Die Mutter aus Kalkutta hätte heute ihren 100. Geburtstag gefeiert, wenn sie der Herr nicht schon abberufen hätte, aus den Slums. Darum ist sie aktuell auch in aller Welt medial präsent, mit gutem Recht wie ich finde. Denn Mutter Teresa verkörpert nicht nur wie keine andere die Lehre der Nächstenliebe, sondern darüber hinaus transportiert sie auf allerhöchster Ebene die Glaubenswirklichkeiten des Gottgläubigen und im speziellen das christliche Mysterium des Glaubens. Ihr Friedenswerk steht für sich und braucht in Wahrheit keinerlei mediale Lobhudelei. Jeder einzelne Mensch den Mutter Teresa in ihrer Mission der Nächstenliebe ein Stück weit näher zu Gott bringen konnte, wird ihr den Dank zurückgeben, auf den sie Wert legt. Ob es nun von oberster Stelle Undank war oder eine andere Erklärung Fuß greifen wird, für die rätselhafte Glaubensambivalenz in der sich Mutter Teresa befand, die durch ihre zum zehnten Todestag veröffentlichen privaten Schriften der Welt offenbart wurde, wird sich hoffentlich in Zukunft durch sorgfältige theologische Diskurse weisen. Eines steht jedenfalls bereits fest: Niemand gibt auf so dramatische und eindringliche Weise Einsichten in die rätselhafte Glaubensambivalenz gelebter christlicher Mission wie eben Mutter Teresa. Wahrscheinlich sollte der Welt durch diese einfache Frau offenbart werden, in welcher Weise Licht und Schatten im christlichen Glauben zusammenwirken.
Diese unfassbare Schattenwelt des Glaubens in die sich Mutter Teresa bewusst begeben hat und die sie kampfesmutig bis zum Grund erforscht hat, macht sie für mich zur größten Mystikerin die je auf Erden gelebt hat und zu einer echten Jedi. Wenn ich die Befugnis und das entsprechende Mandat hätte, würde ich sie posthum zur Jedi Meisterin und somit zur Jedi-Ritterin schlagen. Ja ich gehe sogar soweit, dass gerade diese innere Welt, ihre private seelische Wirklichkeit das eigentliche Vermächtnis an die Welt ist, oder zumindest in Summe mit ihrem manifesten Friedenswerk und ihrer Mission, erst einen echten Sinn ergibt.
Doch wie ist diese innere Dunkelheit, Gottesferne und Höllenqualen von denen Mutter Teresa in ihren Schriften berichtet zu verstehen, wenn man ihre Leistung dem gegenüberstellt. Bei allen publizierten Meinungen, die von Burnout, über Glaubensverlust, dunkle Nacht der Seele berichten und sogar manche Kreise, abseits des theologischen Diskurses (v.a. der politischen Mitstreiter), vom heiligen Atheismus (es braucht keinen Gott um Gutes zu tun), Nietzsches Triumph (Gott ist wirklich tot) und der ersten sozialistischen Heiligen berichten, bleibt die einfachste Sicht wieder einmal auf der Strecke wie ich finde. Zugegeben ist die Interpretation, dass sie ihr Ziel zu hoch steckte in dem sie Armut und Elend abschaffen wollte, sich darin scheitern sah und als Folge mit einem begleitenden Burnout den Glauben verlor, nicht unpraktisch. Auch die moderne Psychiatrie hat eine sehr taugliche Antwort parat. Da wird berichtet, dass Mutter Teresa eine spezielle Auffassung von Liebe präferierte: Liebe muss weh tun. Demnach brauchte sie den tiefen Fall in eine dunkle, peinvolle Hölle um dem Licht, dass sie in der Welt anzündete eine Richtung zu geben.
