Samstag, 21. November 2009

Arbeit gibt es genug


Doch nicht jede Arbeit wird entlohnt. Warum?
Weil nicht jede Arbeit Gewinn bringt.


Als Superpraktikant werde ich natürlich mit einem Themenkatalog die einwöchige Reise in die Politik antreten. Themen gibt es ja Gott sei Dank wie Sand am Meer. Das Entscheidende ist aber, wie man die Themen reiht – also braucht man eine Prioritätenliste. Die eigentliche Kunst der Politik ist ja nicht nur das Lösen hochkomplexer Probleme, wie z.b. der Semmering Basistunnel. Es besteht v.a. auch in der Kunst Entscheidungen zu treffen und Prioritäten zu setzen. Das ist natürlich schwierig, weil es ja um ein ganzes Land geht und jede Gruppe ihre eigene Prioritätenliste im Kopf hat. Ein Regierungsprogramm ist somit vereinfacht ausgedrückt eine Prioritätenliste, was in einer Legislaturperiode umgesetzt, realisiert werden soll. Mit ziemlicher Sicherheit steht vom Superpraktikant nichts im Regierungsprogramm. Wir sehen also, die Zeit in der wir leben ist immer fließend und jeder gute 5 Jahresplan wird nie eins zu eins umgesetzt. Das geht auch gar nicht, weil wir ja keine Roboter oder Maschinen sind und auch nicht die Zukunft vorhersehen können. Als das Jahrhunderthochwasser 2002 Österreich in einen Sumpf verwandelte, hat man schnell reagieren müssen. Niemand konnte damals hergehen und sagen: „Das steht aber so nicht im Regierungsprogramm.“ Die Weltwirtschaftskrise steht aber mit Sicherheit im aktuellen Regierungsprogramm. Doch zurück zur Prioritätenliste. Die Überschrift jeder Prioritätenliste lautet immer:

Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst die niemand kann.

Wir brauchen also eine Prioritätenliste. Ehrlich gesagt, hab ich z.b. zum Semmering Basistunnel noch keine Meinung gefunden. Ist das gscheit, oder nicht? Wo genau liegen die Gefahren und Risken, wo liegt der Benefit? Eventuell wäre es nicht unklug, eine breite Diskussion darüber vom Zaun zu brechen, die Leute aufklären und dann eine Volksabstimmung durchzuführen, bevor man ernsthaft mit den Bauarbeiten beginnt. Und wo würde man jetzt eine Volksabstimmung zum Thema Semmeringbasistunnel in der Prioritätenliste reihen wenn wir sie gleichzeitig dem Thema Österreichische Bildungsreform gegenüberstellen? Weil Hand auf´s Herz liebe Leute, wir brauchen schon mehr als eine einmalige Abspeisung für die Unis. Wir brauchen den großen Wurf in der Bildungsfrage. Zurzeit sieht die Lage wie folgt aus. Wir haben eine große Baustelle, die Unis sollten in eine quasi Light Version der Fachhochschule umgebaut werden und jetzt ist die Österreichische Universität weder Fisch noch Fleisch. Was tun wir jetzt?

Schon melden sich die Kindergärtnerinnen, dass dort auch alles schief läuft – seit Jahrzehnten. Wenn wir dann noch von den Schulen reden, na dann gute Nacht. Wir sehen also wir haben einen gewaltigen Reformbedarf in Sachen Bildung. Da brauchen wir jetzt die richtige Lösung und weder die ideologisierte sozialdemokratische Gesamtschule, noch die neoliberale Leistungsschmiede, wo am Ende gut ausgebildete Roboter produziert werden. Die richtige Lösung ist sicherlich, dass wir gut durchdachte Modelle (vergessen wir auch nicht das Modell Einbildung - denn auch Einbildung ist eine Bildung) vorstellen und die Gesamtbevölkerung darüber abstimmen lassen, welchen Bildungsweg sie in Zukunft gehen wollen – das ist Demokratie.

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