Das Christkind

In den 1970ern war alles noch relativ einfach und klar, zumindest was das Christkind betraf. Meiner Erinnerung nach hinterfragte ich erschreckend wenig, in meiner Phantasie fand ich auf jede Frage, auf jede Ungereimtheit immer rasch eine klare Antwort und logische Erklärung. Auch die Einbildung, das Christkind gesehen zu haben förderte diese Entwicklung nachhaltig. Sie können sich also vorstellen, dass eine Welt in mir zusammenbrach als mich meine Schwester irgendwann Anfang der Achtziger sehr rüpelhaft und brutal in die harte, kalte Realität katapultierte: „Das gibt´s auch nicht, das sind auch die Eltern.“ Mit diesen Worten und besonders mit dem Wort 'auch', explodierte das gesamte Universum für mich, wie in der Szene im ersten Teil der Anhalter Serie, als Arthur Dent zusehen muss wie die Erde explodiert. Es war meine erste Urknallerfahrung - eine neue geistige Welt entstand. Sie posaunte es einfach so heraus und ich weiß es noch wie heute, es war zu Ostern – als es um den Osterhasen ging. Beim Osterhasen hatte ich ja selbst schon meine Bedenken, aber das Christkind war mir stets heilig – bis heute. Natürlich weigerte ich mich vehement ihr zu glauben und meine Eltern versuchten umgehend den Schaden zu begrenzen. Meine Schwester sei durch irgendwelche Schulkolleginnen irritiert worden, die allesamt vom Weg abgekommen sind. So in der Art war damals die Erklärung. Das beruhigte mich aber nicht auf Dauer, wie Sie sich vorstellen können.
Heutzutage ist ja alles viel schwieriger. Heute stellen Kinder schon viel differenziertere Fragen. Die Sache mit dem Christbaum und dem Baumschmuck nur als Bespiel, denn dass an jeder Ecke Christbäume verkauft werden, entgeht auch einem Kind nicht. Deshalb muss man eben wissen: den Christbaum bringt das Christkind, der Baumschmuck aber wird bereitgestellt.
Wer aber ist nun das Christkind? Manche Kinder sind nicht davon abzubringen, dass es das Christuskind höchstpersönlich ist, das ihnen die Geschenke bringt. Wenn wir uns den Liedtext von „Alle Jahre wieder“ ansehen, dann haben diese Kinder eigentlich gut zugehört. Trotzdem ist das Christkind aber nicht der Herr Jesus, also jedenfalls nicht bei uns hier – in der zivilisierten normalen Welt. Da irrt sich eben der Liedtext. Das Christkind ist sozusagen der Oberste Weihnachtsengel des Herrn und organisiert ihm alljährlich seine Geburtstagsparty. Wenn sie wollen, die Chef Eventmanagerin des Herrn – auch nicht unwichtig, bleibt das Christkind immer ein kleines gschaftiges Mädchen.
Meiner Meinung nach ist es theologisch-pädagogisch nicht ratsam das Christkind mit dem Christuskind gleichzusetzen, das schafft mehr Verwirrungen als dass es dienlich wäre. Auch hat das Christkind viele andere Engeln die ihm bei der Arbeit helfen. Geschenke machen, verpacken, schmücken und und und. Die Wunschzetteln aber, werden alle persönlich vom Christkind abgeholt, da empfiehlt es sich auch immer die Kinder eine Zeit lang zappeln zu lassen und die Zetteln eine Weile draußen liegen zu lassen. Die Zetteln der braven Kinder werden natürlich stets als erstes abgeholt. Je schlimmer ein Kind unterm Jahr seine Folgsamkeit darbot, umso mehr muss es bangen ob sein Wunschzettelchen noch abgeholt wird. Hier kann man natürlich alles wunderbar ausschmücken und von früher erzählen, weil die Abholung der Wunschzetteln eine so einfache und klare Angelegenheit ist. Anders ist es da schon wenn die Frage ins Zentrum des Geschehens rückt.
Meiner Meinung nach ist es theologisch-pädagogisch nicht ratsam das Christkind mit dem Christuskind gleichzusetzen, das schafft mehr Verwirrungen als dass es dienlich wäre. Auch hat das Christkind viele andere Engeln die ihm bei der Arbeit helfen. Geschenke machen, verpacken, schmücken und und und. Die Wunschzetteln aber, werden alle persönlich vom Christkind abgeholt, da empfiehlt es sich auch immer die Kinder eine Zeit lang zappeln zu lassen und die Zetteln eine Weile draußen liegen zu lassen. Die Zetteln der braven Kinder werden natürlich stets als erstes abgeholt. Je schlimmer ein Kind unterm Jahr seine Folgsamkeit darbot, umso mehr muss es bangen ob sein Wunschzettelchen noch abgeholt wird. Hier kann man natürlich alles wunderbar ausschmücken und von früher erzählen, weil die Abholung der Wunschzetteln eine so einfache und klare Angelegenheit ist. Anders ist es da schon wenn die Frage ins Zentrum des Geschehens rückt.
Was passiert am heiligen Abend eigentlich genau? Wie macht das alles das Christkind? Solche Fragen stellte ich als Kind der 70er z.b. nie. Mir war das alles immer sonnenklar, mir brauchte da keiner irgendwas erklären – aber bitte, die Kinder von heute sind ja mit weit viel mehr konfrontiert als wir damals. Also flüchtet man sich mit einer Nuance Science Fiction in die Physik. Das Christkind ist nämlich sehr schnell – extrem schnell sozusagen und wenn man es genau wissen will, ist es schneller als das Licht. Es bringt den Baum ungeschmückt mit, spannt ihn in den Christbaumständer und stellt ihn mit den Geschenken ins Wohnzimmer, putzt ihn dann in Windeseile auf, mit dem bereitgestellten Schmuck – läutet das Klingglöckchen und ist schon wieder dahin um in anderen Wohnzimmern die Bescherung zu organisieren. Das alles passiert mit Überlichtgeschwindigkeit. Den Vätern, denn nur den Vätern ist es vorbehalten während der Bescherung im spirituellen Epizentrum zu stehen – gestaltet sich das alles in einem wunderbaren Licht. Das wunderbare Licht ist unbeschreiblich und breitet sich im ganzen Wohnzimmer für Sekundenbrauchteile aus. In diesem Licht sinkt man dann demutsvoll auf die Knie und kann es fast nicht fassen - doch kaum hat das Christkind das Klingglöckchen geläutet, steht man wieder stramm wie ein Präsenzdienstverweigerer da und wartet auf große Kinderaugen. Ohne Überlichtgeschwindigkeit wäre das alles unmöglich. Zum Glück organisiert in anderen Ländern der Weihnachtsmann die Bescherung, damit bleibt für´s Christkind alles noch halbwegs übersichtlich. Zusammengefasst bleibt alles in Summe eine Frage der Geschwindigkeit. Denn zurückerinnert an damals, an den Moment als ich mir einbildete das Christkind gesehen zu haben, erinnere mich noch gut an einen Silberstreif hoch oben am Himmel, zu Beginn der blauen Stunde. Ich weiß noch wie damals, als ich mir sagte: „Oida! is des schnööö!!"
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Football, the Word Peace and Everthing
&
photovision.at Productions
wünschen Euch allen gesegnete Weihnachten
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und einen guten Rutsch ins neue Jahr





