Ich vermute aber eine gänzlich andere Dimension, die uns viel tiefer noch in die christliche Mystik führt. Jeder Bergsteiger weiß, je höher man auf den Berg steigt, desto dünner wird die Luft. Mutter Teresa erzählte einmal von einem Traum, der sie zur Himmelstüre und vor den Petrus führte. Dieser aber gewährte ihr keinen Einlass mit der Begründung, im Himmel gäbe es keine Slums. Mutter Teresa erzählte weiter wie sie Rache am heiligen Petrus nahm und ihm 50.000 Slumbewohner schickte. Dieser erzählte Traum ist des Rätsels Lösung. Mutter Teresa hegte höchst wahrscheinlich den geheimen Plan, den Himmel schon auf Erden zu errichten – mit der Botschaft des Kreuzes, eventuell nicht in einem Leben aber mit der ersten wichtigen Weichenstellung: Abschaffung von Armut, Krankheit und Elend. Von diesem geheimen Plan wusste die Welt aber nichts und eventuell nur sie selbst in den hellsten Momenten, trotzdem war er vorhanden. Jesus aber kannte ihre geheimsten Wünsche und Ideen und sah sich natürlich plötzlich mit einer Konkurrenzsituation konfrontiert. Denn wenn es dieser “verrückten” Nonne mit ihrem unermüdlichen Einsatz wirklich gelungen wäre ihren Geheimplan (den u.a. auch John Lennon in einer anderen, weniger geheimen Art pflegte) zu realisieren, wäre sie sehr wahrscheinlich plötzlich on the TOP und die neue Nummer Eins und statt Kreuzen, ständen jetzt sicherlich überall Mutter Teresa Statuen herum. Aus Freundschaft bzw. Liebe (wie sie ja zeitlebens ihre Beziehung zu Jesus definierte) wurde also Konkurrenz und die selbstlose Nonne zahlte einen hohen Preis dafür. Zeitlebens verweigerte sich ihr nun der Höchste und auch John Lennon konnte ihr nicht helfen, der wurde erschossen von einem Verrückten.
Indien, Sommer 1959. Im Zug nach Kalkutta schreibt Mutter Teresa in ihr Notizbuch: »Wofür arbeite ich? Wenn es keinen Gott gibt – kann es auch keine Seele geben. – Wenn es keine Seele gibt, dann, Jesus – bist auch Du nicht wahr. – Der Himmel, welche Leere.« mehr
p.s.: Um etwaigen Spekulationen vorzubeugen, hat die Redaktion einstimmig beschlossen, daß Captain Podcast bis spätestens 5. September eine ernsthafte Alternative zur oben gemutmaßten Antwort auf die rätselhafte Glaubensambivalenz veröffentlicht.













































Das Wunder von Birmingham
- zum vergrössern anklicken -
Zugegeben hatte ich ein Wunder von Birmingham trotz 100. Geburtstag von Mutter Teresa nicht am Zettel. Auch die Redaktion, die als durchaus überdurchschnittlich gläubige Truppe gilt, hoffte und betete, wie alle Rapid Fans und alle die es spätestens seit dem 26. August 2010 sind, was das Zeug hält – hatte damit nicht gerechnet. Trotzdem: Das Wunder ist passiert – Rapid Wien schreibt erneut Fußballgeschichte!
Mutter Teresa sei Dank!
Doch wie erklärt sich dieses Wunder nun? War es nun die Rapidviertelstunde, der gehaltene Elfmeter, die Fans oder wirklich Schützenhilfe von oben? Darüber lässt sich jetzt natürlich nur noch spekulieren. Eines hat sich allerdings wieder einmal bestätigt – Rapid Wien lebt vom Glauben. Dort wo andere Club Fans nur einen grünen Rasen, zwei Tore, zwei Mannschaften und einen Ball sehen, sieht der wahre Rapid Anhänger einfach mehr. Er sieht gleichzeitig Mutter Teresa, die sich zeitlebens für die Ärmsten der Armen in Kalkutta abmühte, sich als Dank dafür vom Herrn verschmäht erlebte und eventuell dadurch in diese dramatische Glaubenskrise trudelte von der ihre privaten Schriften berichten. Der wahre Rapid Anhänger sieht die wackere Nonne an ihrem 100. Geburtstag auf einer grün-weißen Wolke sitzen, sieht wie sie dem Höchsten eine Retourkutsche erteilt, ihn verschmäht und lieber die Daumen für die tollkühnen Hütteldorfer drückt. Mutter Teresa, die neue Rapid Schutzpatronin?
Die Auslosung für die Europa League brachte für FC Red Bull Salzburg und SK Rapid Wien folgende Gruppen:
Gruppe A:
Gruppe L:
Die Spiele der Gruppenphase beginnen am 16. September mit den Begegnungen:
Salzburg vs. Manchester City (19:00 Uhr) und Porto vs. Rapid Wien (21:05 Uhr) mehr