Freitag, 25. April 2008

Mission Impossible Teil 2



Es weht ein Hauch von Oktoberrevolution durch die Hallen des EKHs. Man bekennt sich, ist unter sich. Gleichgesinnte Genossen und Genossinnen, oder zutreffender: junge Revolutionäre. Schriften von Karl Marx bis Trotzki werden dargeboten. Doch man ist vorsichtig – sehr vorsichtig. Penibel wird überprüft, wer man den ist, das man hier fotografieren will und es wird nachgefragt und kontrolliert was fotografiert wird. Alkohol wird erst nach der Veranstaltung ausgeschenkt. Die rote Armbinde der jungen Revolutionäre schafft einen organisierten Eindruck und der Blick landet sanft im sozialromantischen Schmunzeln. Man fühlt sich nicht unwohl – ein bisschen ist es wie auf einer Kirchenveranstaltung. Alle wollen eine bessere – eine gerechtere Welt. Klar! What else ? Das wollen wir doch alle, die noch ihr Herz schlagen hören. Inhaltlich gibt es wenig neues – es wird geraunzt und gewehklagt über das globale Monster Kapitalismus und Kommerzialisierung. Was es nicht alles auf dem Markt zur Euro zu kaufen gibt. Aber das ist bitte kein Problem der Euro – da fahren wir wieder tief im ideologischen Fahrwasser. Eine Sorge ist sicher berechtigt – die neuen temporären Ladenöffnungszeiten des Handels (die Eurosonderregelung) während der Euro wird ganz sicher nach der Euro von der Lobby der Sonntagsliberalisierungsbefürworter als Präzedenzfall für eine neue unerträgliche Diskussion herangezogen werden, um der Sonntagsruhe den endgültigen Todesstoß zu verpassen. Hier sehe ich die größte Gefahr (besonders im Hinblick auf die perversen Machenschafften mancher Supermärkte, wie z.b. Lidl). Alles andere ist der klassische Kampf gegen die Windmühlen. Und um es hier klar zu sagen: Mir geht die immer lauter werdende Werbetrommel auch wahnsinnig am Popsch! Ich will nicht ständig vermittelt bekommen, was ich nicht alles zu kaufen habe um mich gut zu fühlen – ich will meine Ruhe! Besonders am Sonntag. [mehr]

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