Donnerstag, 16. Oktober 2008

Gedenkgottesdienst

Gestern Abend um 18:30 Uhr fand im Stephansdom, die Pfarrkirche aller Österreicher, ein Gedenkgottesdienst zu Ehren Jörg Haiders statt. Ich kam so kurz nach 18:30 Uhr im Dom an, vor der Kirche war Polizei, allerdings kaum wahrnehmbar, ein Caritaszelt war ebenfalls neben der Kirche aufgebaut. Der Gottesdienst war erwartungsgemäß sehr gut besucht. Von 4000 Besuchern wird berichtet. Es war kaum möglich weiter nach vorne zu kommen. Interessant fand ich, daß sich Josef Cap etwa zeitgleich mit mir im Dom einfand und dann auf der linken Seite einen guten Stehplatz mitten unter den Leuten fand. Ich gesellte mich zu Josef Cap, sprach ihn aber wegen den Koalitionsgesprächen nicht an. Ich sprach ihn überhaupt nicht an. Das wäre unpassend gewesen. Es dauerte eine Weile bis ein Singchor seine Lieder brachte. Der Dom erfüllte sich mit bewegenden Klängen, die Gesichter der Leute waren traurig, ich sah viele Menschen weinen. Es kamen alle: Junge, Alte, aus allen Schichten und auch Ausländer. Die Predigt war gut gewählt, zwei Sätze blieben mir im Gedächtnis: Der Glaube der uns am Ende über alle Grenzen hinwegträgt. Die Liebe die aus allen einen Vorteil ziehen kann. Auch über den Dom wurde berichtet, daß die Renovierung aus allen Bundesländern organisiert wurde und wird. Jedes Bundesland leistet seinen Beitrag. Der Stephansdom als Symbol für das Gemeinsame in unserem Land. So wie Jörg Haider. Dompfarrer Toni Faber appellierte für eine Bejahung einer demokratischen Kultur unseres Landes. Man brauche Grenzgänger, um an die Grenzen dessen zu kommen, was möglich ist. In der ZIB 2 nahm neuer Bündnisobmann Stefan Petzner Bezug auf die Predigt, um auf die brisanten und noch ungeklärten Fragen zu Haiders mysteriösen Tod möglichst taktvoll auszuweichen und überzuleiten: auch Politiker sind irgendwann mal privat und sind auch nur Menschen. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Doch spätestens seit dem mysteriösen Unfalltod von Diana wissen wir, auch wenn keine Steine geworfen werden, Recherchen wird es geben bis sich zahlreiche Theorien, Verschwörungen und Bücher zu Jörg Haiders mysteriösen Unfalltod in den Bucherläden einfinden. Hier deutet alles auf eine Riesen Story hin - und wir wären keine Menschen, würden wir diese Story nicht lesen wollen. Doch eines ist sicher, es braucht noch Zeit. Und dann wird auch Stefan Petzner auskunftsfreudiger sein. Die Zeit heilt alle Wunden.

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