Jeanne d’Arc: Die Heilige mit Schwert und Rüstung
Heute an Allerheiligen, ist die Auswahl an Heiligen beinahe schon unüberschaubar geworden. Auch wenn viele ihre eins, zwei, drei Lieblingsheiligen haben, so sind es doch in Summe eine große Schar und jeder Einzelne von ihnen lebte ein bemerkenswertes, oft unglaubliches und immer ungebeugtes Leben im felsenfesten Glauben und im Dienste unseres Herrn. Eine Figur allerdings ragt besonders aus der europäischen Geschichte hervor, deren Unverwechselbarkeit und Einzigartigkeit nicht nur dadurch gekennzeichnet war, dass es sich um eine Frau handelt die zeitlebens eine Jungfrau war, selbiges schaffen auch heute noch zahlreiche Frauen. Viel entscheidender war ihre Rolle im Hundertjährigen Krieg, als sie die englische Belagerung von Orléans, der als Schlüssel zu Südfrankreich gilt, am 8. Mai 1429 aufhob und damit die Wende des Krieges einläutete. Die Engländer zogen sich in der Folge bis zum Ende des Krieges 1453 fast völlig vom Festland wieder auf die Insel zurück, nur Calais folgte erst 1559 unter die französische Krone. Jeanne d’Arc war jedoch nach der Befreiung Orléans kein Glück beschieden. Nach der Krönung Karl VII wollte sie nach Paris vorstoßen, doch ihr Versuch am 8. September 1429 scheiterte. Karl VII wendete sich daraufhin von ihr ab und Teile der Armee versagten ihr die Unterstützung. Im Mai des folgenden Jahres wurde sie von den Burgundern festgenommen und für 10.000 Franken an die Engländer verkauft. Das Schicksal Jeanne d’ Arc war besiegelt, sie erfuhr keine Gnade durch die Englische Krone und wurde am 30. Mai 1431 als notorisch rückfällige Ketzerin auf dem Scheiterhaufen am Marktplatz von Rouen verbrannt. Ihre Asche wurde in die Seine gestreut. Jeannes Mutter bemühte sich darum den Prozess neu aufzurollen und 24 Jahre später, am 7. November 1455, eröffnete Karl VII vor dem Hintergrund veränderter politischer Verhältnisse in der Kathedrale Notre-Dame de Paris einen Rehabilitationsprozess. Am 7. Juli 1456 wurde das Urteil verkündet: die vollständige Rehabilitierung - allerdings ohne diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die ihren Tod verursacht hatten. Am 18. April 1909 wurde Jeanne d’Arc von Pius X selig- und am 16. Mai 1920 von Benedikt XV heiliggesprochen. 



























