Der vereitelte CERN Ausstieg
- Close To The Hole -
Endlich mal ein Minister der nachdenkt, bevor er unser Geld ausgibt. Nicht immer sind Ansehen und Image das Wichtigste in der Politik. Österreichs Reputation könnte darunter leiden, war die große Sorge und der Kanzler hat die Ausstiegsdebatte beendet. Wissenschaftsminister Hahn nimmt es pragmatisch und sieht die Debatte als gegessen. Man könnte somit verlauten lassen – alles wurde gesagt, beide Seiten konnten ihren Standpunkt vermitteln, die Angelegenheit ist vom Tisch - es gibt Wichtigeres. So klare Entscheidungsfindungen bräuchte das Land öfter. Leicht war die Entscheidung zu finden, da die jährlichen Kosten von 20 Millionen Euro relativ bescheiden sind. Die Frage bleibt trotzdem im Raum schweben: War es die richtige Entscheidung ? Was passiert eigentlich wirklich in CERN ? Seit der Teilchenbeschleuniger letzten Herbst in Betrieb gegangen ist, sind viele Menschen besorgter denn je. Vorm Einschalten ging die Angst um, es würde ein gewaltiges schwarzes Loch entstehen und denn Planeten verschlucken. Wir hätten uns dann sozusagen selbst entsorgt. Wäre das passiert, würde niemand jetzt nach der Finanzierung krähen - dann gäbe es den Planeten Erde nicht mehr. So gesehen ist die Sorge, wir finanzieren hier eine überdimensionale Selbstzerstörungsmaschine – die uns jederzeit ins ewige Nichts befördern kann, berechtigt. Ungeachtet gibt es alternativ dazu, den kostengünstigeren Beobachterstatus, den Länder wie die USA, Israel, Indien und Japan nutzen, um nur einige zu nennen. Doch wenn wir alle ins Nirwana katapultiert werden, frag ich mich, was diese Länder dann mit ihren Beobachtungen anstellen werden ? Nachdenken darf man sowieso nicht – denken Sie mal, wie vielen Menschen geholfen werden könnte, die ohne sauberes Trinkwasser leben müssen – alleine mit unserem bescheidenen Jahresbeitrag von 20 Millionen Euro. Wir geben unser Steuergeld lieber für eine Sondermüllschluckmaschine aus und beschimpfen die Menschen dann, wenn sie nach Europa kommen - um ein sauberes Glas Wasser zu trinken. (Bild: photocase.de)
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