Sonntag, 03. Februar 2008

Opernball 2008

Bravo! Richard Lugner und ATV haben den Opernball gerettet. Erneut wurde das Spektakel witzig und spritzig ins 21. Jahrhundert geholt. Wäre das ordinäre Fußvolk auf die ORF Berichterstattung mit den drei Schießbudenfiguren an Moderatoren plus den zwei peinlichen Affen im Abstellkammerl und ihren überdimensionalen Kopfhörern angewiesen, man müsste meinen wir leben in einem Wolkenkuckucksheim eingeschlafener Honigbienen. Dem ist zum Glück nicht so. Der Opernball rockt! Dita von Teese als Schneewittchen war die Personifizierung an Höflichkeit, Freundlichkeit und Manierlichkeit. Eine Schmach und Farce sondergleichen sind die gehirnamputierten Trotteln, die meinen Fotografen zu sein. Hätte mich die Dita begleitet zum Opernball, ich hätte diese Horde an Idioten mit einem nassen Handtuch hinausgepeitscht. Hier gehört endlich Einhalt geboten. Nur eine erlauchte Auswahl an disziplinierten Fotografen sollte künftig dem Opernball beiwohnen. Man kennt ja diese österreichische Mentalität des Drängelns von diversen Arten der Anstellerei: Skilift, Buffets, Südosttangente usw. Ich hab immer schon gesagt: Nirgends auf der weiten Welt herrscht so eine vertrottelte Art des Drängelns wie bei uns in Österreich. Man darf hoffen auf die Euro. Wir stellen uns damit kein gutes Zeugnis aus und es ist jedes Jahr der gleiche Müll. Und dann wird’s als Starallüren interpretiert. ATV hat diesen Wahnsinn wirklich gut eingefangen (der ORF hat zu diesem Zeitpunkt ausgiebig, ausführlich und ausgedehnt den wunderbaren Blumenschmuck gefilmt und K.u.K. mäßig in gähnende Szene gesetzt). Die zuckersüße Dita so zu erzürnen, war wirklich unter jeder Kanone. Ein Stargast sollte in aller Normalität zu jedem Ort der Oper gehen können, ohne sich im Klo verschanzen oder in der Loge verstecken zu müssen. Zur anderen weiblichen Begleitung des Baumeisters fällt mir gar nix mehr ein! Sie hat es ohnehin beim Schmuckeinkauf in einem Satz auf den Punkt gebracht: „…langsam komm ich mir vor, wie bei Pretty Woman“. Ich bin sicher, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Für nächstes Jahr sollte Mörtel jedenfalls eines bedenken: warum immer in der Ferne rekrutieren, wenn doch das Gute liegt so nah ? Wann wird endlich Desiree Nick an der Seite des Baumeisters den Opernball zu einem neuen Selbstverständnis führen ? [Bildquelle: Klaus Techt/AFP - stern.de]