinem Knie, bringt er sein gewohntes
Repertoire an Blondinen-Witzen.

Einer jungen, hübschen Blondine, in der vierten Reihe wird das nach einer
kurzen Weile zu bunt.
Sie steht auf und protestiert lautstark:

'Ich habe nun genug von ihren blödsinnigen Blondinenwitzen gehört.
Wie können sie es wagen, alle Blondinen in diese stereotype
Dümmlichkeitsmaske hineinzwängen zu wollen?!
Was hat die Farbe des Haares mit dem Wert einer Person als menschliches
Wesen zu tun?
Es sind Kerle wie Sie, die verhindern,
dass Frauen wie ich im Arbeitsumfeld und Gemeinwesen respektiert werden und
somit nicht das volle Potential der möglichen persönlichen Entwicklung
erlangen.
Sie und Ihresgleichen verewigen die Diskriminierung nicht nur der blonden,
sondern aller Frauen generell und das noch dazu unter dem Deckmantel des
Humors!'

Dem Bauchredner ist die Szene ungemein peinlich....
Er beginnt sich zu entschuldigen, aber die Blonde schreit ihn an:

'Sie halten sich da raus!
Ich spreche mit dem Arschloch, das auf Ihrem Knie sitzt! '

Freitag, 02. Jänner 2009

Gustav denkt...

„Irmgard ist wahrlich eine flotte Taube, vielleicht wenn wir nach getaner Futtersuche uns des Abends im silbernen Mondlicht auf einem einsamen Mauervorsprung niederlassen,…, es könnte schon zum turteln beginnen,…,nein,nein – wo denkst du nur hin.“ ermahnende strenge innere Worte, die Gustav an sich richtet, "Du bist nicht so weit geflogen um bei der erst besten Taube, mit sensationeller Frisur – picken zu bleiben". Wenn man es richtig betrachtet, liegt das weite Fliegen allerdings noch vor ihm – Gustav rutscht nervös auf der Dachkante herum und liest sorgenvolle Gedanken in Irmgards Augen aufsteigen. Dabei erinnert er sich an die alte Dame, die Abends vorm zu Bett gehen, immer noch eine Sprung bei Gustav´s Käfig vorbeischaute, ob er auch genug zu fressen und genug Wasser hat. Gustav saß immer schon in Schlafposition auf der Stange und blinzelte, sobald die alte Dame vorm Käfig stand. Er konnte es genau sehen. Abend für Abend konnte er die Sorgen in ihren Augen lesen. Dabei war doch immer alles in Ordnung. Er konnte nicht verstehen, warum die alte Dame sich ständig sorgte. Irmgards Blick beunruhigt ihn und er schaut besorgt in die Luft und seufzt laut auf. „Warum seufzt du denn Gustav ?“ fragt Irmgard leise. „Ach es ist nur, wegen der Krähen. Vielleicht hast Du ja recht und sie raten mir etwas, dass ich besser bleiben lassen sollte.“ Irmgard seufzt nun auch und schaut ebenso sorgenvoll in die Luft. „Wenn das mal gut geht“ flüstert Ilse zu Gudrun. „Ach, halt den Schnabel Ilse“ faucht Gudrun und gibt Ilse eine in die Seite, da springt plötzlich Gustav auf, stellt sich vor versammelter Truppe und schwingt das Wort: „Ihr lieben Tauben, ich danke Euch für euren herzlichen Empfang, doch werde ich nun einen Baum weiterfliegen zu den Krähen“. Sagt´s und hüpft von der Regenrinne. Zunächst stürzt Gustav ein paar Stock tiefer, bis er wieder Segel gefangen hat und nimmt dann schnurstracks Kurs Richtung alter Nussbaum, wo die Krähen sitzen. Irmgard springt auf, sieht ihm hinterher und hört plötzlich eine Stimme Dir ihr sagt: „Flieg besser mit“. Zack! weg ist sie. Irmgard holt Gustav fast im Schlaf ein, so langsam fliegt er. Als sie auf gleicher Höhe fliegen, sieht sie Gustav in die Augen und sagt: „Na Gustav! Hast du gedacht mich interessiert das nicht, was du mit den Krähen plauschen wirst ?“.

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Donnerstag, 01. Jänner 2009

Prosit 2009

Liebe Leserinnen und Leser! Ich wünsche ihnen allen ein glückliches und friedliches neues Jahr. Das letzte Jahr im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends. So schnell vergeht ein Jahrzehnt. Unglaublich und wahr. Das neue Jahr wird auf diesem Blog weniger Fussball bringen, die Europameisterschaft ist Geschichte, die Weltmeisterschaft in Südafrika findet ohne Österreich statt und die Motivation im heimischen Fussball ist nicht gerade euphorisierend. Jetzt wäre die richtige Zeit für einen Generalsanierungsplan um in einigen Jahrzehnten den österreichischen Fussball wieder international zu etablieren. Der Blog-Schwerpunkt für heuer liegt sicherlich in Sachen Weltfrieden und Gustav der bunte Singvogel hat viele spannende Abenteuer zu bestehen. Möge uns allen, die wir täglich früh morgens für den Frieden in der Welt aufstehen und arbeiten, ein gesegnetes und erfolgreiches Jahr bevorstehen.